Heiteres aus Milwaukee, Wiscaaansiiin

Seit unserem letzten Update aus Wisconsin ist einiges passiert. Im Verlauf des Herbstes haben wir uns langsam auf den Unialltag zwischen Vorlesungen und Teaching eingestellt, der sich doch einigermaßen arbeitsintensiv gestaltete. Neu war für uns ebenfalls die Vielzahl an endnotenrelevanten Prüfungsleistungen (Quizzes, Midterms und benotete Hausaufgaben), die wir erbringen mussten.

Dennoch schafften wir es, uns genug Zeit freizuschaufeln, um während der fünftägigen Thanksgiving Break zu einem Roadtrip nach Kanada aufzubrechen. Zusammen mit einigen anderen Studenten machten wir uns in den Morgenstunden auf den zehnstündigen Trip nach Toronto. Dort verbrachten wir trotz des kalten Wetters vier tolle Tage. Neben dem üblichen Sightseeing Programm konnten wir uns auch darüber freuen, dass der stadteigene Weihnachtsmarkt bereits Mitte November geöffnet hatte. Darüber hinaus durfte natürlich auch ein Tagesausflug zu den Niagarafallen nicht fehlen.

Auf dem Rückweg legten wir dann noch einen eintägigen Zwischenstop bei Mark und Peter in Waterloo ein. Es bedurfte Alex einiger Überredungskünste, um Julian und Christian von einer frühen Abreise aus Toronto zu überzeugen um rechtzeitig zum um 9:30 Ortszeit beginnenden Bundesliga-Revierderby Dortmund gegen Schalke in Waterloo zu sein. Doch der mittlerweile schon legendäre Spielverlauf entschädigte uns für alle Mühen, so dass die beschauliche kanadische Kleinstadt Waterloo gegen 11:20 von einem ohrenbetäubenden Jubelsturm erfasst wurde, der quasi über den gesamten Tag anhielt. Auch der restliche Tag in Waterloo war sehr schön, wir verweisen an dieser Stelle auf den entsprechenden Bericht der Kanadier. Am nächsten Morgen brachen wir dann auf und kamen am späten Nachmittag in Milwaukee an.

Im Dezember sind wir noch zu einem der Spiel des NBA Teams der Milwaukee Bucks gegangen, wo wir einen der (vermutlich letzten) Auftritte von Dirk Nowitzki und seinen Dallas Mavericks bestaunen durften. Ansonsten schwebte über weiten Teilen des restlichen Wintersemesters dann die Vorbereitung für die Finals Week unserer Vorlesungen:

Alex und Julian belegten zusammen die Kurse „Mathematical Statistics“, „Regression Analysis“ und „Computational Statistics“. Mathematical Statistics ist ein Kurs, der inhaltlich stark Stochastik I an der Universität Ulm ähnelt, jedoch deutlich praxisorientierter ist, sprich einen stärkeren Fokus auf Rechnungen legt. Die beiden Kurse Regression Analysis und Computational Statistics beschäftigen sich mit theoretischen mathematischen Modellen, auf derer Basis dann Implementierungen vorgenommen werden. Diese drei Kurse waren eine interessante Ergänzung zu eher theoretischen Veranstaltungen, die wir bereits in Ulm besucht haben. Alex hat darüber hinaus noch die Vorlesung „Actuarial Loss Models“ belegt, die inhaltlich in etwa „Risikotheorie I“ an der Universität Ulm entspricht. Julian hat neben den drei oben genannten Veranstaltungen noch „Risk Theory“ besucht, was man mit der Vorlesung „Risikotheorie II“ in Ulm vergleichen kann. Es gab mehrere benotete Hausaufgaben und ein Final Project, das man dazu nutzen konnte, sich in Richtung Masterarbeit in diesem Bereich zu orientieren.

Nach unseren eigenen Exams stand dann noch die Korrektur der Klausuren unserer Studenten an, bevor es kurz vor Weihnachten in die verdiente Winter Break ging.

ALEX:

Zusammen mit Peter und Mark machte ich mich über die Zwischenstationen Las Vegas – Grand Canyon – Las Vegas auf den Weg nach San Diego, um mit einigen anderen Ulmer Studenten Weihnachten zu feiern. Da in den anderen Berichten schon sehr viel darüber geschrieben wurde, gibt es hier nur noch ein herzliches Dankeschön an Marc für die Organisation dieses tollen Treffens. Anschließend ging es für mich zurück nach Milwaukee, wo ich Besuch aus Deutschland bekam. Leider hatte sich in der Woche meiner Abwesenheit Milwaukee von zuvor überraschend mildem Wetter zu einem windigen Gefrierschrank verwandelt, so dass sogar der Lake Michigan zeitweise bis zum Horizont zugefroren war.Lake Michigan in winter

Demzufolge war ich sehr glücklich darüber, Mitte Januar mit Julia (einer Austauschstudentin aus Aachen) noch für eine Woche nach Miami zu fliegen, wo man selbst am kühlsten Teil des Tages in T-Shirt herumlaufen konnte. Neben viel Zeit am Strand von Miami Beach, verbrachten wir auch einen Tag im Everglades Nationalpark, wo wir tatsachlich Alligatoren gesehen haben. Mein persönliches Highlight war jedoch die Fahrt nach Key West, die wir am darauffolgenden Tag unternahmen. Über 42 teilweise sehr langgestreckte Brücken „springt“ man quasi von Insel zu Insel und kann eine beeindruckende Aussicht genießen, bis man auf der verschlafenen südlichsten Insel Key West landet, von der aus es nur 90 Meilen bis nach Havanna sind.

Nach der Rückfahrt nach Miami am darauffolgenden Tag ging es dann auch schon zurück nach Milwaukee, wo die Pflicht in Form von Vorbereitungsmeetings für unsere Teaching Assistantstellen wartete.

CHRISTIAN:

Zusammen mit Tobi (Rolla) und seinem Kumpel Anji reiste ich am Heiligabend nach Las Vegas, Flagstaff (Arizona) und dann weiter nach Cozumel in Mexiko (Yucatan). Es war eine tolle Reise, die alles in sich hatte: Stadtleben (Las Vegas), wunderschöne Natur (Flagstaff), Kultur (Valladolid und Maya-Ruinen), Sprache (ich lernte einige Wörter Maya) und Action (ATV-Tour durch den Regenwald).

Da Tobi in Rolla bereits eine Woche früher mit dem Spring-Semester startete, trennten wir uns am Ende des Mexiko-Urlaubs: Anji und Tobi flogen zurück nach Rolla, während ich mit dem Bus nach Guatemala fuhr und einen Freund aus Milwaukee in seinem Heimatdorf Nuevo Horizonte besuchte. Hier wurde das Kulturerlebnis noch einmal intensiver: Kein Internet, kein Warmwasser, aber pure Lebensfreude! Die Menschen sind unglaublich warmherzig und interessiert an anderen Kulturen und lieben es, Fremden ein tolles Essen zu spendieren. Ich hatte eine großartige Woche in Guatemala, die durch den Besuch der historischen Maya-Ruinen von Tikal sowie der früheren spanischen Kolonial-Hauptstadt Antigua abgerundet wurde.

JULIAN:

Für mich hieß es am 23. Dezember auch erst einmal: West Coast! Im sonnigen, und deutlich wärmeren San Diego habe ich die Weihnachtsfeiertage bei einer guten Freundin verbracht, inklusive Lebkuchenhaus (oder in diesem Fall – Lebkuchenzug) basteln, dezenter amerikanischer Weihnachtsdeko, und ganz viel philippinischem Essen, neben den traditionellen mashed potatoes und stuffing; USA – a melting pot mäßig eben.

Danach fuhren wir für vier Tage nach Las Vegas, und dem Verkehr nach, waren wir nicht die einzigen, die das vorhatten. Nach einer nächtlichen Fahrt durch die nur mäßig beleuchtete Ausweichroute (was ich im Übrigen nicht weiterempfehlen würde …) haben wir dann auch unser Ziel erreicht. Am nächsten Tag haben wir uns die üblichen Attraktionen am Strip angeschaut, bevor wir uns fertig gemacht haben für ein ganz besonderes Highlight: Britney Spears live in Vegas. Für uns beide die Erfüllung eines Kindheitstraums! Nach zwei Stunden fangirling, mitsingen, und tanzen, waren wir kurz vor dem Ausgang, als wir dann auch noch einen bekannten Britney-Impersonator (Derrick Barry) trafen, und natürlich gleich ein paar Fotos zusammen machten. Best night ever! kurz gesagt.

Zurück in San Diego haben wir dann noch Silvester gefeiert, etwas die Stadt (Belmont Park, Global Winter Wonderland, Las Americas) und Natur (Sunset Cliffs, Imperial Beach) erkundet. Außerdem hatten wir noch super leckere fish tacos, die man hier wirklich nur empfehlen kann (Baja Fishmart in San Ysidro area). Und dann musste ich auch schon wieder nach Milwaukee fliegen, wo man die kalten Tage aber auch gut in der Mall, den diversen Restaurants & Bars, und die Nächte in den Clubs verbringen kann. Der nächsten Generation Ulmer Studenten sollte es jedenfalls nicht langweilig werden was das angeht 😉

Da wir im letzten Semester bereits vier Kurse belegt haben, steht für Julian und Alex im laufenden Spring Semester nur die Vorlesung „Time Series Analysis“ auf dem Programm. Nachdem vor der Springbreak die theoretischen Grundlagen gelegt und mit einem Midterm abgeschlossen wurden, lernen wir aktuell die praktische Umsetzung der theoretischen Konzepte für ein Final Project, das wir am Ende des Semesters abgeben müssen.

Neben unseren Teaching Aufgaben, auf die wir uns mittlerweile ganz gut eingestellt haben, steht dieses Semester im Zeichen unserer Masterarbeit, die wir bis Ende April vor einem Komitee verteidigen müssen. Alex arbeitet an einem theoretischen Model zur Optimierung von Selbstbeteiligungssummen, für das er optimale Losungen nach ihrer Existenz, Eindeutigkeit sowie weiteren Eigenschaften untersucht. Julian beschäftigt sich mit der Lösung des optimal insurance problems, wenn neben dem versicherten Risiko noch ein nicht-versicherbares Hintergrundrisiko präsent ist. Hierbei wird ein bestimmter Zusammenhang zwischen den beiden Risiken angenommen, um die Diskussion einzuschränken. Neben „Time Series Analysis“ belegt Christian einen weiteren Kurs im Bereich Meteorologie/Atmosphärenwissenschaften, bei dem es um die statistische Analyse und Zerlegung von Klimatrends geht. Dieser Kurs ist auch Grundlage seiner Masterarbeit.

