Sunny San Diego!

Last but not least – wie immer, das Beste kommt zum Schluss: San Diego!

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Studieren im Sonnenschein unter Palmen: unser Campus

Wir zwei, Anja und Stefan, haben die Ehre die erste Blog-Runde der Ulmer USA-Studenten abzurunden. Während mittlerweile also schon der erste Advent in der Tür steht und ihr die winterliche Jahreszeit zu Hause genießt, bekommt ihr von uns ein paar Eindrücke aus dem Golden State California und America’s Finest City San Diego! Bereits Mitte August sind wir zwei in San Diego angekommen, es gibt also viel zu berichten! San Diego ist mit rund 1.4 Millionen Einwohnern die achtgrößte Stadt der USA, mit einer großen Auswahl an wunderschönen Stränden, ausgeprägter Surferkultur, leckerem Craft-Beer und unschlagbarem Wetter! Ihr seht schon wir sind deeply in love with San Diego, oft fühlt es sich hier ein bisschen wie Urlaub an.

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SDSU und Aztecs for life: Anja und Stefan

Ganz ähnlich wie bei unseren Ulmer USA Freunden hatten wir am Anfang natürlich auch viel zu organisieren: Handyverträge abschließen, Internet einrichten, Bankkonto eröffnen, Fahrräder richten, Social Security Number beantragen, Auto anmelden, sich an der Uni vorstellen und zurechtfinden, und alle möglichen bürokratischen Hindernisse überwinden, die man sich so vorstellen kann… Allerdings hatten wir sehr viel Unterstützung von unseren Ulmer Vorgängern Lars und Flo, die uns schon im Vorfeld sehr viel Organisation abgenommen haben. Wir konnten problemlos von den beiden ihre Wohnung samt Inventar übernehmen, sowie zwei Fahrräder und unser kleines schnuckliges Auto. Wenn dann bei der Ankunft noch ein Kühlschrank voller Bier auf einen wartet, was will man mehr?

Wir wohnen in einer schönen Appartement-Anlage in der Nähe des Campus, sodass wir mit dem Fahrrad hinauf zur Uni strampeln können. Mit großem Wohn- und Esszimmer mit Sofa und genügend Platz für Besuch, einer gut ausgestatteten Küche, zwei Balkons und zwei Schlafzimmern mit jeweils eigenem Bad, fühlen wir uns hier pudelwohl. Pool und Whirlpool machen das Ganze dann noch perfekt!

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Pool und Whirlpool

Wie schon erwähnt haben wir von Flo und Lars deren Auto übernommen: Gary ist ein stattlich weiß glänzender Ford Expedition mit 9 Sitzen und einem schnurrenden 8-Zylinder Motor. Wir haben gleich eine innige Beziehung mit ihm aufgebaut und er war bisher sehr zuverlässig. Seine einzige Macke: er ist ein kleiner Schluckspecht! Allerdings ist sein Konsum bei amerikanischen Preisen durchaus bezahlbar.
Wir würden auch auf jeden Fall empfehlen sich hier ein Auto zuzulegen, das ist es defintiv wert! Die öffentlichen Verkehrsmittel kann man in San Diego (und in großen Teilen der ganzen Westküste) schlichtweg vergessen. Die beste Option, wenn man nicht selbst das Auto nehmen will, sind Uber und Lyft…

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Unser Auto

Womit wir vielleicht auch mal kurz die Kosten in San Diego und an der San Diego State University (SDSU) ansprechen wollen, das war nämlich bei unseren Vorbereitungen auf San Diego eines der Hot Topics: Ja, San Diego ist teuer und ja, man muss das gut planen und braucht am Anfang ein bisschen Startkapital. Alles in allem würden wir aber sagen, dass man sich San Diego auf jeden Fall leisten kann, durch die Stelle als Teaching Assistant wird man gut bezahlt und kommt gut über die Runden. Die Zeit hier ist definitiv jeden Penny wert!
Als zusätzliche Finanzierung haben wir beide noch ein Stipendium, das einem das Leben hier ein bisschen einfacher macht. Dafür muss man sich gegebenenfalls eben schon frühzeitig umschauen!

Jetzt aber endlich mal zu den wichtigen Dingen des Lebens: unser Alltag an der San Diego State University!

Anja ist im Studiengang Applied Mathematics eingeschrieben und Stefan hat von applied math ziemlich schnell und problemlos auf Statistics gewechselt (wenn man weiß, dass man hauptsächlich Statistik-Kurse belegen will, ist es sinnvoll, sich gleich beim Bewerbungsprozess dafür einzuschreiben). Außerdem haben wir beide einen Advisor (einen Prof) an der Uni, der uns mit Tipps zur Kurswahl und Research-Möglichkeiten versorgt und sich auch um die Anrechnung der Kurse aus Ulm kümmert (insgesamt 3 Stück). Der Research-Part ist mit Sicherheit etwas Besonderes im Ulmer USA-Programm: wir müssen hier in San Diego nämlich eine Masterarbeit schreiben, um den amerikanischen Abschluss zu bekommen. Wir finden das beide eigentlich recht gut, da man so nicht nur einfach zwei Semester vor sich hin studiert, sondern wirklich an Themen arbeiten kann, die einen interessieren! Außerdem haben wir einen Platz im Climate Research Office bekommen: ein schönes großes Büro, das wir meistens ganz romantisch nur für uns zwei haben.

Als Teaching Assistants sind wir für Calculus III angestellt, allerdings bei unterschiedlichen Professoren. Calc 3 behandelt multidimensionale Analysis, vergleichbar mit Analysis II in Ulm aber eigentlich auch wieder nicht, da hier alles sehr viel angewandter ist und die meisten unserer Studenten sowieso Ingenieure sind. Jeder von uns hält in der Woche jeweils 4 einstündige Problem Sections, vergleichbar mit Tutorien in Ulm, allerdings etwas interaktiver. Zusätzlich helfen wir 4 Stunden im Mathematical Learning Center, wo Studenten vorbeikommen können und Fragen stellen können, ähnlich wie das MathLab in Ulm. Ansonsten müssen wir natürlich auch noch Midterms und Finals korrigieren, sodass wir insgesamt schon auf 12-15 Stunden Arbeit pro Woche kommen. Aber uns beiden macht die Lehre insgesamt sehr viel Spaß!

Da wir beide in unterschiedlichen Studiengängen sind, ist auch unsere Kurswahl sehr unterschiedlich.

Anja
Ich höre die Vorlesungen High Performance Computing, Advanced Computational Optimization und Functions of a Complex Variable. Bei allen Vorlesungen steht die Anwendung im Vordergrund, weshalb, verglichen zu Ulm, die Theorie manchmal leider etwas zu kurz kommt. Da man allerdings jede Woche zahlreiche Skripte in verschiedenen Programmiersprachen schreiben muss, kann man spätestens hier seine Programmierkenntnisse auf Vordermann bringen und nach dem Jahr können wir wohl auch wieder Rechnen wie die Weltmeister! Alles in allem bin ich jedoch besonders froh ein interessantes Research-Thema bei einem tollen Betreuer im Bereich der Numerik gefunden zu haben. Zwischen den zahlreichen Midterms und Hausaufgaben, die von Woche zu Woche absolviert werden müssen (ja, alles zählt in die Endnote!) ist das eine tolle Gelegenheit mehr theoretische Inhalte zu Gesicht zu bekommen und die Mathematik, wie sie in Ulm gelebt wird, weiterleben zu lassen.

