Vom Strand zur Winterjacke in 7 Tagen

Zum Abschluss der ersten Runde des USA-Blogs melden wir uns aus Wisconsin. Wir, das sind Julian, Christian und Alex, verbringen unser USA-Jahr an der University of Wisconsin at Milwaukee (UWM). Obwohl unser Semester verhältnismäßig spät angefangen hat (erst Anfang September), haben wir uns dafür entschieden, so früh wie möglich nach Milwaukee zu kommen, um die letzten Sonnenstrahlen des Sommers zu genießen. So haben Julian und Alex Anfang August über die Zwischenstationen Island und Chicago Milwaukee erreicht. Die ersten Tage haben wir dann die üblichen organisatorischen und bürokratischen Dinge erledigt, die wir euch aber an dieser Stelle ersparen wollen. Darüber hinaus haben wir den Campus erkundet und seeeehr viel Zeit am nur zehn Minuten entfernten Strand des Lake Michigan verbracht, da das Wetter sehr schön war. Ein paar Worte noch zu unserer Unterkunft: Wir wohnen vom Campus nur wenige Minuten zu Fuß entfernt im „German House“, in dem seit zig Jahren die Ulmer Studenten wohnen. Die Wohnung ist sehr groß, liebevoll eingerichtet und es ist immer wieder interessant auf Überbleibsel von früheren Generationen zu stoßen. An dieser Stelle auch vielen Dank an unsere Vorgänger Albert, Viet und Consti, die uns vorher viele hilfreichen Infos gegeben haben und sogar Nudeln dagelassen haben 😉

Am darauffolgenden Wochenende kam dann auch Christian an, der fleißigerweise noch zuvor seine Masterarbeit an der Uni Ulm fertig geschrieben hatte. Nach noch mehr schönem Wetter ging es dann in der letzten Augustwoche los mit dem „Orientation“ Programm der UWM, einer ganzen Flut von Veranstaltungen, an denen wir als Graduate Students und Teaching Assistants teilnehmen durften.  Diese Veranstaltungen, die über zwei Wochen meist ganztags stattfanden, waren teilweise etwas langatmig, aber auch durchaus interessant. Neben neuen Bekanntschaften sind wir vor allem auf das typisch amerikanische Uniangebot hinsichtlich Sport und Kultur aufmerksam geworden. Besonders zu erwähnen sind hierbei die „Free Food“ Events der verschiedenen studentischen Organisationen und Werbepartner der Uni, auf denen man sich zu Semesterbeginn bei geschickter Planung für knapp zwei Wochen durchfuttern kann.

Ende August waren wir zusammen mit einer Gruppe Aachener Studenten und unserem gemeinsamen peruanischen Freund Arcadio einen Tag in Chicago! Chicago ist von uns ca. 90 min entfernt. Früh angekommen, gingen wir erst einmal los zum Willis Tower, der um 9 Uhr morgens tatsächlich noch nicht überlaufen war, und genossen die überragende Aussicht auf den Lake Michigan, die Uferpromenade sowie die Skycraper-Welt davor. Highlight war, natürlich, auch das Skydeck, das sich leider auf der seeabgewandten Seite befindet. Hier ist auch unser erstes, offizielles WG-Foto entstanden! Wieder unten, gingen wir zur Buckingham Fontaine, die einen tollen Blick auf die Skyline bietet, und weiter entlang der schönen Uferpromenade – wir hatten zugegebenermaßen auch Erste-Sahne-Wetter erwischt! Nach Stationen auf einer Halbinsel mit kleinem Musikfestival, dem bekannten Cloud-Gate und dem einzigen Nutella-Café der Welt, das leider überfüllt war, stellte sich am frühen Abend die Frage der Fragen: Wo bekommen wir die beste Chicago-Deep-Dish-Pizza? Fündig wurden wir schließlich in einem kleinen Restaurant, das scheinbar völlig überfordert vom großen Ansturm war und uns eine Reservierung in anderthalb Stunden versprach. Nachdem wir die mehr oder weniger abgesessen hatten, mussten wir nochmals einige Zeit warten, wurden dann aber mit wirklich toller Pizza verwöhnt!