Bei allem Masterarbeitsstress haben wir es uns aber nicht nehmen lassen, über Springbreak etwas zu unternehmen. Alex machte zusammen mit einem Mitstudenten einen Roadtrip von Denver nach Salt Lake City über diverse Nationalparks. Die Vielfalt der Staaten Colorado hat uns dabei sehr beeindruckt. Wir haben in einer Woche sozusagen die gesamte Bandbreite erlebt: Tiefe Schluchten im Canyon Land und im Colorado National Monument, surreale Gesteinsformationen in den Arches, Trockenheit in der Wüste Moab und einen überraschenden Wintereinbruch in Form von starkem Schneefall in den Bergen der Rocky Mountains.

Für Julian ging es nach Miami, zusammen mit zwei weiteren internationalen Studenten. Und bei knapp unter 30 Grad war das auch sicherlich die richtige Entscheidung. Die Strände, ob nun Miami Beach oder Hammock Park, sind wunderschön und ideal zum Entspannen. Und wenn man auf dem Rückweg vom Strand den Fußpfad, der teilweise überschwemmt war, nimmt und ein Krokodil in einem See sieht, dann hat man auch etwas „Abenteuer“ 😉 In Little Havanna war es wie in einer anderen Welt, mit vielen kleinen Cafés und Restaurants, die teilweise wirkliche liebevoll eingerichtet sind! Wynwood ist ein echt schönes Künstler-Hipster-Viertel mit jeder Menge Street-Art, kleinen Shops, und vielen jungen Leuten. Und was Historie und Architektur angeht, ist die Villa Vizcaya (eine ehemalige Winterresidenz eines Geschäftsmannes aus Chicago) mit ihrem großen Garten einen Besuch wert. Alles in Allem, entspannte und willkommene Break.

Christian fuhr mit einer Gruppe Outdoor-wütiger Studenten nach Florida, um dort 5 Tage lang auf dem Suwannee-River Kanu zu fahren und am Flussufer rustikal zu campen. Absolutes Highlight war sicher das Nachtpaddeln unterm Sternenhimmel, der mitten in der Natur fern ab jeder Siedlung oder Straße wirklich grandios aussah. Neben einem Schnorchel-Ausflug, bei dem wir Mannatees aus unmittelbarer Nähe beobachten konnten, verbrachten wir auf dem Rückweg noch einen Abend in der Hauptstadt der CountryMusic Nashville.

Soviel zu unserem Update aus Milwaukee, wir melden uns dann wieder in einigen Wochen nach unserer Graduation.

 

Bis dahin viele Grüße,

Julian, Christian & Alex

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Winter in weiß-orange

Seit unserem letzten Blogeintrag ist wieder einiges passiert, ist ja auch schon eine Weile her. Fassen wir also die zweite Hälfte des Fall Semesters kurz zusammen.

Ende November hatte wir zu Thanksgiving eine Woche vorlesungsfrei und durften Feiertage bei der Familie unserer Freundin Sara in der Nähe von Boston verbringen. Ein besonderes Highlight war das traditionelle typisch amerikanische Thanksgiving Truthahn-Dinner, bei dem der Tisch unter der Last der aufgetragenen Speisen zusammenzustürzen drohte.

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Ein Truthahn aus Butter

Außerdem nutzten wir die Gelegenheit einen Tagesausflug nach Boston zu machen. Hier konnte man sich neben dem Rathaus beim Eislaufen austoben.

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Eislaufen in Boston mit unserer Freundin Sara

Zurück in Syracuse begann dann bereits die Phase, in der wir uns und unsere Studenten auf die anstehenden Abschlussklausuren – Finals – vorbereiten mussten. Weil sich hier die Note des Kurses nicht ausschließlich aus der Abschlussklausur, sondern auch aus Midterm-Klausur(en) und Hausaufgaben ergibt, ist der Druck für die einzelnen Finals etwas geringer als man das aus Ulm kennt. Trotzdem hatten wir mit zwei Klausuren und einem Projekt genug zu tun, denn auch die Finals unserer Studenten mussten wir in der selben Woche beaufsichtigen und korrigieren. Eine ungewöhnliche Prüfungsform überraschte uns in „Real Variables“ – hier hatten wir eine Woche Zeit ein „Take Home Final“ zu bearbeiten, also eine Klausur, die man mit nach Hause nehmen darf. Zusätzlich stand der Winter vor der Tür und als die ersten Schneeflocken fielen mussten wir enttäuscht feststellen, dass hier nicht alles orange ist – Schnee ist tatsächlich genauso wenn nicht sogar weißer wie im Rest der Welt.

Deswegen traten wir kurz nach Beginn der Winterferien die Flucht an und tauschten das kalte Syracuse gegen die angenehme Wärme Kaliforniens ein. Hier verbrachten wir zusammen mit einigen anderen Ulmer Austauschstudenten besinnliche Weihnachtsfeiertage in San Diego. Danke an Marc für die Gastfreundschaft!

Danach ging es für uns, Paula und Fabian, los zu einem Roadtrip durch Kalifornien. Mit einem Mietauto fuhren wir mit Zwischenstopps in mehreren Nationalparks von San Diego nach San Francisco und legten dabei über 3000 km zurück. Mit dem Besuch des Joshua Tree National Parks, des Mojave National Preserve und des Death Valleys erkundeten wir zunächst die unendlichen Weiten der Wüsten. Von dort ging es in den Sequioa National Park, wo wir die riesigen Bäume bestaunten und einige Wanderungen bei kühleren Temperaturen unternahmen. Den Abschluss bildete der bekannte Yosemite National Park mit seinen spektakulären Felsformationen und gewaltigen Wasserfällen.
Natürlich hatte auch San Francisco einiges zu bieten, unter anderem besichtigten wir die Gefängnisinsel Alcatraz, die Golden Gate Bridge, eine Fortune Cookie-Factory in Chinatown und das Hippie-Viertel Haight-Ashbury.

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Ich, Felix, reiste für die restliche Zeit der Winterpause nach Hawaii. Ich verbrachte 11 Tage auf Big Island und anschließend 4 Tage auf Oahu. Die Reise nach Hawaii kann ich jedem nur empfehlen. Ich sah eine Vielzahl von Tieren (Delfine, Wale, Seeschildkröten), war mehrmals schnorcheln und surfen, war auf dem Mauna Kea, absolvierte Klippensprünge, bestieg die Vulkane und vieles mehr. Daneben gehören die Menschen auf Hawaii zu den freundlichsten, die ich je getroffen habe und luden mich zu allerlei verschiedenen Dingen ein. Hier einige Impressionen:

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Nach den erholsamen Urlaubswochen begann Mitte Januar dann unser zweites Semester hier. Wir besuchen alle drei den Kurs „Differential Geometry“, in dem sich die Note ausschließlich aus Hausaufgaben ergibt. Diese kann man beliebig oft abgeben, um sich zu verbessern. Felix und Fabian hören außerdem „Integral Equations“, eine forschungsnahe Vorlesung in der es weder Hausaufgaben noch eine richtige Note gibt. Seit vier Wochen verspricht uns der Dozent ein offenes Problem – vielleicht bekommen wir es ja nächste Woche zu sehen. Paula und Fabian besuchen noch „Introduction to Algebraic Topology“. Der Dozent ist hervorragend organisiert und illustriert die Idee universeller Überlagerungsräume mit Hunden und Hundeleinen.

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„Ein Punkt im universellen Überlagerungsraum gibt die Position des Hunds und die Pfadhomotopieklasse seiner Leine an.“

Paulas weitere Kurse sind „Representations of Groups and Algebras“, eine 2-Mann-1-Frau-Veranstaltung ohne Hausaufgaben, und „Homological Algebra“, eine Vorlesung an der immerhin drei Studenten teilnehmen und in der es auch ab und zu Hausaufgaben gibt.
Felix hört „Introduction to Algebra II“, die in der Regel zum Pflichtprogramm für alle Graduate Students gehört. Dementsprechend gibt es relativ viele Hausaufgaben, Midterms und ein Final.
Fabian besucht noch „Functions of a Complex Variable I“, also eine Master-Vorlesung zur Funktionentheorie. Hier gibt es auch relativ viele Hausaufgaben und ein Closed-Book-Take-Home-Midterm Exam, für das er nur zwei Stunden Zeit hat, die er sich aber auf fünf Tage aufteilen kann. Dafür wird es immerhin ein „richtiges“ Final geben.

Mit unseren Teaching Assignments für dieses Semester sind wir sehr zufrieden. Paula darf weiterhin „Calculus III“ betreuen, muss diesmal aber zusätzlich noch Hausaufgaben korrigieren. Fabian wurde von „Calculus I“ zu „Calculus II“ „befördert“ und Felix quält so manchen Anzugträger in „Business-Calculus“.

Apropos Business: Anfang März haben wir zudem herausgefunden, dass wir einen Großteil der bezahlten Steuern zurückbekommen können. Seitdem haben sich auch unsere Lohnabzüge um gut 250$ monatlich verringert.

Der Winter hier kann manchmal ganz schön heftig sein. Ganz Syracuse zittert, wenn der nächste „snow storm“ angekündigt wird. So schlimm wie sich das zunächst anhört, war es aber bisher nicht und wir würden zu diesen Schneestürmen wohl eher „starker Schneefall“ sagen. Trotzdem durften wir am  2. März Zeugen eines besonderen Ereignisses werden: das erste Mal seit circa dreißig Jahren bekamen alle Studenten schneefrei.

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Im Februar und März bekamen Paula und Fabian Besuch aus Deutschland. Natürlich durfte dann ein Ausflug zu den berühmten Niagarafällen nicht fehlen, welchen wir mit einem Besuch in Buffalo verbanden. Während der vorlesungsfreien Zeit der Spring Break ging es für uns nach Washington D.C., wo wir einige Museen und Monumente besichtigten und auch das Kapitol bei einer Führung kennenlernen durften.

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Für Paula ging es am ersten Wochenende des Spring Breaks außerdem mit ihrem Uni-Team nach Toronto zu den regionalen Tischtennismeisterschaften der „Great Lakes“ Region. Im Einzelwettbewerb konnte sie sich für die „National Collegiate Table Tennis Championships“ in drei Wochen in Texas qualifizieren. Diese werden sicherlich auch ein besonderes Erlebnis, denn unter anderem werden SpielerInnen aus der amerikanischen Nationalmannschaft daran teilnehmen.

Letztes Wochenende fand hier in Syracuse die „43rd Annual New York Regional Graduate Mathematics Conference“ statt, eine Konferenz von Graduate Students für Graduate Students. Erstmals wurde die Konferenz in diesem Jahr sogar von der National Science Foundation unterstützt. Dadurch sind etwas mehr als 100 Studenten aus dem Großraum New York State angereist um in zahlreichen Vorträgen Einblicke in die Forschungsfelder und Interessensgebiete anderer Graduate Students zu erhalten. Fabian hat uns Ulmer mit einem Vortrag über den „Curve Shortening Flow in the Plane“ vertreten.

Unsere Zeit hier neigt sich ja schon bald dem Ende zu, und natürlich müssen wir uns langsam mit der Rückreise beschäftigen. Nach der Zeugnisübergabe Mitte Mai haben wir noch einige Wochen Zeit unsere noch nicht erfüllten Reisepläne in die Tat umzusetzen, ehe es dann Anfang Juli zurück nach Hause geht.