Stefan
Ich habe mir die Vorlesungen R Programming & Computer Science; Data Analysis sowie Statistical Communication herausgesucht und bin damit auch bisher recht zufrieden. Genauso wie bei Anja steht auch bei mir eher die Anwendung im Vordergrund, ich arbeite viel mit Datensätzen und meine R-Kenntnisse sind mittlerweile weltmeisterlich! Meine Masterarbeit schreibe ich im Climate Research Bereich.

Ihr seht also der Workload ist auch hier in San Diego ähnlich hoch wie bei den anderen Ulmern.

Das Ulmer USA-Programm hat hier in San Diego schon eine lange Tradition, was man unter anderem im Mathe-Department an der Ahnenwand unserer Ulmer TA-Vorgänger erkennt. Außerdem werden wir Ulm students auch hin und wieder von Professoren privat eingeladen. Don und Margaret Lutz sind langjährige Freunde der Generationen von Ulm students, sodass wir schon zweimal bei ihnen zum Dinner eingeladen waren und sehr kurzweilige Abende miteinander verbracht haben. Don war zuvor in Milwaukee und Syracuse und ist sozusagen ein Gründervater des Ulmer USA-Programms! Außerdem haben wir mit Anjas Advisor Joe Mahaffy und seiner Frau Leslie einen Tide-Pooling Ausflug an den Strand unternommen. Wirklich genial was man dabei alles entdeckt!

Neben Studium ist hier auf dem Campus vor allem auch Sport ein wesentlicher Bestandteil. Ob man sich selbst im gigantischen Fitnessstudio auspowert oder mit voller Power eine unserer Uni-Mannschaften anfeuert, Sport muss sein! Als echte Aztecs waren wir natürlich schon sowohl bei Football- als auch Basketballspielen dabei. Während Anja als leidenschaftliche Fußballerin das Women’s Soccer Team mit anfeuerte, ist Stefan als Posaunist bei der Pep-Band aufgenommen worden, die bei den Basketballspielen einheizt. Perfekte Gelegenheiten, um Leute hier in San Diego kennenzulernen!

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„I believe that we will win!“ Youtube

Auch wenn wir mit Arbeit an der Uni bestens ausgelastet sind, nehmen wir uns natürlich genügend Zeit, um San Diego trotzdem ausgiebig zu genießen und Land und Leute kennenzulernen. Schon allein San Diego hat mehr zu bieten als wir tatsächlich Zeit haben: ob lokale Ausflüge zum Relaxen oder Joggen an einen der vielen Strände, Stand-Up Paddling, der traumhafte Balboa-Park, der gigantische San Diego Zoo, Hiking-Trips in der Umgebung oder einfach auch nur mexikanischer Flair mit Taco Tuesday und Thirsty Thursday – uns wird es hier bestimmt nicht langweilig!

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Natürlich haben wir auch schon ein paar größere Trips unternommen.
Stefan hat Wochenendtrips nach Chicago, Tijuana in Mexiko und zum Campen in die Anza-Borrego Desert unternommen. Für die Zeit über Thanksgiving ging es mit den Normal Guys aus Illinois an die East Coast: Washington DC, Philadelphia und New York! Unglaublich wie viele verschiedene Gesichter man dabei von den USA kennenlernt!

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Anja hat dagegen die Thanksgiving-Woche genutzt, um die Westküste zu erkunden. So ging es zuerst die ganze Strecke hoch nach San Francisco und von dort die Scenic Route 1 entlang zurück nach San Diego mit Zwischenstopps in Monterey, Big Sur, San Louis Obispo, Santa Barbara und Los Angeles. Und natürlich darf nach den Präsidentschaftswahlen auch ein Foto mit Donald Trump auf dem Walk of Fame nicht fehlen!

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Ihr seht also, trotz viel Arbeit an der Uni kann man hier in San Diego durchaus den American Dream leben! Und damit sonnige Grüße aus dem sunny San Diego!

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Christmas is coming soon!

Anja und Stefan

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Grüße aus dem hohen Norden

Nun ist es auch für uns beide (Florian und Thorsten) an der Zeit, uns mal aus dem schönen Waterloo zu melden. Wir haben uns soweit problemlos in unserer neuen Umgebung eingelebt. Wir wohnen zusammen in einem Reihenhaus, das zu einer Art Studentensiedlung gehört, ziemlich groß ist und angenehm im Grünen liegt.

Die mannigfaltigen Haushaltsgeräte, die uns unsere Vorgänger Karen und Erik dankenswerter Weise überlassen haben, haben uns Zeit und Kosten für deren Neuerschaffung erspart. Unsere Wohnung ist etwa einen Kilometer von der Uni entfernt, sodass diese wahlweise zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Fahrrad problemlos zu erreichen ist, wobei wir uns bisher meistens für das letztere entschieden haben.

Was das Wetter angeht, ist es bisher noch gut erträglich. Nachts haben wir gelegentlich schon Minusgrade, aber es ist fast immer sonnig und regnet so gut wie nie. Die ersten paar Wochen nach unserer Ankunft war sogar noch T-Shirt-Wetter. Früher oder später wird uns aber wohl der harte Winter Kanadas gegenüberstehen und das mit dem Fahrradfahren könnte sich dann etwas schwieriger gestalten. Glaubt man den kanadischen Einwohnern hier, so wird der diesjährige Winter ziemlich brutal nachdem er letztes Jahr recht mild war. Da kommt Freude auf😀

Angefangen hat unsere Reise Ende August als wir von Frankfurt aus nach Toronto geflogen sind. Da wir noch ein paar Tage frei hatten bevor das erste Semester losging, haben wir uns dann dort erst mal noch vier Tage aufgehalten. Toronto hat eine ganze Menge zu bieten, vom CN Tower, der eine Zeit lang das höchste Gebäude der Welt war, (und anderen sehr hohen Gebäuden) über das Ontario Museum, das riesig ist und für eine Vielzahl von Interessengebieten etwas zu bieten hat bis hin zu einer ganzen Menge schöner Parks und Grünanlagen. Selbstverständlich haben wir auch einen Ausflug auf die Toronto Islands unternommen, von denen man eine grandiose Sicht auf die Skyline der Stadt hat.

Außerdem waren wir in der Zwischenzeit schon mit einem von der Uni organisierten Ausflug bei den Niagarafällen, die nur ungefähr anderthalb Stunden entfernt sind und daher für jeden Studenten an unserer Uni Pflichtprogramm sind. Das Highlight dieses Ausflugs war eine Bootsfahrt mit dem „Hornblower“, die direkt an den Fuß der Wasserfälle führte. Wir haben uns dort auch mit Sabrina und Marius getroffen, die dort mit einigen amerikanischen Freunden aus Syracuse unterwegs waren.

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Die freie Zeit, die uns durch den Thanksgiving-Feiertag Anfang Oktober gegeben wurde, nutzten wir um mit drei Freunden aus Waterloo einen Städtetrip nach Montreal zu unternehmen. Uns hat auch diese Stadt sehr gut gefallen, die besonders durch ihren französischen Flair und das berühmte Nachtleben eine willkommene Abwechslung bereithielt.