Zweite gemeinsame Aktion war der Besuch eines Baseball-Spiels der Milwaukee Brewers. Zusammen mit Amerikanern und wiederum einigen Aachenern zelebrierten wir die amerikanische Tailgate-Party-Tradition auf’s Feinste: Auf dem Parkplatz vor dem Stadion entstand eine regelrechte Grillzone. Dass man erst nach etwa 3 von 9 Innings wirklich im Stadion ankommt, ist dabei völlig egal. Baseball-Fans kommen nicht primär zum Baseball, sondern der Geselligkeit wegen. Das Spielgeschehen auf dem Platz plätschert im Prinzip nur im Hintergrund so vor sich hin. Die Brewers verloren, und wir zogen das Fazit: Schee war’s, aber Grillen kann man auch woanders 😉

Am 5. September hieß es dann: Erster Uni-Tag! Wir waren alle gespannt darauf, wie das Master-Studium hier in Milwaukee abläuft, wie die Kurse wohl sind, die wir uns zuvor herausgesucht hatten, und natürlich auch darauf, wie die Situation aus der anderen Perspektive aussieht, aus der eines TA’s. Zuerst zu unserer Rolle als Masterstudenten. Zu Beginn des Semesters kann man sich zwar auch erst einmal in mehrere Kurse setzen um diese auszuprobieren, aber spätestens nach ein paar Wochen sollte man wissen, welchen Kurs man wirklich belegen möchte, und welchen man dann doch noch vor der Frist droppen möchte. Daher kann es auch hilfreich sein, neben den offiziellen Kursplänen, auf die Erfahrungen früherer Ulmer Studentengenerationen zurückzugreifen. Das Kursangebot im Bereich Mathematik ist vielfältig und bietet für jeden etwas, und wenn man etwas nachfragt, dann kann man auch Kurse aus verwandten Bereichen, wie das Christian momentan mit Atmospheric Science macht. Dazu später mehr. Insgesamt haben wir drei uns für das erste Semester ambitionierte Ziele gesteckt und machen etwas mehr an credits als wir eigentlich müssten, damit wir auf jeden Fall genügend Zeit haben, die Masterarbeit im Verlauf des zweiten Semesters zu schreiben. Die Zeit vergeht hier nämlich wie im Flug, und ehe man sich versieht, ist es schon Anfang November.

Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass der Job eines TA’s sehr zeitintensiv ist, unsere zweite Rolle, in der wir hier an der UWM sind. Der Alltag als TA an einer amerikanischen Universität unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht zu dem, was man aus Ulm als Masterstudent gewöhnt ist. So ist man zum einen verantwortlich für die Planung und Durchführung der Kursstunden verantwortlich, zum anderen ist man Ansprechpartner für die Studenten, bei Fragen zum Inhalt der Vorlesung oder zu zusätzlichen Hilfsangeboten der Universität. Das verlangt viel Engagement und ist nicht zu unterschätzen. So ein Test, bei 60 bis 90 Studenten, korrigiert sich leider nicht mal schnell in der Mittagspause. Wenn der Test oder das Quiz dann aber gut ausfällt und man positives Feedback von den Studenten bekommt, dann lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall! Wir geben alle drei unser bestes und bekommen in dem Teaching Seminar, das wir belegen müssen, auch viel Unterstützung, Anregungen für den Unterricht, und Hilfestellungen, wenn etwas mal nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen. Insgesamt sind wir alle zufrieden mit den Kursen, die wir unterrichten, und die Tatsache, dass man während seines Aufenthaltes an der UWM als TA arbeiten darf, ist definitiv ein Aspekt an der Erfahrung, den man nicht missen möchte!

Christian hat seinen Studien-Schwerpunkt auf Atmospheric Sciences gelegt, das hier in Milwaukee eng mit dem Mathe-Bereich verzahnt ist. Oder sagen wir: War 😀  Das zu organisieren war aber nämlich gar nicht so einfach, denn die Atmospheric Science Gruppe ist ausgerechnet seit diesem Sommer offiziell aus der Mathematik ausgegliedert und ein eigener Fachbereich. Gemeinsam mit dem Studienkoordinator konnte er dann aber einen Plan entwickeln, der es ihm erlaubt, inklusive der Masterarbeit 4 aus 6 Kurse aus dem Meteorologie-Bereich zu absolvieren.