 

Oh wie schön ist Florida!

Seit meinem letzten Blog Eintrag im Oktober habe ich so einiges erlebt. Auch während die meisten Ulmer in den USA sich schon auf ihre Heimreise freuen, freue ich mich auf weitere 5 Monate in Florida.

 

Ende Oktober bin ich nach Fort Myers in Florida geflogen, um meine Tante und meinem Onkel zu besuchen, die dort ihren Jahresurlaub verbracht haben. Da meine Tante und mein Onkel schon seit mehreren Jahren dort ihren Urlaub verbringen, hatte ich super Guides. Wir waren unteranderem in Naples, Everglades City, Fort Myers. Eine Shopping Tour im Outlet durfte natürlich auch nicht fehlen. Leider ging das Wochenende viel zu schnell zu Ende.

Seit zwei Jahren hat die UWF auch ein eignes Football Team. Die Tickets für die Spiele bekommt man als UWF Student kostenlos. Vor dem eigentlichen Spiel haben wir (Master Mathe Studenten) ein Tailgate veranstaltet. Tailgate ist Parkplatzgrillen vor dem Stadion, um sich in die „richtige“ Stimmung für das Spiel zu versetzen. Im Station habe ich eine kurze Einführung zu den Spielregeln von meinen Freunden bekommen. In eine von den Pausen konnte ich sogar ein TShirt fangen 😉

Pensacola ist die Heimat der Blue Angels. Die Blue Angels ist die Kunstflieger Abteilung der Navy. Ende Oktober konnte man auf der Militärbasis das Können der Piloten bestaunen.

Zu Thanksgiving war ich bei meiner Freundin Tara zu Hause eingeladen. Zusammen haben wir den Truthahn und die Beilagen zubereitet. Das Essen war wirklich lecker. Ein kleines Highlight war für mich, die Quad Tour durch Taras Garten. Am Tag danach konnte ich Taras Familie helfen, die Weihnachtsbeleuchtung am Haus anzubringen.

Anfang Dezember wurde es tatsächlich kalt in Pensacola. In einer Nacht hat es tatsächlich auch geschneit. Viele meiner Freunde sind bis morgens um 4 wach geblieben um Schnee zu sehen. Am Morgen war der Schnee allerdings auch schon wider geschmolzen.

Mitte Dezember mussten Projekte fertig gestellt werde. Gerade mein Research Kurs wurde ziemlich zeitintensiv, da eine Gruppenarbeit mit 10 Leuten nicht so leicht zum Koordinieren ist. Besonders wenn 4 von 10 Leuten Online-Studenten sind. Unzählige Tests mussten korrigiert werden und auf meine eigenen Finals musste ich mich auch noch vorbereiten.

Trotzdem blieb auch Zeit, um Plätzchen zu backen, Weihnachtsfeiern und in zwei Weihnachtskonzert im Orchester mit zu spielen. Für die Konzerte konnte ich mir glücklicherweise eine Klarinette leihen.

Am 14. Dezember hatte ich meine letzte Prüfung. Nur noch die Korrektur von 90 Statistik Finals und 50 Precalculus Finals musste noch erledigt werden.

Am 16. Dezember ging es für mich in den wohl verdienten Winter Break. Mit meiner Gastfamilie, bei denen ich die ersten Tage nach meiner Ankunft in den USA gewohnt habe bevor ich in mein Apartment ziehen konnte, bin ich für eine Woche nach Orlando gefahren.

Disney Parks und Universal Studios standen auf dem Programm. Vor Weihnachten sind die Parks wunderschön dekoriert und es gibt wunderschöne Paraden, die man sich anschauen kann. Da es allerdings über 20 Grad hatte, wollte sich bei mir die Weihnachtsstimmung nicht so ganz einstellen.

Zwei Tage war ich in den Univeral Parks, um die Welt z.B. von Harry Potter, den Simpsons, Men in Black, Jurassic Park und noch vieles mehr zu erkunden.

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Für die restlichen Tage standen die vier Disney Parks und die Mickey’s Very Merry Christmas Party in der Nacht auf dem Programm.

Es gab viele Highlights, da jeder Park einzigartig ist. Die Feuerwerke in allen Parks waren gigantisch.

Nach einer Woche in Orlando machte ich mich auf dem Weg nach Fort Lauderdale. Am 24.12 startete meinen Karibik Kreuzfahrt. Die Ziele waren die U.S. St. Thomas (Virgin Island), Puerto Rico, Half Moon Cay (eine private Insel der Rederei in der Bahamas) und Grand Turk. Puerto Rico hat mir besonders gut mit vielen kleinen Gassen im Zentrum gefallen. Allerdings konnte man die Ausmaße von Hurrikan Irma außerhalb der Touristen Ziele sehen. Auf St. Thomas hat uns eine Kellnerin erzählt, dass sie erst vor kurzem wider Strom bekommen hat ( 3 Monate nach dem Hurrikan Irma).Nach einer Woche endet die Kreuzfahrt am 31.12.

Die letzten freien Tage von meinem Winter Break habe ich unter anderem als International Advisor gearbeitet. Unter anderem habe ich neuen Internationals den Campus gezeigt und Tipps zum Campusleben gegeben. Zudem habe ich mit meinem Spring Research Projekt begonnen.

Am 8. Januar ist die Uni wider gestartet. Meine Teaching Assistent Stelle ist dieselbe wie letztes Semester. Wider gebe ich zwei Tutorien für Precalculus und korrigiere Tests, Arbeitsblätter und mache Klausuraufsichten. Zudem korrigiere ich Tests für Statistik und Calculus 1.

Dieses Semester belege ich drei Kurse: Modeling in Regression, Time Series Analysis und Reserach 2. In Modeling in Regression geht es um verschiedene Regressionsarten, Backtesting von Modellen. Time Series Analysis geht es um verschiedene Modelle, mit denen man Zeitreihen beschreiben kann. In beiden Kursen steht vor allem die Anwendung in R im Vordergrund.

In Research 2 muss ich dieses Semester ein eigenes Research Projekt bearbeiten. Ich beschäftige mich mit Cluster Analysis zu Lebenserwartungen in den USA auf County Ebene und möglichen Faktoren die Lebenserwartung beeinflussen, wie zum Beispiel Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen. Um den Kurs zu bestehen, muss ich zudem ein Manuskript zusammen mit meinem Professor bei einem Journal einreichen.

Übrigens Anfang Januar wurde es richtig kalt in Pensacola. Einen Tag gab es sogar mal Kältefrei 😉

Mitte Februar war ich mit anderen Studenten auf einer zweitägigen Mathe-Konferenz in der Nähe von Miami. Dort habe ich meine Bachelorarbeit präsentiert und konnte viele interessante Präsentationen mir anhören. Samstagnachmittag haben wir die freie Zeit genutzt, um an den Strand zu fahren und abends waren wir kubanisch Essen. Ich habe meine Vorliebe vor Kochbananen entdeckt. Auf der Rückfahrt haben wir noch einen Stopp beim Kennedy Space Center gemacht. Übrigens man unterschätzt die Entfernung ziemlich in Florida. Die reine Autofahrt von Pensacola nach Miami dauert ca. 12 Stunden.

Vor zwei Woche hatte ich Spring Break. Ich habe meine freie Woche mit 20 anderen Studenten in Miami verbracht. Wir haben eine Kirchengemeinde unterstützt, indem wir zum Beispiel den Trailer geputzt haben, in dem die Gemeinde ihre Sachen lagert. Einem Mann die Schäden von Hurrikan Irma in seinem Garten zu beidseitigen. Diese Aktion wurde vom lokalen TV gefilmt. Allerdings kam der Spaß auch nicht zu kurz. So hatten wir eine tolle Poolparty mit amerikanischen Barbecue, Zeit am South Beach und Zeit in der Lincoln Road oder in der Dolphin Mall zum Shoppen. Wir haben einen Tagesausflug in die Evergaldes und in die Keys unternommen.

Nach einer tollen Woche in Miami bin ich anschließend mit meine Professor Dr. Amin und einem Kommilitonen nach Seattle geflogen, um dort am Institut für Health Metrics and Evaluation einen Vortrag über unser Gruppenprojekt aus dem Research Kurs im Herbst zu halten. Natürlich blieb auch Zeit zum Sightseeing, wie Space Needle, Pine Market, China Town .

 

 

 

Eure Julia

Winter is coming to an end… Not yet

 

Nach einigen Monaten Pause sind wir nun an der Reihe mit unserem zweiten Blogeintrag aus Waterloo. Wie schon am Ende unseres letzten Berichts angekündigt, fand Anfang Oktober das Kitchener Oktoberfest statt, das zweitgrößte der Welt außerhalb Deutschlands. Im Gegensatz zum Münchener Original findet dies allerdings nicht in Festzelten an einem Ort statt, sondern ist über diverse Lokalitäten in der Stadt verteilt. Wir suchten uns eine der günstigsten heraus und verbrachten einen durchaus witzigen Abend im „Transsylvania“, der aber nicht mit derartigen Festen in Deutschland mithalten konnte.

Bevor bei uns im Oktober Midterm Prüfungen anstanden, haben wir die letzten warmen Wochenenden des Jahres noch für Ausflüge genutzt. So ist Peter über das kanadische Thanksgiving Wochenende (das einen Monat vor dem amerikanischen gefeiert wird), mit dem Fahrrad drei Tage zu verschiedenen Provincial Parks in der weiteren Umgebung von Waterloo gefahren und aufgrund vergessener Sonnenmilch mit einem phänomenalen Sonnenbrand wiedergekommen. Außerdem waren wir zusammen mit einer Freundin ein Wochenende im Killarney Provincial Park zelten. Dass sich das vom Outers Club der University of Waterloo ausgeliehene und als 4 Personen fassend angekündigte Zelt beim Aufbau als 2-Personen-Zelt herausstellte, konnte unsere Freude an diesem Wochenende genau so wenig trüben, wie der Sonntag einsetzende Dauerregen. Stattdessen genossen wir den schönsten Zeltplatz im Park und die Wälder, die in den buntesten Herbstfarben leuchteten.

Kurz darauf bekam Mark Besuch von seiner Familie. Zur Begrüßung wagten wir beide uns an ein aufwändiges Truthahn Festessen, was zu unser beider Überraschung ziemlich gut gelang. Selbstverständlich mussten wir sie auch in Peters Lieblingsrestaurant einladen – ein Äthiopisches Restaurant bei dem wir mittlerweile Rabatt bekommen. Nach einigen Trips, etwa nach Bruce Peninsula, den Niagara Fällen oder Lake Huron, und etwas Zeit, sich endlich wieder persönlich zu unterhalten, ging die gemeinsame Zeit schnell zu Ende.