Ebenfalls im Oktober besuchten wir das Oktoberfest in Kitchener, einer Nachbarstadt von Waterloo. Es wird gesagt, dass es das größte Oktoberfest außerhalb von Deutschland ist. Leider mussten wir feststellen, dass es nur eine mittelmäßige Kopie ist, was uns aber nicht davon abhielt mit einigen Freunden jede Menge Spaß dort zu haben.

Über Weihnachten planen wir, uns bei Viet, Albert und Constantin in Milwaukee einzufinden, um ein paar schöne Feiertage mit den alten Freunden zu erleben.

Nun aber zum Ernst des Lebens, dem universitären Alltag. Thorsten belegt wie viele unserer Vorgänger das Master-Programm in Aktuarwissenschaften. Für das erste Semester hat er sich vorgenommen drei Kurse zu absolvieren, die er aus einem riesigen Pool an diversen versicherungswissenschaftlichen und statistischen Vorlesungen ausgewählt hat. Da es in jedem dieser Kurse regelmäßig Übungsblätter gibt und ab und zu er auch eine Zwischenklausur oder ein Projekt zu erledigen hat, wurde ihm bisher auf keinen Fall langweilig unter dem Semester. Des Weiteren hat er eine Teaching Assistant (TA) Stelle inne, deren Aufgaben und Pflichten darin bestehen bei der Gestaltung zweier Bachelorkurse mitzuhelfen. Im Konkreten sind das verschiedenste Aufgaben, wie zum Beispiel Klausuren zu korrigieren und zu beaufsichtigen, Office Hours zu halten oder andere Korrektoren zu organisieren.

Florian dagegen hat eine Extrawurst, er belegt einen Master im Department für Kombinatorik und Optimierung. Auch in diesem Bereich ist die Uni Waterloo sehr gut aufgestellt, dementsprechend groß ist das Angebot an Kursen und Seminaren. Florian hört im Moment drei Vorlesungen im Bereich kombinatorische Optimierung und Graphentheorie, die alle ziemlich anspruchsvoll und arbeitsaufwendig sind. Er hat ebenfalls eine TA Stelle, die auch Arbeit mit sich bringt, deren Umfang aber im Vergleich zu Thorstens Aufgaben gut erträglich ist.

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Viele Grüße aus dem schönen Waterloo von Thorsten und Florian

Missouri S&T – Miners Dig Deeper

Hallo zusammen,

diese Woche darf ich (Thomas) Euch von meinen Eindrücken und Erlebnissen meiner ersten drei Monate in dem „Herzen“ Amerikas, dem sogenannten American Midwest, um noch etwas genauer zu sein, in Rolla (Missouri) berichten.

Schon am 3. August ging für mich das Abenteuer Auslandsjahr Amerika los und selbst die Reise von Deutschland nach Rolla, mein neues zu Hause für das kommende Jahr, war schon ein kleines Abenteuer. Letztendlich bin ich jedoch nach rund  26 Stunden und Zwischenstationen in Las Vegas und St. Louis gut mit dem Greyhound Bus in Rolla angekommen. Auf mich wartete ein sehr schönes, kleines, möbliertes Haus, indem man sich sehr wohlfühlen kann – vielen Dank hier nochmal an Larissa, die mir dabei sehr geholfen hat. Übrigens es ist nur 10 Minuten zu Fuß von dem Campus entfernt, was natürlich sehr praktisch ist.

In den ersten Tagen stand dann erstmal auf dem Plan lebensfähig zu werden, zum Beispiel Strom, Wasser, Internet zu beantragen, ein Bankkonto einzurichten, eine amerikanische SIM-Karte zu besorgen, meinen neuen Mitbewohner kennen zu lernen und vieles mehr. Dann ging es jedoch auch schnell mit Veranstaltungen an der Uni los. Es standen mehrere Orientations auf dem Plan, bei denen ich natürlich versucht habe so viele Kontakte wie möglich zu schließen. Außerdem muss man an der Missouri S&T noch einen kleinen Sprachtest und einen einwöchigen Workshop bestehen, damit man als Teaching Assistant arbeiten darf. Bei dem Workshop war ich übrigens der einzige Europäer aus mehr als 150 Teilnehmern. Den für den Workshop verantwortlichen Leuten sind wir Ulmer wohlbekannt und genießen einen sehr guten Ruf. An der Missouri S&T wird generell richtig viel Wert auf „teaching“ gelegt, denn jeder TA im Math Department muss auch im ersten Semester ein sogenanntes Teaching Seminar belegen. Zwischendurch hatte ich wirklich das Gefühl, dass ich hier nebenbei auch noch eine Lehrerausbildung machen darf. Das war teilweise ein bisschen mühselig, aber ich habe dabei auch wirklich viel Neues gelernt und wertvolle Erfahrungen machen dürfen.

Der Campus der Missouri University of Science and Technology ist recht schön und grün gestaltet, sodass man sich sehr wohlfühlt und auch immer einen schönen Platz zum Entspannen findet. Auf dem Bild unten ist das Rolla Building zu sehen, das älteste Gebäude auf dem Campus. In dem Rolla Building ist das Math Department zu Hause. Der größte Teil meines Alltags findet in diesem Gebäude statt, denn dort befindet sich auch mein Office, das ich mit 4 anderen TAs teile.

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Der Uni-Alltag besteht auch bei mir aus viel Arbeit: meiner Stelle als TA für das Calculus 2 LAB, bei der ich pro Woche 4 LABS a 75 Minuten leite, 2 Stunden Office hours habe, eine Stunde Hausaufgabenbetreuung und ca alle drei Wochen Midterms korrigieren darf. Außerdem höre ich drei Vorlesungen dieses Semester und habe dazu noch das Teaching Seminar. Alles in allem ist man da schon ganz gut beschäftigt, vor allem da ich in den Vorlesungen, die ich höre, mindestens einmal pro Woche Hausaufgaben abgeben muss, Quizze habe, mehrere Midterms und Finals oder Projekte habe. Jedoch macht mir das im Großen und Ganzen auch viel Spaß, weil ich interessante und gute Vorlesungen besuchen darf und das Umfeld überaus freundlich und hilfsbereit ist. Allgemein alle Leute im Math Department und an der Uni sind sehr nett, sodass man sich nach kurzer Zeit schon wirklich wohlfühlt. Vor allem auch der „teaching“ Teil, der direkte Umgang mit den amerikanischen Studenten, macht sehr viel Spaß.

Über das Labor Day Wochenende habe ich direkt die Chance genutzt meine Ulmer-Freunde in San Diego zu besuchen. Das war natürlich schon ein kleiner Kulturschock, den ich jedoch dankend mitgenommen habe. Denn es ist schon ein großer Unterschied zwischen dem kleinen, überschaubaren Rolla und einer so großen und beeindruckenden Stadt wie San Diego.

An einem sehr heißen Wochenende im September war dann auch mal richtig was geboten in Rolla Downtown. „Celebration of Nations“ heisst die Veranstaltung, bei der alle Länder und Kulturen der MS&T eingeladen sind, sich zu präsentieren. Ich habe mir natürlich nicht nehmen lassen, an der Parade teilzunehmen und das Deutschland-Schild zu tragen.