Zum Beispiel belegt er dieses Semester einen sogenannten Reading Course mit einem Professor aus der Statistischen Meteorologie. Sie treffen sich zweimal wöchentlich für 1,5 Stunden und diskutieren Ansätze rund um die Fourier-Analyse von Klima-Zeitreihen. Dieses Vorlesungsmodell gibt es in Ulm in dieser Art nicht, aber es ist für Studenten extrem lerneffizient: Man kann die 3 Stunden pro Woche ideal Fragen stellen, Unklarheiten diskutieren und Ideen äußern. Der Reading-Kurs wird im kommenden Semester dann in die Bearbeitung der Masterarbeit übergehen.

Ein weiterer Kurs ist „Numerical Weather Prediction“. Hier führen wir Wettersimulationen mit einem Super-Computer in San Diego (Haalloo, San Diego!!) durch.

Außerdem gibt es hier ein tolles Sport- und Outdoor-Angebot. Christian hat es in den letzten 2,5 Monaten des Öfteren in die Natur gezogen: So war er einen Tag Rock-Climbing im Devil’s Lake National Forest und hat an zwei Wochenend-Backpacking-Trips auf dem Wisconsin Ice Age Trail und im Yellow-River-National-Forest teilgenommen.

All diese Ausflüge werden organisiert vom Outdoor Pursuits, einem Teilbereich des Unisports, der von Studenten selbst betrieben wird. Ich habe viele tolle Leute auf den Ausflügen kennengelernt. Angeboten werden über die Winter- und Spring-Break-Ferien sogar 10-tägige Canoening- oder Rock-Climbing-Trips in Florida und Arkansas, das Angebot ist wirklich fantastisch!

Ansonsten spielt Christian auf dem Campus Ultimate Frisbee. Ultimate ist ein junger aber sehr dynamischer Sport und in den USA an Highschools und Colleges weit verbreitet. Inspiriert vom Football ist es das Ziel, die Scheibe in eine Endzone zu transportieren.

Mittlerweile ist die Outdoor-Saison leider vorbei. Innerhalb von wenigen Tagen ist es hier abrupt kälter geworden: Von 25 Grad am Strand mit Sonnenschein zu knapp über 0 Grad in der Winterjacke, mit Regen … Trotzdem freuen wir uns auf die Winterzeit, hier in Milwaukee.

Bis bald,

Alex, Julian und Christian

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Sunshine State Florida

Ich habe die Ehre den ersten Blogeintrag aus Pensacola, Florida zu schreiben, denn zum ersten Mal gibt es einen USA-Austausch mit der University of West Florida (UWF).

Damit ihr über alles Wichtige hier informiert seid, habe ich für euch ein kleines ABC zusammengestellt.

  • Anreise Am 15. August bin ich von Frankfurt über Dallas nach Pensacola geflogen. Der Flughafen heißt zwar International Airport, jedoch ist hier der Name nicht Programm. Hauptsächlich starten von dort Inlandsflüge und man kann unter anderem nach Atlanta, Dallas, Houston oder nach Miami fliegen.
  • Argonaut Der Argonaut aus der griechischen Sagenwelt ist das Maskottchen der UWF.

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Science Gebäude, in dem unter anderem  die Mathe Fakultät untergebracht ist.

Beach Definitiv mein Lieblingsort in Pensacola, auch wenn der Strand ca. 30 Minuten mit dem Auto entfernt ist. Der Golf von Mexiko ist herrlich warm und der Sand ist weiß. 