Bald darauf standen Midterm Prüfungen in den Vorlesungen an und das Wetter wurde zunehmend ungemütlicher. Peter war noch ein Wochenende in Toronto, aber sonst beschränkten sich unsere Aktivitäten mehr auf Waterloo. Highlights in dieser Zeit waren mehrere Halloween Partys und eine geniale Hausparty bei uns, bei der geschätzt 50 Feierwütige unser kleines Haus zum Wackeln brachten. Gegen Ende November besuchte uns dann die Milwaukee Fraktion für einen Tag, den wir für einen Ausflug zu zwei Wasserfällen in der Nähe nutzten und mit äthiopischem Essen und lokalem Bier beendeten. Absolutes Highlight an diesem Tag war jedoch die grandiose Aufholjagd der Schalker Knappen im Derby bei den Zecken. Die beim Halbzeitstand von 4:0 noch vorherrschende pure Frustration wandelte sich in der zweiten Hälfte erst in vorsichtige Hoffnung und kurz vor Schluss in einen eskalativen Torjubel, der jenem im Stadion ebenbürtig war. Mehr Details über dieses unvergessliche Spiel wird es noch im Bericht aus Milwaukee zu lesen geben!

Ein besonderes Highlight der Vorweihnachtszeit war das Christmas Dinner des Department of Actuarial Science and Statistics, zu dem alle Mitarbeiter und Graduate Students eingeladen waren und wo es ein mehr als üppiges Buffet auf Unikosten gab. Eindeutig etwas, wo sich die Uni Ulm etwas abgucken kann!

Die Wochen vor Weihnachten waren dann ziemlich arbeitsintensiv, da wir die finalen Klausuren im ersten Trimester hatten, noch Übungsblätter bearbeiten und jeder von uns 2 Projekte abgeben musste. Aber auch das brachten wir erfolgreich hinter uns, sodass nach einer Klausurkorrektur am 19. Dezember endlich Ferien waren.

Noch am selben Abend brachen wir zum Flughafen in Toronto auf, von wo wir am nächsten Morgen nach Las Vegas abflogen. Dort erfuhren wir, dass es quasi unmöglich ist, zu Fuß vom Flughafen (der mitten in der Stadt liegt) in die Stadt zu laufen und trafen Alex aus Milwaukee. Außerdem aßen wir Billighotdogs mit Zwiebeln aus der Tüte, gewonnen bzw. verloren größere Geldbeträge und lehnten die Offerten unzähliger kostenloser Limousinen Shuttle in irgendwelche Strip Clubs ab. Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Mietwagen zum Grand Canyon, wo wir nachmittags noch die letzten Sonnenstrahlen sahen. Früh am nächsten Morgen machten wir uns wieder dorthin auf, wobei wir uns ehrlich beeindruckt von den klimatischen Verhältnissen in Milwaukee zeigten, da es dort offenbar üblich ist, bei Temperaturen von -15 Grad keinerlei Wintersachen dabei zu haben. Aufwärmen konnten wir uns bei einer langen und schönen Wanderung hinab in den Canyon, bevor wir spätnachmittags wieder zurück nach Las Vegas fuhren. Den Abend verbrachten wir bei unverändertem Programm auf dem Las Vegas Strip und in unserem Lieblingscasino, das uns genau wie Teile der dort zockenden asiatischen Kundschaft sehr ans Herz wuchs.

Leider kam auch für uns der Moment, an dem wir uns sagen mussten: We better cash out now, und so fuhren wir am 23. Dezember nach San Diego, wo wir ein unvergessliches Weihnachtsfest mit einigen anderen Ulmern feiern durften. Über diese ereignisreichen Tage wurde in den vorhergehenden Blogeinträgen schon einiges geschrieben und dem ist auch nicht mehr viel hinzuzufügen.

Ab dem 26. Dezember hatten wir (jetzt nur noch Mark und Peter) uns ein Auto gemietet, um innerhalb der uns verbleibenden Woche noch möglichst viel von Kalifornien zu sehen. Wir begannen unsere Reise mit einem Besuch des Joshua Tree NP, bevor wir weiter ins Death Valley fuhren. Anschließend fuhren wir noch in die Nationalparks Sequoia und Yosemite, bevor wir am letzten Tag unserer Reise noch in San Francisco waren. Diese eine Woche haben wir im Auto geschlafen, wodurch wir maximal unabhängig waren und uns nachts immer allein ins Nirgendwo stellen konnten. In Erinnerung bleiben lange Autofahrten, kalte Nächte im warmen Schlafsack, tolle Landschaften, schöne Wanderungen und leckeres Essen vom Campingkocher.

Da Bilder mehr als Worte erzählen, hier eine kleine Auswahl:

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Im Gegensatz zu den meisten Ulmern in den USA waren unsere Weihnachtsferien relativ kurz, da bei uns schon Anfang Januar die Uni wieder anfing und wir ins zweite Trimester starteten. Wie im ersten hören wir beide 3 Vorlesungen. Zusammen haben wir Advanced Life Insurance Practice, das Themen aus Personenversicherungsmathematik weiterführt und Topics in Quantitative Risk Management, das einen Überblick über verschiedene mathematische Aspekte des Risikomanagements gibt. Außerdem hört Mark noch Finance 2, was die Fortsetzung von Finance 1 ist und Themen behandelt, die über FiMa 2 in Ulm hinausgehen. Peter hört zusätzlich Analysis of Mortality Data, was Survival Analysis behandelt. Überdies haben wir die gleichen Teaching Assistantships wie im letzten Term. Diese sind dieses Mal aber weniger aufwändig, da wir für beide ausschließlich korrigieren und Klausuren beaufsichtigen müssen und keine Tutorien oder Office Hours mehr halten müssen. Dafür kommt die Arbeit sehr geballt daher, da wir jeweils nur ein Assignment, einen bzw. zwei Midterms und das Final korrigieren müssen.

Begrüßt wurden wir nach unserer Rückkehr aus dem vergleichsweise warmen Kalifornien von eisig kalten Temperaturen in Waterloo. In den ersten zwei Januarwochen lag die Temperatur beständig unterhalb von -10 Grad, wobei sie einige Tage auch um -20 pendelte. Besonders unangenehm machen es aber nicht nur die tiefen Temperaturen, sondern der starke Wind, durch den es sich nochmals deutlich kälter anfühlt. Die tiefste angezeigte Temperatur waren gefühlte -42 Grad, was wirklich wirklich kalt war.

Dementsprechend bot es sich nicht wirklich an, Ausflüge zu unternehmen und wir nutzten unsere freie Zeit öfters dazu, das Nachtleben von Waterloo genauer zu entdecken. Anfang Februar hatten wir beide kurz nacheinander Geburtstag, was Anlass für eine Hausparty war, die diejenige aus dem vorherigen Term noch zu toppen wusste.

Dann standen auch schon wieder Midterms vor der Tür, drei für Peter und zwei für Mark. Besonders in Erinnerung bleiben wird jener im Fach Topics in Quantitative Risk Management. Hatte doch der Professor eine Woche vorher eine Mail geschrieben, in der er betonte, in einem Graduate Kurs wie diesem ginge es nicht darum, hart Wissen abzufragen, sondern darum, etwas zu lernen. Deshalb würde der Midterm nicht so schwierig und er würde uns davon abraten, viel dafür zu lernen. Was ihn zu dieser Mail bewogen hat, ist uns etwas unklar, denn Fakt ist, dass dieser Midterm deutlich schwieriger war als alle vorherigen und auch deutlich schlechter ausgefallen ist.

Kurz darauf war an der University of Waterloo eine Woche lang Reading Week, in der keine Vorlesungen stattfanden und es erfreulicherweise zumindest für uns auch nichts zu lesen gab. Peter hat dies genutzt, um nach Cancun zu fliegen und von dort 11 Tage hauptsächlich durch Belize zu reisen. Belize grenzt südöstlich an Mexiko an, ist das einzige Land Mittelamerikas, in dem Englisch gesprochen wird, hat nicht mehr Einwohner als Kitchener/Waterloo und ist aufgrund seiner geringen Größe auch in kürzerer Zeit gut zu entdecken. Highlights waren zwei Maya Ruinen und 3 Tage auf einer winzigen Insel, auf der man wunderbar schnorcheln konnte.

Einige Fotos geben hoffentlich einen kleinen Eindruck:

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Mark blieb die Reading Week über größtenteils in Waterloo, um Uni-Aufgaben abzuarbeiten. Ein kurzer Wochenendtrip nach Prince Edward County mit zahlreichen Wein- und einer Schnapsprobe und traumhafter Landschaft sorgte dabei für eine willkommene Abwechslung. Kurz darauf bekam er aber Besuch von zwei deutschen Freunden, Bennet und Janis, und hatte somit auch seine Uni-freie Zeit. Zwei Wochen langt wohnten Bennet und Janis bei uns in CLV (dem Studentenviertel für Masterstudenten in Waterloo). Gemeinsam mit Bennet unternahm Mark einen Roadtrip nach NYC und erkundete dort drei Tage lang vorwiegend Manhattan. Janis konnte diesem Trip krankheitsbedingt leider nicht beiwohnen, was ihn allerdings nicht davon abhielt, den Rest von uns anzustecken. Da Mark nebenbei noch für einen Midterm lernen musste, unternahmen Bennet und Janis einige Trips eigenständig. So sahen sie etwa die Niagara Fälle, Bruce Peninsula oder Point Pelee National Park. Nicht zu vergessen ist auch der St. Patricks Day, an dem gefühlt alle Studenten der Stadt unterwegs sind und feiern.


Zum Abschluss einer tollen Zeit fuhren Mark, Janis und Bennet noch nach Toronto und erkundeten die Stadt, bevor Janis und Bennet wieder die Rückreise nach Deutschland antreten mussten.

Das aktuelle Trimester geht noch bis Mitte April und ab Mai starten wir dann in unseren letzten Term hier in Waterloo. Dann müssen wir unser Research Paper schreiben, das hier eine Masterarbeit ersetzt, und haben hoffentlich wieder wärmeres Wetter. Diese Woche hat es nämlich wieder jeden Tag geschneit.

Soweit viele Grüße aus Waterloo

Mark und Peter

 

Kein Winter-Feeling in San Diego

Auch wenn in San Diego das Zeitgefühl durch das nicht Vorhandensein der Jahreszeiten ein bisschen verloren geht – auch hier sind die Uhren nicht stehen geblieben! Das heißt es ist viel Zeit seit dem letzten Blogeintrag vergangen und es gibt einiges zu berichten.