Missouri S&T hat auch ein sehr großes Sportangebot, bei dem für jeden was dabei ist. Das kann man alles kostenlos nutzen (bzw zahlt man ja allgemein die Studiengebühren). Ich lasse mir natürlich nicht nehmen, das Sportangebot gründlich wahrzunehmen. So bin ich auch auf den Fencing Club gestoßen und habe nach längerer Zeit mal wieder einen Degen in die Hand genommen, um für die Miners zu fechten. In Deutschland hatte ich eigentlich meine Fechtkarriere schon für beendet erklärt. Nachdem ich dann aber gefragt wurde, ob ich nicht die Missouri S&T bei einem Wettkampf in Warrensburg an der University Central Missouri (UCM) vertreten möchte, juckte es spätestens zu diesem Zeitpunkt mächtig in meinen Fingern – das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Die Missouri S&T habe ich letztendlich auch sehr erfolgreich vertreten dürfen. Ein typisch amerikanisches Fecht-Wochenende mitzuerleben, war ein sehr großes Abenteuer. Ein Highlight war auf jeden Fall, wie es hier scheinbar üblich ist, mit 8 Leuten in einem 2-Mann Zimmer zu übernachten.

So, das war’s nun erstmal von mir. Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Einblick in mein Leben hier in Rolla an der Missouri S&T bekommen können.

Viele Grüße nach Ulm und bis bald!

Thomas

 

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Hallo liebe Freunde des Ulmer Austauschprogramms,

diese Woche haben Consti, Viet und ich (Albert) die außerordentlich große Ehre diesem Blog mit einem höchstinteressanten Beitrag beiwohnen zu dürfen. Ich freue mich euch einen kleinen Überblick über unseren bisherigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten zu geben. Mittlerweile sind wir nämlich schon über zwei Monate im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und es gibt so einiges zu berichten.

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Die Anfangszeit (August)

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Am 10. August begann unsere Reise und wir sind wohlbehalten in unserer Wohnung in Milwaukee angekommen. Als Nordlicht bin ich natürlich aus Norddeutschland morgens abgeflogen, während Consti und Viet gemeinsam aus München gegen Mittag gestartet sind. Dadurch bin ich einige Stunden früher angekommen und hatte die große Ehre schon mal Bier einkaufen zu gehen. Unsere Ankunft muss ja zelebriert werden, sobald wir vollzählig sind.

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Die folgenden drei Wochen haben wir unter anderem genutzt um die Stadt bisschen zu erkunden und bürokratischen Wahnsinn zu meistern. Außerdem mussten wir noch an zahlreichen Orientierungsveranstaltungen teilnehmen, die leider an Nutzlosigkeit kaum zu überbieten waren. Wir haben das Beste draus gemacht und zugesehen, dass wir jeden Tag nach den Orientations was spaßigeres unternehmen. Die spaßigeren Teile beinhalteten eine Brauereitour, ein Besuch der (exorbitant großen) Mall, Jazz im Park (spontanes Jazzfestival im Park), Hausparty bei unseren Nachbarn, Tailgating (Grillen und Bier trinken vor dem Stadium vor einem Baseballspiel) und vieles mehr. Wir wurden dabei durch ein paar Meteorologen, die wir hier kennengelernt haben, unterstützt.

Die Meteorologen (atmospheric science) sind nämlich, genau wie wir, am math department angesiedelt. Das hat dazu geführt, dass wir die Gruppen von Meteorologen, mit denen wir abhängen, liebevoll „fake mathematicians“ nennen. Mittlerweile haben sie sich auch schon dran gewöhnt. Einer davon heißt übrigens Kevin. Nachdem es ja in diesem Programm auch um kulturellen Austausch geht, haben wir Kevin natürlich darüber aufgeklärt, was für eine Konnotation sein Name zurzeit in Deutschland hat.

Der Alltag (September)

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Anfang September hat dann unsere Vorlesungszeit angefangen. Wir haben schnell gemerkt, dass das Studium hier fachlich zwar deutlich einfacher ist als in Deutschland, aber man wird hier so mit so viel Arbeit beworfen, sodass die Herausforderung darin besteht, alles unter einen Hut zu bekommen. Dementsprechend wird unser Alltag ziemlich stark durch die Uni reguliert.

Ursprünglich hatten wir vor jeweils 4 Vorlesungen zu hören, aber nach nur zwei Vorlesungen haben wir festgestellt, dass die Vorlesung eines Dozenten so kolossal schlecht ist, sodass wir uns das wirklich nicht antun wollten. Mit den verschiedenen Deadlines für das Hinzufügen und Entfernen von Kursen, die es hier gibt, war es zwar erst gar nicht klar, ob wir aus der Sache überhaupt rauskommen. Glücklicherweise haben wir es geschafft den Kurs (mal wieder mit tollen bürokratischen Aufwand) zu wechseln. Wir sind jetzt stattdessen in verschiedenen Lesekursen eingeschrieben. Das ist extrem praktisch, weil es uns erlaubt uns in unser zukünftiges Masterarbeitsthema einzulesen und dafür auch noch Credits zu bekommen.

Neben unseren Vorlesungen sind Viet, Consti und ich als teaching assistants (TAs) eingestellt. Während Viet und ich jeweils zwei Vorlesung pro Woche im Fach Math 105 (Intermediate Algebra) geben müssen, ist Consti für einen Onlinekurs verantwortlich. Der Zeitaufwand ist deutlich höher als für eine Tutorenstelle an der Uni Ulm. Wir sind hier komplett selber verantwortlich für unsere Vorlesungen. Uns wurde im Wesentlichen nur gesagt, welche Themen wir wann behandeln sollen und wir sollen uns selber überlegen in welcher Form wir das tun wollen. Dazu kommt noch das Korrigieren der Arbeitsblätter (zweimal pro Woche) und der Prüfungen (einmal im Monat).

Ansonsten haben wir den September hauptsächlich genutzt um uns so langsam aber sicher an die neue Umgebung zu gewöhnen. Natürlich haben wir es uns dabei nicht nehmen lassen, die Wochenenden (mit inoffiziellem Beginn am Donnerstag) zu nutzen, um unserem Studentenstatus gerecht zu werden.

Der erste Ausflug (Oktober)

Nach unserer Eingewöhnungsphase haben wir uns im Oktober dann langsam mal Gedanken gemacht was für „krasse Aktionen“ wir in diesem (verrückten) Land starten können. Da Milwaukee nicht weit von Chicago entfernt ist, stand schnell fest, dass wir dorthin reisen sollten. Wir beschlossen also an einem Samstag mit einem Fernbus morgens nach Chicago zu fahren, um schließlich abends wieder zurückzukehren.

In Chicago haben wir uns direkt nach der Ankunft zielsicher auf unsere erste Station gestürzt: Den Willis Tower (ehemals Sears Tower). Wie jede Touri-Attraktion war der Tower gefüllt mit einer wahnsinnigen Masse an Menschen. Glücklicherweise waren wir früh genug dran, sodass uns das Kuscheln in der Warteschlange einigermaßen erspart blieb.

Nachdem wir die unglaubliche Aussicht vom Skydeck des Willis Towers genossen haben, wurde es auch langsam Zeit was zu essen. Wir wussten, dass wir noch einen langen Tag vor uns hatten und bekanntlich gibt es „ohne Mampf, kein Kampf“. Also beschlossen wir eine der bekannten Chicago Pizzen zu essen. Dabei haben wir wortwörtlich eine Pizza zu dritt gegessen. Wenn man eine Chicago-style Pizza sieht, lässt sich schnell erkennen, dass eine Pizza für mindestens drei Personen reicht. Die Kellnerin hat uns zuvor noch gewarnt, ob wir wirklich eine große Pizza wollen, aber wir waren uns sicher, dass wir das schaffen würden. Es war zwar ein Kampf, jedoch haben wir es letztendlich doch geschafft.