Wo wir schon beim Thema Wetter sind: In diesem Jahr hatten wir wohl sehr viel Glück mit dem Winterwetter, zumindest im Vergleich zum letzten Jahr. Die durchschnittlichen fünf Regentage in den „Wintermonaten“ wurden nicht erreicht, es gab sogar einige Hitzewellen im Dezember und im Januar mit Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius. Mag man dem amerikanischen Fernsehen glauben, so war das letzte Januarwochenende das heißeste aller Zeiten in Südkalifornien. Das alles bringt natürlich auch seine negativen Seiten mit sich. Wie ihr sicherlich auch mitbekommen habt, wurde die Westküste vor Weihnachten wieder von einer Reihe von Waldbränden heimgesucht. Besonders betroffen war die Region rund um LA. Die Waldbrände haben sich zwar nicht ganz bis nach San Diego ausgebreitet, sie waren jedoch auch nur circa 50 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt. Die Uni verschickte Warnmails an alle Studenten, die vor einer eventuellen Waldbrandgefahr warnten. Einer unserer Professoren, der weiter nördlich von San Diego nahe den Waldbrandgebieten wohnt, hatte sogar ein Teil seines Hab und Guts in seinem Auto verstaut. Doch auch wenn uns besorgte Nachrichten erreichten, uns allen ist nichts passiert!

Trotz der warmen Temperaturen tagsüber kann es Abends doch einmal kälter werden (kalt im Sinne: man sollte die kurze Hose gegen eine lange Hose tauschen). Zum Glück ist der Jacuzzi in unserer Wohnanlage auf 36 Grad beheizt, sodass wir uns hier nach einem langen Unitag öfters noch etwas entspannen konnten. Der Pool und das Meer waren ab November leider nicht mehr so warm.

Wirkliche Weihnachtsstimmung kam im Dezember dank der hohen Temperaturen nicht wirklich auf. Trotzdem gibt es auch hier so etwas wie Weihnachtsfeiern. Der Department Chair Mike hatte das ganze Mathe und Statistik Department und freundlicherweise auch die TAs zu einem Potluck eingeladen. Dabei bringt jeder etwas zu Essen mit, sodass man sich von einem vielseitigen Buffet bedienen konnte. Zudem waren wir mit unseren amerikanischen Kommilitonen auf einer Art Weihnachtsmarkt in San Diegos größtem Park. Mit deutschen Weihnachtsmärkten war dieser aber nicht vergleichbar. Es gab zwar auch Glühwein, jedoch wollte sich die Lust darauf bei deutlich zweistelligen Plusgraden nicht wirklich einstellen.

Die Professoren und Studenten kannten größtenteils das Ulmer Austauschprogramm, sodass wir mit offenen Armen empfangen wurden. So wurden wir auch einmal von Prof. Lutz zum Abendessen eingeladen, der uns die spannende Geschichte des USA Austauschs in San Diego erzählen konnte; unter anderem auch, dass wir inzwischen der dreißigste Jahrgang Ulmer Studenten sind, der in San Diego studiert.

Auch wenn das Leben hier sehr angenehm ist, kommt man natürlich nicht herum, etwas für die Uni zu tun. Hausaufgaben, Midterms und Projekte, die am Ende den Großteil der Endnote ausmachen stehen das ganze Semester an. Das Niveau ist zwar etwas einfacher als wir das von der Uni Ulm gewohnt sind. Durch die Menge an Arbeit ist man aber trotzdem gut ausgelastet. In der final week stehen dann 3 Klausuren innerhalb von ein paar Tagen an. Da man aber wie erwähnt gezwungen ist sich schon während dem Semester mit dem Stoff auseinanderzusetzen, muss man sich längst nicht so lange auf die Klausuren vorbereiten wie in Ulm. In diesem Semester haben wir zwar nur zwei statt drei Vorlesungen, dafür schreiben wir aber fleißig an unserer Masterarbeit, sodass deutlich weniger Freizeit bleibt als im letzten Semester.

Das war es zur allgemeinen Lage in San Diego, nun die einzelnen Berichte:

Marc

Relativ bald nachdem wir uns an der Uni eingelebt hatten, wurden die Strandbesuche etwas weniger, denn die ersten Midterms standen an – sowohl für uns selbst als auch für die Studenten unserer TA Kurse. Max und ich leiteten jeweils zwei Labs für den Kurs Stat 250, einen einführenden Statistikkurs, den hauptsächlich die Erstsemester mit Major in Mathematik, Statistik und Computer Science belegen. Man kann diesen Kurs jedoch nicht mit unseren Statistikkursen vergleichen, die doch sehr theoretisch aufgebaut sind. Hier lernen die Studenten wie sie beispielsweise einfache Tests und Konfidenzintervalle unter Normalverteilungsannahme berechnen. Die ersten 10 Minuten eines 75-minütigen Labs verbringen die Studenten mit einem Quiz, während wir als TAs kontrollieren, ob sie Notizen zu den Videos gemacht haben, die sie zu Hause anschauen müssen (die Vorlesung kann nur online per Video abgerufen werden). Dann wird etwas Stoff wiederholt und Beispielaufgaben gerechnet. Die letzte halbe Stunde unterstützen wir die Studenten beim erledigen ihrer Lab Aufgaben. Da die Klausuren am Computer geschrieben werden und es relativ selten etwas zu korrigieren gibt, nahm die TA Stelle zum Glück nicht zu viel Zeit in Anspruch.

Max und ich hörten auch die gleichen Vorlesungen an der Uni, die allesamt auf die Anwendung mit der Statistiksoftware R ausgerichtet waren. Unsere Kommilitonen waren allesamt schon sehr fit in R, sodass wir hier etwas aufzuholen hatten. Dafür hatten uns unsere theoretischen Vorkenntnisse geholfen, den Stoff schnell zu verstehen.

In diesem Semester höre ich zwei sehr interessante Kurse. In „Bayesian Statistics“ lernten wir zuerst, dass es zwei Arten von Statistikern gibt: die „frequentists“ und die „Bayesians“. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass ein frequentist Daten als zufällig ansieht, die einer festen Verteilung folgen, über die mit Hilfe der Daten Informationen gewonnen werden können. Ein Bayesian sieht seine Daten nicht als zufällig an, dafür aber die Verteilung, die den Daten folgt. Da es das Forschungsthema des Dozenten ist, konnten wir bisher sehr interessante Einblicke gewinnen.

Zudem höre ich mit Ludwig zusammen eine Vorlesung aus dem Mathebereich, Applied Fourier Analysis. Das „Applied“ kam bisher nicht so sehr zum Tragen, was ich aber wenig schlimm finde. Dadurch, dass die anderen Kurse sehr anwendungslastig waren, ist ein theoretischer Kurs eine willkommene Abwechslung.

Wie Max und Ludwig arbeite ich derzeit fleißig an meiner Arbeit im Bereich climate research. Hier entwickle bzw. weiterentwickle ich ein Modell zur Vorhersage von Niederschlagsmengen in den USA. Auch hier programmiere ich viel mit R. Ende April steht dann (hoffentlich!) meine Verteidigung an.

Nun aber wieder zur schönen Seite des Lebens in Südkalifornien: Nach 6-jähriger Abstinenz habe ich Ende letzten Jahres endlich einmal wieder einen Tennisplatz betreten und mit unserer Kommilitonin Marcela öfters gespielt. Dank der ganzjährig warmen Temperaturen kann man die Tennisplätze am Campus ganzjährig nutzen, Abends kann man sogar bei Flutlicht spielen. In diesem Semester nehme ich zwei wöchentliche Tenniskurse, was im Moment eine willkommene Abwechslung zum Stress an der Uni ist.

Zum Reisen: Über Thanksgiving war ich mit Max 9 Tage auf Reise durch Yucatan, mehr dazu in seinem Teil.

Über Weihnachten hatten sich mehr als die Hälfte der diesjährigen Teilnehmer des USA Programms für einen Besuch in San Diego angekündigt. Da Max und Ludwig ausgeflogen waren, hatten wir für 10 Leute Platz in unserer Wohnung. Eines der Highlights war unser Ausflug ins Nachtleben von Tijuana am 23. Dezember. Den Weg über die Grenze zurück schafften zum Glück alle problemlos.

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Der Heiligabend war zwar etwas ungewöhnlich, wird mir aber auf jeden Fall für immer in Erinnerung bleiben. Nachdem ich mit Alex durch die halbe Stadt für Raclette Käse gefahren bin, konnte das Weihnachtsmal beginnen. Wie die Tage zuvor hörten wir dabei Musik, die eher nach dem 17. Deutschen Bundesland klang als nach Weihnachten. Die meisten von uns hatten es wohl vermisst. Wir hatten zwar keine echten Weihnachtsbaum, unserer aus Bierdosen und mit viel Liebe und Mühe gestapelten Bierdosen-Weihnachtsbaum konnte sich aber auch sehen lassen.

Am 1. Weihnachtsfeiertag fuhren wir mit unserem Kleinwagen zum Strand, in den wir zum Glück zu zehnt alle reinpassten (in Deutschland hätte ich hierfür wohl einen Personenbeförderungsschein gebraucht). Auch zwei Tage später waren wir noch einmal am Strand unterwegs, dieses Mal auf der vor San Diego vorgelagerten Insel Coronado. Hier gab es auch eine Schlittschuhbahn im Freien, die wir jedoch nicht ausprobierten.

Nach und nach verabschiedeten sich die Ulmer. Dafür traf ich mich wieder mit Basti und 4 zu Hause gebliebenen Freunden aus Ulm in LA, wo wir unseren 2-wöchigen Roadtrip durch Kalifornien, Nevada und Arizona starteten. Da Basti in seinem Blog aus Normal hierüber schon ausführlich berichtet hat, lasse ich einmal die Bilder für sich sprechen. Die Highlights waren sicherlich die vielen Nationalparks, die wir besucht haben.

Direkt nach dem Roadtrip bin ich noch mit Basti für 5 Tage nach Salt Lake City zum Skifahren geflogen, ein sehr teurer Spaß in den USA übrigens! Es hat sich jedoch sehr gelohnt, wir wurden größtenteils mit traumhaften Wetter und frisch beschneiten Pisten verwöhnt. Am zweiten Tag konnten wir sogar bei Flutlicht bis spät Abends Skifahren.

In den letzten Monaten stehen bei mir noch Reisen nach Florida, Hawaii und Vancouver auf dem Programm, darüber berichte ich dann beim nächsten Mal!

Max

Nachdem Mitte November die letzten Midterms absolviert waren, bot sich die Thanksgiving-break perfekt zum Reisen an, um nochmals erholt in die Finals-Phase zu starten. Da die Nächte im November auch in San Diego etwas kälter wurden und es von Tijuana aus sehr günstige mexikanische Inlandsflüge gibt, entschieden Marc und ich noch etwas weiter in den Süden, auf die Yucatan-Halbinsel zu fliegen. Wir entschieden uns dort ein Auto zu mieten um die Region zu erkunden und mehr als die klassischen Touristenorte wie Cancun oder Playa del Carmen anzufahren.

Die Halbinsel Yucatan bietet alles, was man sich an Kultur, Natur und Klima wünschen kann. Bei etwa 30 Grad sahen wir uns zuerst die Kolonialstädte Merida und Valladolid an. Valladolid ist eine etwas kleinere Kolonialstadt im Landesinneren mit sehr viel Charme. Da wir an einem Feiertag in Valladolid ankamen, konnten wir bei einem großen Festumzug die Freundlichkeit der Mexikaner und die Lebendigkeit der Stadt erfahren. In der Region um Valladolid gibt es sehr viele Cenoten. Sich mit Seilen durch die Aushöhlungen zu schwingen und sich in den tiefblauen, Süßwasser gefüllten Becken zu erfrischen, ist auf jeden Fall ein Erlebnis. In der Region um Valladolid liegt außerdem das Weltkulturerbe Chichen Itza. Die Maya Tempelanlage ist ein Besuch wert, jedoch sollte man sich die Ruinen früh morgens oder abends anschauen um den Besuchermassen aus dem Weg zu gehen. Nach Valladolid machten wir uns auf den Weg zur Süßwasser Lagune Bacalar und erkundeten diese mit gemieteten Kajaks, sicherlich ein Highlight unserer Reise. Die nächsten Tage unserer Reise verbrachten wir an den etwas touristischeren Orten Tulum und Playa del Carmen. Beide Orte haben sehr schöne Strände und in Tulum besichtigten wir eine weitere sehr schöne Maya Tempelanlage direkt an der Küste. Die letzten Tage verbrachten wir auf der Insel Holbox, welche weniger touristisch und sehr gut zu Fuß zu erkunden ist. Während unserer gesamten Reise übernachteten wir in super Hostels und bekamen dadurch einige “Insidertipps“ von andere Reisenden. Von der hohen Kriminalitätsrate in Mexiko haben wir glücklicherweise nichts erlebt, jedoch von der wohl allgegenwärtigen Korruption.

Doch auch dies gehört wohl zu einer kompletten Reise durch Yucatan dazu und würde uns nicht abschrecken direkt wieder nach Yucatan zu reisen.

Nach der Thanksgiving-break stand wieder einiges an Arbeit bis zur Finals-week an. Da Marc und ich im ersten Semester dieselben Kurse wählten und auch als Teaching-Assistant für dieselben Kurse verantwortlich waren, wird etwas mehr über unsere Arbeit und die Kurse berichten.

Als einer der wenigen Ulmer verbrachte ich Weihnachten nicht in San Diego, sondern flog zurück nach Deutschland. Zwar war mein Aufenthalt in Deutschland für eine Woche etwas kurz, aber für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt meine ganze Family und meine Freunde and Weihnachten wieder zu sehen. Nach Weihnachten begleiteten mich meine Eltern und meine Schwester zurück nach San Diego um zusammen in Las Vegas Silvester zu feiern. Las Vegas ist sicherlich eine der verrücktesten Städte der Welt und Silvester dort umso beeindruckender. Das neue Jahr startete ich zusammen mit meinen Eltern und meiner Schwester auf einem Roadtrip durch den Grand Canyon, Zion Nationalpark, Antelope Canyon und Joshua Tree National Park. Eine Wanderung in das Tal des Grand Canyon ist sehr beeindruckend und auch die geführte Tour durch die Schlucht des Antelope Canyon ist faszinierend. Gerade bei Sonnenaufgang ergeben sich im Antelope Canyon verrückte Farb- und Schattenkombinationen. Nach ein paar weiteren schönen Tagen in San Diego und Los Angeles musste ich meine Eltern und meine Schwester leider schon wieder nach Deutschland verabschieden und direkt in das neue Semester starten.

Die meiste Zeit in diesem Semester gehört mit Sicherheit der Masterarbeit. Neben der Masterarbeit gehe ich jeden Freitag zu meinem Wakeboardkurs und surfen am Mission oder Pacific Beach um die Vorteile San Diegos so gut wie möglich auszunutzen.

In meiner Masterarbeit untersuche ich eine Methodik zur Auswertung von Observational Studies mithilfe von Machine Learning Algorithmen. Gerade das Gebiet Machine Learning und Statistical Learning fasziniert mich sehr. Um mich weiter in diesem Gebiet zu vertiefen höre ich in diesem Semester einen Machine Learning Kurs im Computer Science Department. Die SDSU ist sehr anwendungsbezogen verglichen zur Universität Ulm. Diese Mischung aus Theorie in Ulm und Anwendung in San Diego finde ich sehr spannend. Aufgrund meines großen Interesses an Machine Learning und Data Science im Allgemeinen werde ich voraussichtlich das große Angebot der SDSU auf diesem Feld nutzen und meinen Aufenthalt nach Abschluss meines Masters um ein zweimonatiges Forschungspraktikum an der SDSU verlängern. Weitere Informationen hierzu wird es voraussichtlich bei unserem nächsten Blogeintrag geben.

Bis dahin, viele Grüße aus dem sonnigen San Diego!

 

Ludwig

Nachdem Marc und Max schon ausführlich von unserer Zeit hier berichtet haben, möchte auch ich ein wenig berichten, was sich seit unserem letzten Blogeintrag ergeben hat.
Das letzte Semester habe ich erfolgreich beendet und einiges aus meinen Vorlesungen mitnehmen können. Wie Marc schon geschrieben hat, sind die Vorlesungen hier deutlich praxisbezogener und auf Anwendungsmöglichkeiten fokussiert. Dadurch sind auch die Hausaufgaben, die einen Großteil der Endnote ausmachen, deutlich einfacher. Alle Studenten sind sehr engagiert, darauf bedacht, alle Hausaufgaben im Detail zu erledigen und besuchen die Sprechstunden der Professoren häufiger. In diesem Umfeld macht es sehr viel Spaß zu arbeiten und zu lernen und sich intensiv mit verschiedenen Themen zu beschäftigen.

Im Herbst Semester durfte ich in Calculus I als Teaching Assistant Klassen halten und meine Studenten haben das Semester erfolgreich abgeschlossen. In diesem Semester bin ich bei Calculus I geblieben, was meine Arbeitszeit etwas reduziert, weil ich einige der Materialien wiederverwenden kann. Die Erfahrung, die ich im letzten Semester mit meinen Studenten gemacht habe, was gut oder nicht so gut funktioniert hat, kann ich auch direkt wieder anwenden und meinen aktuellen Studenten zugutekommen lassen.

Weihnachtsstimmung ist in San Diego fast gar nicht aufgekommen. Zwar haben viele Familien ihre Häuser mit Weihnachtsdekoration und Lichterketten geschmückt, trotzdem wird die Stimmung bei zweistelligen Temperaturen nicht weihnachtlich, auch nicht, wenn leuchtende Sterne in den Palmen hängen. Umso weihnachtlicher war die Stimmung dann in New York, wo es für mich in der Weihnachtszeit bis Silvester ging. Die Weihnachtsferien habe ich an der Ostküste verbracht, um Urlaub zu machen und etwas von den Staaten zu sehen. Gerade New York war richtig verzaubert, wie etwa am Christbaum am Rockefeller Center. In New York haben wir viele Sehenswürdigkeiten besucht und sind dort bis Silvester geblieben, wo wir das Feuerwerk im Central Park beobachtet haben. Danach ging es nach Boston, das durch seine Struktur und Geschichte mehr an eine kleine europäische Stadt als an eine amerikanische Großstadt erinnert. Die letzte Station unserer Reise war Washington D.C., dem politischen Zentrum der Staaten. Unsere Reise war sehr kalt, trotzdem hat es viel Spaß gemacht, die Städte an der Ostküste zu erkunden und andere Seiten der USA kennenzulernen!

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Im Spring Semester höre ich zusammen mit Marc eine Vorlesung über Fourier Analysis, eine Vorlesung über Survival Analysis und ein Seminar zu professional Development, in dem wir verschiedene Details über das Berufsleben in den USA nach dem Mathestudium lernen. Im Zuge unseres Programms schreiben wir auch eine Masterarbeit, um den Masterabschluss zu erhalten. Da wir nur zwei Semester dafür Zeit haben, aber nebenher Vorlesungen hören und als Teaching Assistants arbeiten, ist dies doch ein anspruchsvoller Zeitplan. Ich schreibe bei den Professoren Blomgren und Gilles darüber, wie man verschiedene Optimierungsalgorithmen verwenden kann, um die Auflösung in Bilder erhöhen kann. In wenigen Wochen darf ich meine Thesis abgeben und in einer öffentlichen Präsentation verteidigen.

Das war’s soweit von mir und auch das Ende unseres Updates aus San Diego. Wir melden uns in einigen Wochen mit Blogeintrag #3 ein letztes Mal aus San Diego.

Neues aus Rolla!

Seit unserem letzten Blogeintrag ist viel Zeit vergangen und wir haben viel erlebt. Nachdem wir uns in der Uni eingelebt hatten, standen im Oktober die üblichen Midterm Prüfungen an. Marcel hatte alle Prüfungen in einer Woche, was ordentlich viel Arbeit und Stress bedeutete, Tobias hatte ein bisschen mehr Glück, da alle Prüfungen recht gut verteilt waren. Nach den Prüfungen sind wir dann mit dem International Students Club nach St. Louis in den „Six Flags“ Freizeitpark gefahren, um ein bisschen Spaß und Ablenkung zu haben. Ist auf jeden Fall eine Reise wert, denn die Fahrgeschäfte sind deutlich verrückter als die in Deutschland und es gibt kaum Achterbahnen ohne Looping.

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Bis zur Thanksgiving Break Ende November waren wir dann wieder viel beschäftigt mit unserem Studium und unserer TA Stelle, weshalb wir uns dann in den Ferien einen wohlverdienten Urlaub gegönnt haben. Wir (Marcel, Tobias und ein gemeinsamer Freund aus Sri Lanka) sind von St. Louis nach Denver (Colorado) geflogen und haben uns dort ein Auto gemietet, mit welchem wir einen Road Trip nach Utah gemacht haben. Unser erster Stopp war im Rocky Mountains Nationalpark, wo es schon ordentlich Schnee hatte (im Vergleich zu Rolla, wo es immer noch angenehm warm war). Danach sind wir auf einem recht schön anzusehenden Highway durch die Rockys nach Utah gefahren. Dort haben wir ein paar Nächte in Moab geschlafen, da diese Stadt sehr günstig liegt. Von dort sind wir dann in den Arches und Canyonlands Nationalpark gefahren und haben dort jeweils einen Tag verbracht. Canyonlands ist nach Meinung von Tobias sogar interessanter als der Grand Canyon. Die Landschaften in beiden Parks sind gigantisch. Auf dem Rückweg, haben wir dann noch hier und dort gehalten und ein paar schöne Highlights angeschaut.  Wir denken, die Bilder sprechen für sich.

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Wieder zurück, hatten wir nur noch 2 Wochen Uni bevor wir wieder Prüfungen schreiben durften. Die Finals Week am MST ist sehr anspruchsvoll, weil man alle Prüfungen und/oder Projekte in einer Woche abzulegen hat. So hatten wir neben unseren Klausuren auch noch die Prüfungen von unseren Studenten zu korrigieren. Der nächste Urlaub war aber schon geplant und lies nicht lange auf sich warten. Wir waren also höchst motiviert, alles schnell hinter uns zu bringen. Nach der Finals Week ging es für Marcel nach Chicago, wo er seine Freundin traf und Tobias ist nach Las Vegas geflogen, wo er sich mit Christian Grimm aus Milwaukee traf.