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Danach ging es weiter durch die City. Wir haben einen Großteil damit verbracht, einfach nur durch Downtown entlang der „Magnificent Mile“ zu gehen, und die beindruckende Skyline von Chicago zu genießen. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter, sodass die Hochhäuser mit ihren riesigen Glasfassaden im Sonnenschein wirklich zum Vorschein kamen. Deswegen haben wir auch beschlossen Museen und andere Indoor-Attraktionen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Wir haben ohnehin beschlossen wieder nach Chicago zu reisen. Stattdessen haben wir die Parks entlang der „Magnificent Mile“ besucht und sind auch nochmal zum Lake Michigan gegangen um die Aussicht auf Skyline von dort zu genießen.

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Nach einem langen Tag wollten wir dann zurück nach Milwaukee fahren, um den Abend mit Freunden in einer Bar ausklingen zu lassen. Der Fernbus hat uns allerdings einen großen Strich durch die Rechnung gemacht und beschloss einfach mal, 3 Stunden zu spät zu kommen. Leider konnte uns auch keiner so genau sagen wann der Bus denn ankommen würde und so blieb uns nichts anderes übrig, so lange zu warten, bis der Bus sich endlich erbarmt zu erscheinen. Auch wenn der Tag so bescheiden geendet ist, war der Trip es allemal wert.

Unsere nächste „krasse Aktion“ steht schon in den Startlöchern. Am kommenden Wochenende besuchen uns nämlich die Ulmer, die momentan in Normal, Illinois sind und wir gehen davon aus, dass es ein großartiges Wochenende wird. Manche würden sagen, dass das Wochenende sicherlich endlaser wird.

Der Artikel ist jetzt auch lang genug und wir wollen dem aufmerksamen Leser nicht weiter mit diesem Blogeintrag die Zeit stehlen. Deswegen verabschieden Consti, Viet und ich (zur Errinnerung: Albert) uns ganz herzlichst mit einem typisch amerikanischen „Grüß Göttle!“.

Übrigens, falls ihr uns weiter folgen wollt: Viet ist unter die Hobbyblogger gegangen und berichtet täglich (bzw. seine Version von täglich) über unsere Zeit hier. Ihr findet den Blog unter: www.ulmmilwaukee.wordpress.com

Außerdem haben wir einen fancy hashtag auf Instagram #uulm2usa gegründet, der sich allerdings noch nicht so ganz unter den anderen Ulmern etabliert hat.

 

 

 

 

 

Let’s go Orange !

Hallo Freunde aus Ulm,

Wir (Marius und Sabrina) berichten aus dem schönen Städtchen Syracuse in „Upstate New York“ (ja, wenn man hier die Stadt New York meint, sollte man unbedingt „New York City“ sagen).

Mit „Let’s go orange“ feuert man die Football / Basketball oder Lacrosse Teams an, die im gigantischen „Carrier Dome“ anderen College Teams gegenüberstehen. Vor jedem Spiel versammelt sich jung und alt auf dem Campus, setzt sich auf orange-blaue Syracuse-Campingstühle und spielt Beer-Pong unter einem extra orange-blauen Syracuse-Pavillion.

Orange-blau trägt man hier nicht nur zu Football-Spielen. Fast alle Studenten kommen mit Syracuse-Kappe/T-Shirt/Trinkflasche/Schulranzen und Co. zur Uni. Mama und Papa (und vielleicht auch Oma) tragen übrigens regelmäßig das selbe Outfit. Und für das kleine Geschwisterchen gibt es einen Syracuse Babystrampler. Wir haben uns auch schon eingedeckt.

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Der Campus erinnert ein bisschen an Hogwarts, viele Gebäude haben Ziertürme und es sind fast alle Architekturstile vertreten. Unser Alltag findet in der „Carnegie Library“ statt, ein wunderschönes Renaissance-Stil Gebäude. Wir sind uns aber einig, dass das „Crouse College of Fine Arts“ das allerschönste Gebäude ist. Dort finden auch einige Konzerte statt.

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Unser Büros befinden sich direkt neben der Carnegie Library im „Archbold Gym“. Das ist das größte Fitness -und Sportzentrum der Uni – obwohl die anderen Sportgebäude mit Schwimmbädern, Squashfeldern etc. auch nicht alt dagegen aussehen. In „Archbold“ kann man sich wirklich austoben an allerhand Sportgeräten von Laufband bis Drückerbank. Natürlich steht vor jedem Gerät ein eigener Fernseher.

Auch wenn unsere Büros einrichtungstechnisch nicht der Wahnsinn sind: Es zählt immer mit was für Leuten man arbeitet. Hier in Syracuse ist das Mathedepartment wie eine große Familie. Wir haben sehr schnell alle kennengelernt, was unter anderem auch daran liegt, dass die deutschen Austauschstudenten hier eine lange Tradition sind. Leute aus allen Semestern erzählen uns Geschichten über die Deutschen mit denen sie gemeinsam angefangen haben. So langsam gibt es sicher auch Geschichten über uns. Außerdem organisieren hier die Leute jedes Semester ein Picknick mit allen Familien von allen Profs. Dazu gibt es zweimal in der Woche eine einstündige „Cookie-Time“ mit angeregten Gespächen und einmal in der Woche einen Stammtisch in der Kneipe „The Inn Complete“, die die Uni Syracuse exklusiv für Master&PhD-Studenten betreibt. Wir sind natürlich immer vor Ort.

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Die Vorlesungen in Syracuse sind super, hier gibt es viel speziellere Vorlesungen als in Ulm, zum Beispiel hören wir „Funktionen in mehreren komplexen Veränderlichen und riemannsche Mannigfaltigkeiten“(Marius) und „Hopf-Algebren“ (Sabrina). In diesen Kursen ist meistens nur die Anwesenheit ausschlaggebend für die Note, während in elementareren Kursen, die wir natürlich auch besuchen müssen, Midterms und benotete Hausaufgaben geschrieben werden. Davon würde ich mich aber nicht einlullen lassen. Die Amerikaner machen das seit Jahren mit und sind da ganz entspannt. Die Lösung in unserem Semester ist die Folgende: Ein/Zwei Nächte vor der Klausur trifft man sich zu einer „Algebra Study Party“, natürlich nicht ohne Chips und Schokolade. Oder vielleicht auch in Verbindung mit einem „Pot Luck“ (einer Art Essensparty, wo jeder ein Gericht kocht, es mitbringt und alle von allem was essen). Wir haben uns unseren amerikanischen Freunden erfolgreich angepasst und gestalten unser Lernen ab jetzt auch sehr kurzfristig.

Obwohl das Lernen im PhD-Studium sehr gemeinschaftlich ist, könnten die amerikanischen Bachelor-Studenten einiges von den deutschen Lernen. In den Übungsgruppen, die wir leiten, sind viele einsame Wölfe. Gerade die internationalen Studenten werden dadurch nicht eingebunden. Zu unserem Job: Wir müssen in jeder Woche vier 80-minütige Übungsgruppen in „Calculus 3“ (Marius) bzw. „Calculus 2“ (Sabrina) abhalten. Diese bestehen aus ca. 50 Minuten Tutorium und ca. 30 Minuten benotetem Quiz, was wir erstellen und im Anschluss korrigieren. USA-Klassenräume sind sehr divers und daher ist das Anforderungsprofil hier oft sehr unterschiedlich. Hier sind Studenten, die keine Brüche multiplizieren können in einer Klasse mit Studenten, die der Satz von Fubini langweilt. Es ist eine berechtigte Frage ob das USA-Bildungssystem daran schuld ist, aber die Diskussion dessen würde mindestens 10 Blogeinträge in Anspruch nehmen. Daher verzichten wir an dieser Stelle.

In der USA ist die Uni auch Lebensmittelpunkt der Studenten. Unwesentlich abseits des Campus gibt es eine Riesen-Auswahl an Restaurants und Bars sowie Fußballfelder, Tennisplätze und alles was das Herz begehrt. Außerdem gibt es extrem viele Ausstellungen und Veranstaltungen auf dem Campus, oder auch das „Syracuse Festival of Races“. Ein sehr interessantes Erlebnis war das Public Viewing der TV-Debatte zur Präsidentschaftswahl, wo Leute mit „Make-America-Great-Again“-Kappen oder anderen Fanartikeln erschienen sind. Wir haben aber das Gefühl, dass die Mehrheit der gebildeten US-Bürger ihre Stimme Hillary Clinton geben wird. Das aber leider nicht unbedingt wegen ihr …

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Natürlich sind wir nicht nur zum Studieren hierhergekommen, sondern wollen auch Land und Leute kennen lernen.

Daher haben wir gleich die ersten drei Tage in den Staaten genutzt um gemeinsam mit Alex (Binghamton University) New York City zu erkunden. Die ersten Eindrücke waren überwältigend. Und obwohl wir die Distanzen manchmal etwas unterschätzt haben, haben wir wirklich viel zu sehen bekommen. Besonders beeindruckend war der Blick aus dem One World Trade Center. Aber auch das bunte Treiben auf dem Times Square ist etwas ganz Besonderes.

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Danach ging es raus aus dem Großstadttrubel mit dem Bus ins beschauliche Syracuse. Hier wohnen wir zusammen mit Alan (Medizinstudent aus Kanada) und Jason (BWLer aus Kalifornien) im sogenannten „German House“, welches schon seit einigen Jahren von den Ulmer Austauschstudenten bewohnt wird. Über die Stadt selbst gibt es nicht allzu viel zu berichten, dafür hat die Umgebung aber einiges zu bieten.

Unser erster Ausflug hat uns zum nahegelegenen Green Lakes State Park geführt. Nach einer kleinen Wanderung durch die hügelige Waldlandschaft sind wir an den zwei blaugrün schimmernden Seen, die wohl jeden Ulmer unweigerlich an den Blautopf erinnern, angekommen. Hier kann man schwimmen, Kanu fahren oder einfach in der Sonne liegen. Aber aufgepasst, wie in den meisten öffentlichen Parks, muss man eine Menge Regeln beachten. Zum Beispiel sind Ball spielen und das Spritzen mit Wasser im See untersagt, ebenso darf am Strand nicht gerannt werden. Und geht man abseits des abgetrennten Bereichs baden, so muss man laut Beschilderung sogar mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

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Westlich von Syracuse befinden sich die Finger Lakes, elf sehr langgezogene (fingerförmige) Seen. Da diese mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen sind, haben wir uns hier für eine Fahrrad Tour entschieden. Ist man erstmal aus Syracuse draußen, führt ein Radweg am idyllischen Erie Kanal entlang. Danach ging es für uns über Skaneateles Falls (wo es überraschenderweise keine Wasserfälle gibt) nach Skaneateles. Das ist ein schöner kleiner Ort direkt an einem der Finger Lakes. Die meisten Bewohner hier scheinen relativ viel Geld zu besitzen und so kommt es, dass man als „Normalbürger“ nur in einem winzigen abgetrennten Bereich schwimmen darf, da der restliche Teil des Ufers Privatbesitz ist. Aber immerhin konnten wir die schöne Aussicht genießen

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Eine typisch „amerikanische Erfahrung“ war der Besuch der „Great New York State Fair“, ein großer Jahrmarkt, der jedes Jahr in Syracuse stattfindet. Abgesehen von den Fahrgeschäften werden hier auch landwirtschaftliche Produkte, inklusive Kühen, Hasen und Co., ausgestellt. Diese treten dann auch in Schönheits- und Qualitätswettbewerben gegeneinander an. Ein Highlight ist die Butterskulptur, die wir euch nicht vorenthalten wollten.

Den Großteil des Jahrmarkts nehmen jedoch Essens- und Getränkestände ein. Hier werden die ausgefallensten Dinge angeboten. Eine besondere Spezialität sind frittierte Oreos, die wir natürlich auch gleich probiert haben. Da waren wir uns aber schnell einig, dass uns ganz normale Oreos dann doch besser schmecken. Ansonsten gab es auch noch allerlei andere frittierte Süßigkeiten, aber auch frittiertes Gemüse, wie Brokkoli oder Zwiebeln.

Da wir hier in einer Weinanbauregion sind, wurde natürlich auch viel (meistens relativ süßer) Wein angeboten. Besonders beliebt sind hier sogenannte „Wine Slushies“, Weinmixgetränke in verschiedenen Geschmacksrichtungen.

 

Letztes Wochenende ging es dann zu den Niagarafällen. Ein Kommilitone aus Syracuse (Fred) hat an der dortigen Universität seinen Bachelor gemacht und so hatten wir für das Wochenende gleich eine Unterkunft und einen privaten Reiseführer.

Den Freitagabend haben wir genutzt um die (beleuchteten) Fälle bei Nacht anzuschauen. Das war wirklich beeindruckend und ist nur zu empfehlen.

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Am nächsten Morgen sind dann noch einige Kommilitonen aus Syracuse dazugekommen. Und nach einer Runde Discgolf – ähnlich wie Golf nur mit Frisbees – haben wir die Niagara Fälle bei Tag erkundet. Abgesehen von den (nicht umsonst) sehr beliebten Aussichtspunkten auf amerikanischer Seite, hat uns Fred dann noch einige weniger bekannte Stellen gezeigt und wir sind gemeinsam am Niagara River entlanggewandert.

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Später ging es dann auf die kanadische Seite. Von dort hat man nochmal einen ganz anderen – die meisten sagen den besten – Blick auf die Fälle. Außerdem haben wir dort auch noch unsere drei Ulmer Kommilitonen Miriam, Flo und Thorsten getroffen, die zurzeit ihr Auslandsjahr an der University of Waterloo machen getroffen.

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Das war’s erstmal von uns. Viele Grüße aus Syracuse!

Marius und Sabrina

Binghamton Life live

Hallo zusammen,

diese Woche bin ich, Alex (die meisten von euch kennen mich wohl eher als Asterix), dran, meinen Studienort Binghamton im Bundesstaat New York vorzustellen.

Schon vor anderthalb Monaten bin ich in den USA, genauer gesagt in New York City, angekommen, zusammen mit Marius und Sabrina, die in Syracuse studieren. Die ersten paar Tage haben wir damit verbracht, den Big Apple zu erkunden. Dazu muss man eigentlich nicht viel sagen, es war ein hammer Start in unsere Zeit hier drüben und sicher nicht mein letzter Besuch (Zudem viel zu kurz).