Tobias

Tobias ist mit einem Freund nach Las Vegas geflogen um sich mit Christian Grimm aus Milwaukee zu treffen. Las Vegas ist eine sehr imposante Stadt, in der es nichts gibt, was es nichts gibt. Ist auf jeden Fall eine Reise wert. Las Vegas ist ein typischer Ausgangspunkt für viele Highlights in der Umgebung, weshalb wir uns nach 2 Tagen ein Auto gemietet haben und nach Flagstaff (Arizona) gefahren sind, von wo aus wir verschieden Tagesausflüge gemacht haben. Wir haben Vulkane, Canyons und Meteoritenkrater gesehen. Am letzten Tag sind wir dann noch in den Grand Canyon gefahren und von da aus wieder zurück nach Las Vegas. Wie oben schon erwähnt, ist der Grand Canyon natürlich ein absolutes Muss, es gibt aber auch interessantere Nationalparks (z.b. Canyonlands).

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IMG_1035.JPGWieder zurück in Las Vegas, haben wir dort noch eine weitere Nacht verbracht, bevor wir am nächsten Tag nach Mexiko geflogen sind. Wir haben ein paar wunderschöne Tage auf der Insel Cozumel verbracht, wo es traumhaft schöne Riffe zum Schnorcheln gibt. Ein wahres Paradies zum Schnorcheln. Es war erstaunlich warm und man konnte ohne Probleme im Meer schwimmen. In Rolla hatte es zu dieser Jahreszeit teilweise – 20°C, weshalb wir recht froh waren in Mexiko zu sein. Falls jemand irgendwann einmal in Cozumel Urlaub macht, mietet euch einen Roller und erkundet die Insel. Es gibt wunderschöne einsame Strände an der Küste entlang. Man kann auch einen Tagesausflug einmal um die Insel machen. Nach ein paar Tagen, sind wir dann weiter nach Playa del Carmen, wo wir uns in dessen Nähe eine Cenote (eine Art unterirdischer See, siehe Bild) im Dschungel angeschaut haben und darin schwimmen waren.

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Von dort aus ging es dann mit dem Bus weiter nach Valladolid im Bundestaat Yucatan. Valladolid bietet eine gute Ausgangslage, um Maya Ruinen zu erkunden. Wenn man schon mal in der Nähe ist, muss man natürlich die Ruinen von Chichén Itza anschauen. Das kann man in weniger als einer Stunde billig mit dem Bus erreichen. Chichén Itza ist eine imposante Maya Stadt, die absolut sehenswert ist und sogar zu den neuen 7 Weltwundern gehört.

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Auf der Yucatan Halbinsel gibt es hunderte Cenoten, weshalb wir uns direkt außerhalb von Valladolid noch 2 davon angeschaut haben (siehe Bilder). Wie bei allen Touristenattraktionen, lohnt es sich immer sehr früh da zu sein. Speziell Chichén Itza ist z.B. ab 11-12 Uhr komplett überlaufen. Außerdem wird es mittags sehr heiß. In den Cenoten waren wir morgens teilweise sogar alleine. Eine weitere Station auf unserer Reise waren die berühmten Maya Ruinen in Tulum, welche direkt am karibischen Meer liegen. Auch das ist absolut empfehlenswert. Glücklicherweise konnte man in unserem Hostel Fahrräder ausleihen, so dass wir flexibel waren und danach auch noch an den Strand konnten. Strände in Tulum sind traumhaft schön.

 

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Christian ist dann von Tulum mit dem Bus nach Guatemala gefahren, wo er sich mit einem Freund getroffen hat. Tobias und sein Freund, mussten sich aber bald auf den Weg Richtung Flughafen machen, weil der Semesteranfang näherkam. Ein letzter Stopp auf dem Weg zum Flughafen in Cancun hatten wir in der Urlaubs- und Partystadt Playa del Carmen gemacht. Hier sind wir noch ein letztes Mal feiern gegangen, bevor unser Flug dann am nächsten Tag wieder nach St Louis ging. In Mexiko kann man günstig und zuverlässig fast überall hin mit dem Bus fahren. Man braucht also nicht zwingendermaßen ein Auto mieten. Allgemein sind das Essen und die Getränke in Mexiko sehr lecker und wir hatten viele einheimische Spezialitäten probiert. Es lohnt sich sehr, speziell nach einheimischen Restaurants und Bar zu suchen/fragen. Alles in allem also ein sehr gelungener Urlaub. Wir hatten eine gute Mischung aus Sehenswürdigkeiten, Kultur und Erholung.

Marcel

Nach einer etwa zehnstündigen Busfahrt ist Marcel in Chicago angekommen, um dort seine Freundin zu treffen. Chicago ist eine wunderschöne Stadt mit toller Skyline, allerdings auch mit sehr kaltem und unbeständigem Wetter. Wir haben dort unter anderem die beiden Aussichtsplattformen 360Grad Chicago und den Willis Tower besichtigt, von denen man eine tolle Aussicht über die Stadt hat. Aufgrund der kürzeren Wartezeit und der etwas besseren Aussicht über den Lake Michigan ist unserer Meinung nach der 360 Grad Tower dem anderen etwas überlegen.

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Von Chicago ging es dann weiter nach Washington, wo wir die üblichen amerikanischen Sehenswürdigkeiten, wie weißes Haus, Kapitol und verschiedene Mahnmale besichtigt haben. Mit dem Bus ging es dann weiter nach New York, wo Weihnachten gefeiert wurde. Bei frostigen Temperaturen hieß es warm anziehen um all die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen: Empire State Building, 9/11 Memorial, Rockefeller Weihnachtsbaum und vieles mehr. Wir haben auch eine Fahrt in die Dyker Heights unternommen, die berühmt sind für ihre Weihnachtsbeleuchtung, die jeder aus dem Fernseher kennt.  Die Stadt ist wirklich sehr schön, allerdings darf man natürlich mit Menschenmassen keine Probleme haben.

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Von dort ging es dann weiter nach Miami. Bei einem Ausflug haben wir den Everglades Nationalpark besucht, wo man mit dem Fahrrad einen etwa 20km langen Weg entlangfahren kann, an dessen Rand dann unzählige Alligatoren ihren Mittag in der Sonne genießen. Mit viel Glück kann man auch andere Tiere sehen, so konnten wir z.B. eine Schlange beim Überqueren des Weges verfolgen.

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In Miami hatten wir dann einige Tage am Strand verbracht und haben das neue Jahr bei einem kostenlosen Pitbull Konzert begrüßt.

Im neuen Jahr sind wir dann noch nach Costa Rica geflogen und haben dort eine Rundreise mit dem Mietwagen unternommen. Die erste Station war La Fortuna, welches berühmt ist für den schönen Vulkan Arenal.  Leider hatten wir das Glück nicht auf unserer Seite, sodass wir während unseres Aufenthalts nur Wolken, aber keinen Vulkan sehen konnten. Von dort ging es auf einer sehr abenteuerlichen Straße weiter nach Monteverde in die Berge. Dort haben wir uns dann von Hängebrücken aus den Nebelwald angeschaut, sind mit der Zipline darüber geflogen und haben weitere Wanderungen unternommen. Der letzte Stopp war dann in Quepos, wo wir neben der Besichtigung des Manuel Antonio Nationalparks die letzten Tage am Strand genossen haben. Obwohl wir natürlich nur einen kleinen Teil des Landes gesehen haben, kann man sagen, dass Costa Rica ein sehr schönes Land, das vor allem durch seine vielen Naturschutzgebiete und Wälder beeindruckt.

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Kaum wieder in Rolla angekommen, war es immer noch frostig kalt und der erste Tag im Semester wurde direkt wegen zu niedriger Temperaturen (-17°C, gefühlt -28°C mit wind chill) abgesagt. Die Leute aus Milwaukee oder Waterloo lachen wahrscheinlich darüber. Unserer Meinung nach war es auch nicht unbedingt notwendig, die Uni deswegen zu schließen. Im zweiten Semester, haben wir dann jeweils nur eine Vorlesung und ein Seminar, weil wir auch noch unsere Masterthesis schreiben müssen. Diese müssen wir bis spätestens Anfang April fertig haben, da es in amerikanischen Uni viel zu viele Deadlines gibt. Das heißt natürlich wieder viel Arbeit und Stress. Dieses Semester haben wir glücklicherweise einen entspannteren TA Job. Wir müssen nur 3 mal 50 Minuten pro Woche (anstatt 5 mal pro Woche, wie letztes Semester) unterrichten. Zudem müssen wir keine Vorlesung halten, sondern „Labs“ (eine Art Tutorium) betreuen. Da es sich wieder um die Vorlesung College Algebra handelt, sparen wir uns natürlich viel Vorbereitungszeit.

Das erste Semester in Normal und die Winterbreak

Nach den ersten gemütlichen Wochen und unserem Wochenendtrip nach St. Louis, hatten wir in unseren drei Vorlesungen über das Semester verteilt jeweils drei oder vier Klausuren. Zusammen mit unserer Teaching Assistant Stelle und einem Projekt zum Ende des Semesters waren wir daher immer gut beschäftigt. Dennoch konnten wir einige Wochenenden und die Thanksgiving Break nutzen, um Land und Leute besser kennen zu lernen. Tanja war mit Besuch aus Deutschland über die Thanksgiving Break in Chicago und New York. Image-134

Anja und Bastian haben einen Roadtrip in Kentucky und Tennesee gemacht, um in Memphis Blues und Elvis Presley’s Musik sowie in Nashville Countrymusik zu hören. Nach einem Besuch im Mammoth Cave National Park haben wir Thanksgiving bei Freunden in Chicago verbracht.

Nach dem Semester haben wir die Winterbreak genutzt, um auch weitere Regionen der Vereinigten Staaten von Amerika kennen zu lernen.

Reisen in der Winterbreak

Anja und Tanja

Da wir zunächst nicht abschätzen konnten bis wann wir Klausuren schreiben müssen, haben wir uns dazu entschieden unsere Reise über die Winterbreak spontan zu buchen. Wir waren über Weihnachten mit einigen anderen Ulmern in San Diego verabredet, ansonsten war noch nichts geplant. Als dann die letzte Klausur geschrieben war, haben wir günstige Flüge nach Las Vegas gefunden und dort unsere Reise begonnen.

Las Vegas ist eine sehr beeindruckende Stadt, die uns sehr gefallen hat. Wir haben die verschiedenen Hotels besichtigt, das sehr zu empfehlende Buffet im Paris Hotel gegessen und die Blue Man Group angesehen.

Von Las Vegas aus haben wir dann eine 2-tägige Bustour zum Grand Canyon National Park unternommen. Am Canyon haben wir vom Southrim aus den Sonnenuntergang beobachtet, bevor wir unsere Unterkunft im Nationalpark bezogen haben. Am zweiten Tag sind wir bereits früh aufgebrochen, um auch den Sonnenaufgang zu sehen. Schließlich haben wir auch die Gelegenheit genutzt ein Stück in den Canyon hinein zu wandern.