Binghamton ist als Stadt mit gut 50000 Einwohnern im Vergleich zu New York mit seinen schlappen achteinhalb Millionen Menschen natürlich ein Zwerg, aber langweilig wird es einem hier trotzdem nicht so schnell. Dafür sorgt einerseits das doch ganz stattliche Freizeitangebot an Sportanlagen (es gibt Tennisplätze, die man umsonst benutzen kann, und ein Freibad, in das man für 25 Cent reinkommt), die umgebende Natur, die gerade im heranrückenden Herbst zum Wandern einlädt, und selbstverständlich auch die Studentenbars, andererseits der im Vergleich zu Ulm doch etwas andere Studienalltag, der einem schon Einiges an Zeit und Arbeit abverlangt.

Kann man in Deutschland getrost mal die eine oder andere Vorlesung ausfallen lassen und auch mal eine Weile nichts machen, wenn einem danach ist, so muss man hier stets am Ball bleiben: Jede Woche Hausaufgaben und Quizze (Kurztests), die alle in die Endnote einfließen, dazu Midterms, also Klausuren während des Semesters, es ist kein Zuckerschlecken. Jedoch kommt man gut mit, wenn man sich dahinterklemmt. Im Gegensatz zu den meisten Graduate Students (also Masterstudenten), die in den ersten Semestern ein weitgehend festgelegtes Programm haben, darf ich mir meine Kurse aussuchen. Daher laufe ich weniger Gefahr, etwas zu belegen, das mich nicht interessiert, und das beeinflusst die Motivation natürlich ganz gewaltig. Dieses Semester habe ich mich für Probability (Wahrscheinlichkeitsrechnung + Stochastik + Statistik), Data Analysis (Datenanalyse mit R) und Topology (Topologie) entschieden, und bin mit meiner Wahl bisher sehr zufrieden. Ein großer Unterschied zum Vorlesungsalltag in Ulm ist außerdem, dass es viel verschulter ist. Die Studenten arbeiten aktiver mit, und der Professor kennt bei einer Kursgröße von maximal zwanzig Leuten eigentlich jeden mit Namen und fragt auch schon mal gezielt jemanden etwas. Dadurch tut man gut daran, stets aufzupassen und nicht zu oft zu fehlen.

Neben meinen eigenen Vorlesungen betreue ich in meiner Tätigkeit als Teaching Assistant (TA) Studenten jüngerer Semester. Die Vorlesung, die ich mitbetreue, heißt „Probability with Statistical Methods“ und behandelt in etwa die Themen, denen man bei uns in einer einführenden Stochastikvorlesung für Nichtmathematiker begegnen würde. Das ist wohl etwas anspruchsvoller als die meisten Erstsemesterkurse, die andere Graduate Students als TA haben, jedoch durchaus machbar. Und man hat es nicht mit Freshmen (Erstsemestern) zu tun, die wohl oft genug für ihre exorbitanten Studiengebühren erwarten, von ihren Dozenten gepampert zu werden. Diese zweifelhafte Ehre bleibt mir somit erspart. Der entscheidende Unterschied zu den Hiwi-Jobs, die man aus Ulm so kennt, ist, dass es viel zeitaufwendiger ist. Ich halte jede Woche zwei Tutorien zu je 90 Minuten, korrigiere Quizze und Hausaufgaben von gut 60 Studenten und halte drei Stunden Office Hours ab, also Sprechstunde, falls Leute Fragen zum Vorlesungsstoff haben oder Hilfe bei den Hausaufgaben brauchen. Dafür kommen in der Woche gut und gerne fünfzehn bis zwanzig Stunden zusammen. Außerdem haben wir jede Woche ein Seminar für alle TAs, in dem Leute Probetutorien von zehn bis zwanzig Minuten halten und dafür Feedback bekommen. Über dessen Sinnhaftigkeit lässt sich meiner Meinung nach jedoch streiten…

Der Campus der Binghamton University ist übrigens echt modern und schön in der Natur gelegen, wie man auf den Bildern vielleicht erkennt. Für die horrenden Studiengebühren, die man hier zahlt (plus einen Semesterbeitrag von momentan gut 1250 Dollar), bekommt man schon Einiges geboten. Zahlreiche Sportkurse mit allen Arten körperlicher Ertüchtigung, die der kreative Fitnessgeist je ersonnen (unter anderem Bubble Soccer) und andere Gruppierungen wie Debattierclubs, Theatergruppen oder Bands, ein kostenloses Schwimmbad (in dem auch ich gerne meine Bahnen ziehe) sowie andere Sportanlagen, und das ständige Gefühl der Sicherheit durch eine campuseigene Polizei, die so überdimensioniert ist, dass man mit ihr wohl problemlos Baden-Württemberg besetzen könnte.

Ich wohne übrigens zur Untermiete bei Marion und Paul, einem älteren Pärchen, das ich über Craigslist gefunden habe (Auf dem Foto oben seht ihr ihr Haus). Bei ihnen fühle ich mich pudelwohl und sie haben mich sehr gastfreundlich in ihre Familie aufgenommen. Zudem haben sie mir schon sehr viele schöne Orte in der Gegend gezeigt, an denen es hier wirklich nicht mangelt. Wir waren zum Beispiel schon beim Kayakfahren in Whitney Point nördlich von hier. Und sie sind immer für interessante Diskussionen über amerikanische Kultur und Unterschiede zu Deutschland zu haben, gerade im aktuellen Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen zwischen Donald Pest und Hillary Cholera (Die Debatte vergangenen Montag kann man sich als ein gesellschaftliches Ereignis vergleichbar mit dem WM-Viertelfinale vorstellen).

Außerdem habe ich schon einige Ausflüge quer durch den Bundesstaat unternommen, war in Syracuse bei Marius und Sabrina sowie bei den Niagarafällen und in Ithaca bei den Finger Lakes, die ebenfalls ein beliebtes Ziel für Naturfreunde sind. Details zu diesen Touren und meinem sonstigen Alltag hier in Binghamton könnt ihr in meinem ausführlichen Blog alexinbinghamton.wordpress.com nachlesen.

Über das kommende Wochenende fahre ich nach Toronto, und plane, demnächst auch mal Boston, das ein paar Stunden von hier entfernt ist, einen Besuch abzustatten. Außerdem stehen demnächst meine eigenen Midterms an, für die ich mich natürlich auch vorbereiten muss. Mir wird also nicht langweilig und ich werde auch beim nächsten Mal viele neue Dinge zu berichten haben.

Euch Ulmern alles Gute und bis bald!

Alex

Being Normal once in your life…

Hallo Deutschland,

Wir, Marcus, Manuel und Arne studieren Wirtschaftsmathe in Ulm und sind seit Anfang August in Normal, Illinois (ca. 200km südlich von Chicago). Hier werden wir in den kommenden 10 Monaten an der Illinois State University unseren Masterabschluss in „Mathematics- Actuarial Science“ machen.

Ankunft und die ersten Tage

Nach einem stressigen aber effizienten Flug mit einer Umsteigezeit von 10 Minuten in Island, sind wir im Schutz der Nacht gut in Normal angekommen, wo wir von unserem Vermieter direkt zu unserem Haus gefahren wurden. Glücklicherweise konnten wir das Haus samt Einrichtung und Auto von unseren Vorgängern übernehmen. Während unserer ersten Tage in Normal hatten wir zunächst mit unzähligem Papierkram für die Uni zu kämpfen und mussten Dinge wie Internet, Fernsehen, Strom etc. für unser Haus zum Laufen bringen. Hochsommerliche Temperaturen und unser Jetlag rundeten das Gesamtpaket unserer ersten Woche ab;) Dabei lernten wir die amerikanische Bürokratie von ihrer schönsten Seite kennen. Beispielsweise war es zunächst nicht möglich im örtlichen T-mobile Shop Sim-Karten ohne Social Security Card zu kaufen, leider benötigten wir jedoch auch eine örtliche Telefonnummer für die Beantragung der Social Security Card. Ein weiteres Highlight war, dass unser Stromanbieter, selbst nachdem wir Pass, Visum und ein aktuelles Selfie geschickt hatten, immer noch nicht von unseren guten Absichten überzeugt war. Daher mussten wir zusätzlich den Notar der Universität aufsuchen, um die Kopien beglaubigen zu lassen. Mit etwas Geduld und Hilfe von netten Amerikanern hatten wir jedoch alle Probleme recht schnell überwunden und konnten in den Unialltag starten.

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Unser Haus mit Auto

Der Unialltag

Nachdem der organisatorische Papierkram erledigt war, fanden wir uns recht schnell im durchgetakteten  Unialltag wieder.  Da wir drei im „Actuarial Science“ Programm eingeschrieben sind, haben wir uns Vorlesungen aus den Bereichen Finanzmathematik, Personenversicherungsmathe und Statistik ausgesucht.  Die Vorlesungen sind bislang alle sehr interessant und wir sind zufrieden mit unserer Wahl. Zu erwähnen bleibt, dass die Mastervorlesungen an der ISU meist nur aus ca. fünfzehn Studenten bestehen, wovon oft ca. 50% internationale Studenten sind. Dies führt dazu, dass die Vorlesungen deutlich verschulter und interaktiver gestaltet werden. Mitarbeit ist durchaus erwünscht und regelmäßige Tests gehören zum Alltag. Dafür herrscht in den Vorlesungen eine sehr persönliche Atmosphäre, was man aus Deutschland in dieser Form gar nicht gewohnt ist.

Neben unseren eigenen Vorlesungen sind wir an der ISU auch als Teaching Assistants (20h pro Woche) tätig. Wir betreuen alle drei die Erstsemester Vorlesung „College Algebra“. Der Stoff der Vorlesung lässt sich ganz gut mit Oberstufenmathematik an deutschen Gymnasien vergleichen. Jede Woche hält jeder von uns sechs einstündige Labs (d.h. Tutorien) für ca. 30 Studenten. Unsere Aufgabe ist es, den Studenten bei der Bearbeitung von Übungsblättern und Hausaufgaben zu helfen sowie Fragen zu beantworten. Am Ende des jeweiligen Labs sammeln wir die Übungsblätter ein und benoten diese. Zusätzlich kontrollieren wir drei Mal pro Woche die Anwesenheit unserer Studenten in den Vorlesungen (wie schon gesagt, hier ist alles ein bisschen verschulter…) und bieten eine Art Hausaufgabenbetreuung im „Tutoring Center“ an.

Außerhalb unserer Univerpflichtungen versuchen wir natürlich auch, so viel wie möglich vom Freizeitprogramm der Uni mitzunehmen, da dies für gewöhnlich eine prima Möglichkeit darstellt, Kontakte zu Amerikanern zu knüpfen. Da die ISU mit ca. 20.000 Studenten nicht ganz klein ist (zumindest für deutsche Verhältnisse), gibt es auch eine Vielzahl an (Sport-)Clubs und Studentenvereinigungen.

Beispielsweise bin ich (Marcus) dem Cross-Country Team und dem Triathlon-Team beigetreten. Im Oktober stehen dabei auch schon die ersten Cross-Country Wettkämpfe an, bei denen man sich für höhere Wettkämpfe und Meisterschaften (z.B. Nationals) empfehlen kann.

Um den American way of life hautnah mitzuerleben, haben wir uns diesen Samstag das Football Spiel unserer College Mannschaft angeschaut. Es war wirklich sehr beeindruckend, wie die Amerikaner aus einem Football Spiel ein ganzes Tagesereignis, inklusive Party auf den Parkplätzen mit Barbecue auf dem Pickup, veranstalten.

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ISU Redbirds vs. Eastern Illinois (Mid America Derby)

Zum Uni Campus lässt sich ansonsten noch sagen, dass dieser wirklich riesig und ausgesprochen gepflegt ist. Man kann also schon erahnen, wohin ein Großteil der horrenden Studiengebühren fließt (ca. $12.000 pro Semester). In der Mitte des Campus befindet sich eine große gepflegte Grünfläche, die schon fast an einen Park erinnert. Um diese Grünfläche herum befinden sich etliche kleinere Gebäude für die verschiedenen Departments/Fakultäten. Noch ein bisschen weiter außerhalb kommen verschiedene Verwaltungsgebäude und natürlich das „Hancock Stadium“ der Football-Mannschaft. Daneben befinden sich noch eine Basketballhalle, ein Leichtathletik-Stadion und verschiedene Fußball- und Footballfelder.

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Der ISU Campus

Auf dem Campus gibt es außerdem ein sehr gut ausgestattetes Fitnessstudio. Dieses enthält neben zahlreichen verschiedenen Geräten sogar eine 200m Indoor-Track und eine Kletterwand.  In demselben Gebäude befindet sich auch noch ein Schwimmbad.

Auffallend ist außerdem, dass es ausgesprochen viele Fastfood Läden auf dem Campus gibt. Für Amerikaner wäre dies wahrscheinlich nicht auffallend, für uns Deutsche ist es jedoch schon etwas sonderbar, dass es einen Burger King im Uni-Verwaltungsgebäude gibt.

Bisherige Reisen

Um uns vom Unialltag zu erholen, haben wir bereits zwei Wochenendtrips eingelegt.

Über das Labour Day Wochenende haben wir zunächst einen Roadtrip nach Kanada unternommen. Das erste Ziel unserer Tour waren die Niagarafälle. Besonders gut hat uns dabei die Bootsfahrt gefallen, bei der wir die Niagarafälle (geschützt von pinken Ponchos) aus nächster Nähe bestaunen konnten.

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Niagara-Fälle

Anschließend ging es weiter nach Toronto. Besonders beeindruckt haben uns dort der CN-Tower sowie die Inseln vor der Stadt, auf denen wir uns gut von der Hektik der Großstadt erholen konnten. Bei blauem Himmel und Sonnenschein konnten wir mittags am Strand entspannen.

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Die beeindruckende Skyline von Toronto

Das darauffolgende Wochenende haben wir in Chicago verbracht, was mit dem Auto in etwa zwei Stunden sehr gut von Normal aus zu erreichen ist (für amerikanische Verhältnisse ein Katzensprung). Highlights waren die für Chicago typische Deep Dish Pizza, der bombastische Ausblick vom Willis Tower samt Glasboden, die Bootstour durch die Häuserschluchten Chicagos und der Strand am Lake Michigan. Besonders stolz sind wir darauf, als erste von bis zu 25.000 täglichen Besuchern den Willis Tower erklommen zu haben.

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Blick vom Lake Michigan

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Millennium Park

Wir freuen uns auf die nächsten Monate hier in den USA und lassen bald wieder von uns hören.

Go Redbirds!