Nachdem wir vom Grand Canyon zurückgekehrt sind, hatten wir noch eine Übernachtung und anschließend einen Tag in Las Vegas. Diesen haben wir genutzt um uns Downdown Las Vegas anzusehen, das Neon Museum zu besuchen und ein wenig im Casino zu spielen. Das Neon Museum hat uns besonders gut gefallen. Dort waren historische Neon Schilder aus Las Vegas ausgestellt zu denen die Museumsführerin sehr interessante Geschichten erzählen konnte.

Anschließend sind wir über Nacht mit dem Bus nach Los Angeles gefahren. Wir hatten Glück, dass wir trotz unserer frühen Ankunft im Hostel schon die Gemeinschaftsräume nutzen konnten und sogar Frühstück bekommen haben. Nachdem wir uns ein wenig von der langen Nacht erholt hatten, sind wir dann noch zum Venice Beach gefahren.

 

Den nächsten Tag haben wir komplett in den Universal Studios verbracht. Die Hauptattraktion war natürlich die Studiotour. Hier fährt man ca. 45 Minuten in kleinen Trams an Original-Filmsets vorbei, unter anderem von Jurassic Park, Desperate Housewives und Fast and the Furious. Zusätzlich wurden in die Tour auch einige Actionsets integriert. Zum Beispiel wurde ein Erdbeben der Stärke 8.3 simuliert. Die Tour war allerdings nicht das einzige lohnenswerte in den Universalstudios. Neben Harry Potter World, haben uns auch besonders die angebotenen Shows interessiert. Neben der Stuntshow “WaterWorld”, die als eine der Besten der Welt gilt, gab es die Tiershow “Universal’s Animal Actors”, wo verschiedene Filmtiere vorgestellt wurden und die Show “Special Effects Stage”, bei der verschiedene Spezialeffekte, die in Filmen verwendet werden, vorgeführt und erklärt wurden. Eines der Highlights war die Lichtershow “The Magic of Christmas at Hogwarts” am Hogwarts-Schloss, als es dunkel war. Es war sehr beeindruckend, was man mit Licht alles erzeugen kann und so etwas in der Art hatten wir vorher noch nie gesehen. Den darauffolgenden Tag haben wir vor allem Hollywood gewidmet. Wir sind zunächst zu einem Einkaufszentrum gefahren von wo aus man das Hollywood Schild sehen kann. Anschließend haben wir das Hollywood Museum besucht und sind den Walk of Fame abgelaufen. Außerdem haben wir noch ein sehr gutes Vietnamesisches Restaurant entdeckt.

An unserem letzten Tag in Los Angeles haben wir uns dann noch die Warner Brother’s Studios angesehen. Die Tour dort hat uns besonders gut gefallen. Wir sind mit einem kleinen Wagen umhergefahren. Zwischenzeitlich sind wir ausgestiegen und haben Filmsets zu Fuß erkundet. Neben der berühmten Hennesy Street, die unter anderem aus Spider-Man bekannt ist, haben wir gesehen wo ein Teil von Jurassic Park gedreht wurde. Zudem sind wir in zwei Soundstages hineingegangen: Stage 25, wo derzeit „The Big Bang Theory“ gedreht wird und Stage 11, hier wird derzeit „Lucifer“ gedreht. Leider durfte man in den Soundstages keine Fotos machen. Zusätzlich haben wir im Rahmen der Tour eine Harry Potter Ausstellung besucht. Hier haben wir uns vom sprechenden Hut sagen lassen in welches Haus wir gehören (wir waren beide Gryffindor). Auch eine Ausstellung verschiedener Batmobiles und eine Ausstellung von Comicheften und Comicfiguren gehörten zur Tour. Abschließend gab es noch eine Art Museum, wo man lernen konnte was alles an Vorbereitung für einen Film notwendig ist. Außerdem konnte man vor einem Green Screen mit einem Besen durch die Harry Potter Welt fliegen. Insgesamt ging die Tour ca. 3 Stunden.

Von Los Angeles sind wir dann nach San Diego gefahren, um Weihnachten zu feiern.

Nach unseren weihnachtlichen Festivitäten, sind wir mit dem Zug entlang der kalifornischen Küste nach Santa Barbara gefahren, wo wir für einen Tag die Sonne am Strand genossen haben, bevor wir ins etwas kältere San Francisco weitergereist sind. In San Francisco haben wir den Warf und den Pier 39 besichtigt, wo wir uns mit Clam Chowder im Brot gestärkt haben. Für unseren Ausflug zu dem nahegelegenen Muir Woods National Monument haben wir die Golden Gate Bridge überquert. Bei unserer anschließenden Wanderung durch den Wald, der für seine riesigen Sequoia Bäume bekannt ist, fühlten wir uns ziemlich klein. Zurück in San Francisco haben wir die Lombard Street besichtigt, die für ihre vielen engen Kurven bekannt ist. Nach diesem anstrengenden Tag mussten wir uns selbstverständlich noch mit einem Hot Chocolat Fudge Eisbecher von Giradellis belohnen.

Am folgenden Tag haben wir den Coit Tower in San Francisco bestiegen, um die Aussicht über die Stadt zu genießen, und sind mit dem Boot zur nahegelegen Insel Alcatraz gefahren.

Schließlich haben wir den Silvesterabend in einer Ulmer Runde am Wasser verbracht und das imposante Feuerwerk bestaunt.

Nach nur wenigen Stunden Schlaf sind wir zum Flughafen gefahren, wo sich unsere Wege getrennt haben. Tanja ist zurück nach Normal um ihren Koffer für Island umzupacken. Dort hat sie eine zehntägige Rundreise gemacht.

Anja ist noch weiter Richtung Norden nach Seattle. Die Stadt besticht durch ihre tolle Lage zwischen Meer und Bergen, die zu Spaziergängen oder einem Ausflug mit der Fähre einlädt. Und bietet mit tollen Museen wie dem MoPOP auch Entertainment für Regentage. Anschließend hat Anja noch einige Tage in Portland verbracht, wo sie den Vibe der Stadt aufgenommen hat.

 Bastian

Bevor ich mit meiner vier wöchigen Urlaubsreise begonnen habe, bin ich noch bei einem Kommilitonen in Chicago zu Besuch gewesen. Mein erstes Reiseziel war Denver, Colorado. Von dort aus habe ich eine fünf tägige Rundreise gemacht und bin im Arches Nationalpark bei Moabit in Utah, im Colorado National Monument bei Grand Junction, bei den Hanging Lakes bei Glenwood Springs, im Garden of the Gods bei Colorado Springs und im Rocky Mountain National Park  gewandert. Bevor ich weiter nach Los Angeles geflogen bin, habe ich noch einen Abend in Denver verbracht.

Am nächsten Tag bin ich dann an der Küste entlang mit der Eisenbahn von Los Angeles nach San Diego gefahren, wo mich Marc mit seinem mächtigen Pick-Up abgeholt hat. Dort bin ich schon etwas früher als die meisten anderen Ulmer USA Fahrer angekommen und habe mich schon mal mit dem Pool vertraut machen können. Gemeinsam mit den anderen Ulmer USA Fahrern haben wir dort Heilig Abend gefeiert (mehr später).

Am ersten Weihnachtsfeiertag habe ich San Diego schon wieder verlassen, um einige Tage mit meinem Onkel und meiner Cousine in LA zu verbringen. Unter anderem haben wir das LACMA (Los Angeles Country Museum of Art) besucht und waren am Strand.

Am 28. Dezember sind schließlich vier Ulmer Kommilitonen aus Deutschland und Marc aus San Diego in LA eingetroffen, mit denen ich die nächsten zwei Wochen einen Roadtrip in Kalifornien, Nevada, Utah und Arizona gemacht habe. In LA sind wir den Hollywood Boulevard entlang und zum Hollywood Sign gelaufen, haben den Anaheim Ducks beim Eishockey spielen zugeschaut, sind zum Santa Monica Beach gefahren und waren in den Warner Brothers Studios.

Zu Silvester sind wir über Santa Barbara weiter nach San Francisco gefahren und haben dort gemeinsam mit Anja und Tanja auf das neue Jahr angestoßen. Unbenannt

Weiter ging es über den Yosemite Nationalpark, Sequoia Nationalpark und Death Valley nach Las Vegas. Dort sind wir den Las Vegas Strip abgelaufen und haben uns auch im Glücksspiel probiert.

Danach ging es über den Bryce Canyon Nationalpark und den Horseshoe Bend zum Antelope Canyon. Anschließend sind wir einen Tag am South Rim des Grand Canyon wandern gewesen. Auf dem Rückweg nach San Diego haben wir noch einen Stopp im Red Rock State Park und in Phoenix, Arizona gemacht.

 

Von San Diego ging es für die Ulmer zurück nach Deutschland, wohingegen Marc und ich weiter nach Salt Lake City geflogen sind. Dort konnten wir in verschiedenen Skigebieten mit bestem Powdersnow und Sonnenschein Ski fahren. Nach vier Tagen Ski fahren, ging es schließlich für Marc nach San Diego und für mich nach Normal zurück.  20180113_094947

Weihnachten in San Diego

Gemeinsam mit weiteren Ulmer USA-Fahrern haben wir über Weihnachten ein paar Tage in San Diego verbracht. Nachdem über drei Tage verteilt alle angekommen sind, konnten wir zusammen über die mexikanische Grenze fahren, um in Tijuana in den 24. Dezember hinein zu feiern. Am Heilig Abend haben wir den Tag im Pool genossen und abends Raclette gegessen. Anschließend gab es in Marcs Wohnung eine kleine Weihnachtsfeier bei deutscher Musik und amerikanischem Dosenbier und am 25. sind wir zum Strand gefahren. Vielen Dank an den Gastgeber Marc, der diese schöne gemeinsame Weihnachtsfeier ermöglicht hat.

Zweites Semester in Normal

Das neue Semester begann an einem Dienstag, da der Montag Martin Luther King Junior Day und damit Feiertag war.  Dieses Semester besuchen wir die Stochastik Vorlesung „Applied Stochastic Processes“, sowie die zwei Vorlesungen „Actuarial Models III“ und „Application of Actuarial Principles“ aus dem Bereich der Aktuarwissenschaften. Anja und Tanja sind wieder Teaching Assistants für die Vorlesung „College Algebra“. Bastian ist Teaching Assistant für die Vorlesung „Finite Mathematics“ und unterstützt Dr. Ostaszewski bei dessen Online Aktuarkursen.

Die ersten beiden Wochenenden haben wir sofort genutzt um eine Tagesreise nach Springfield, der Hauptstadt von Illinois, zu machen und um im Starved Rock State Park einige Wasserfälle anzuschauen und in dessen Canyons zu wandern.

Viele Grüße aus Normal,

Anja, Tanja und Bastian