  • Canoeing, Caving und Co. Über den Outdoor Club der Uni kann man sich für nur 5 Dollar ein Kanu, Paddel und Schwimmwesten ausleihen. Direkt auf den Campus kann man in den Escambia River steigen und eine Kanutour machen. Auch bietet der Outdoor Club verschieden andere Aktivitäten wie Hiking, Rafting, Klettern und Caving an. Beim Caving zum Beispiel, erkundet man eine Höhle.
  • Dodgeball Viele meiner Freunde hier lieben Dodgeball, eine Art Völkerball. Da fährt man auch gerne nachts in eine Turnhalle, um eine Runde zu spielen. Aber auch Kickball, Softball oder Baseball sind hier ziemlich beliebt.
  • Einführungsveranstaltungen In der letzten Augustwoche fanden die Orientierungsveranstaltungen statt. Wir wurden ziemlich ausführlich über unseren Visa Status aufgeklärt, es gab verschieden Campustouren, etc. Für mich gab es noch eine Einführungsveranstaltung als Teaching Assistent. Mir wurde die Technische Ausstattung der Klassenzimmer erklärt, welche Pflichten und Rechte ich als TA habe und vieles mehr.
  • Fall Endlich ist es Herbst und fast jeder hat mir erklärt, dass im Oktober die Luft nicht mehr so feucht ist. Gerade merke ich allerdings noch nichts davon Dafür gibt es jede Menge Fall Aktivitäten wie Kürbisse aushöhlen oder aus einem Maisfeld-Labyrinth wieder herauszufinden. Außerdem gibt es jetzt fast alles mit Pumkin Spice Gewürz, das meiner Meinung nach so ähnlich wie Lebkuchengewürz riecht und schmeckt.
  • Graduate Student Ich bin hier im Studienprogramm Mathematical Science eingeschrieben. An der UWF kann manreine Mathekurse und Statistikkurse besuchen. Ich höre hier Statistikkurse (siehe V-Vorlesung). Die anderen Mathe-Graduate Studenten haben mir den Einstieg hier ziemlich leichtgemacht und mich freundlich aufgenommen. Mein Geburtstag wurde mit einem Dinner und anschließenden Bowling gefeiert. Da wir uns gemeinsam ein Zimmer teilen, lernt man sich schnell kennen. Um den Abschluss an der UWF zu bekommen, muss man Matrix Theory und Statitical Inferences hören und eine große Prüfung in den beiden Fächern ablegen. Des Weiteren muss man entweder ein Proseminar machen, eine Masterarbeit schreiben oder über zwei Semester einen Research Kurs besuchen. Für letzteres habe ich mich entschieden (siehe V-Vorlesung).
  • Hurrikane In Florida gibt es, wie Ihr sicher aus den Medien erfahren habt, Hurrikane, zum Glück ist Pensacola bis jetzt davon verschon geblieben. Durch die Hurrikane Irma und Nate hatte ich lediglich ein paar zusätzliche freie Tage. Während ich besorgte Nachrichten aus Deutschland wegen Hurrikan Irma bekommen habe, war bei uns Sonnenscheinwetter und ich hab den freien Tag mit Freunden am Strand verbracht.
  • Internationals Vor allem sind hier Asiaten als Exchange Students, aber auch zwei andere Ulmer, Anna und Niklas, sind über das Ulmer Internationale Office hier.
  • Job Meine Teaching Stelle umfasst die Leitung von zwei sog. MathLabs. Das MathLab ist ergänzend zur Vorlesung Precalculus with Trigonometry. Precalculus umfasst so ziemlich den Stoff der 10. Klasse im Gymnasium wie zum Beispiel Sinus und Cosinus zeichnen, den Definitionsbereich einer Funktion bestimmen und vieles mehr. In den MathLabs müssen die Studenten unter meiner Aufsicht ein Arbeitsblatt lösen, das ich dann korrigieren muss. Aber manchmal mache ich auch eine Fun-Aktivität mit meinen Studenten, wie zum Beispiel der Bau eines Katapults. Der Sinn hierfür war, im Anschluss die Flugbahn eines Mini Kürbisses zu berechnen. Des Weiteren muss ich Klausuraufsichten machen und für zwei weitere Vorlesungen Klausuren korrigieren. Letztes Wochenende waren es dann zum Beispiel 140 Klausuren. Zweimal in der Woche muss ich noch die technische Verantwortung für meine eigene Vorlesung übernehmen, wie das Smartboard anschalten und die Online Studenten (siehe O) einwählen.

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  • Kochen Viele Amerikaner habe ich mit den deutschen Pizzabrötchen, Nudelsalat, Hefezopf und Fantakuchen ziemlich beeindruckt.
  • Library Gleich in der ersten Semesterwoche habe ich ein Gewinnspiel in der Bibliothek gewonnen. Mein Preis war eine Tasche voller Nervennahrung und nützlichen Dingen wie Kulis, Collegeblöcken, USB-Stick etc.
  • Math Association Ich bin Mitglied des Mathe Clubs. Wir treffen uns einmal in der Woche für ein Speakers Meeting oder um organisatorische Sachen zu klären. Zu Halloween machen wir z.B. einen Fund Raiser und verkaufen dafür Gebäck. Im Spring Term fahren wir auf eine Konferenz zusammen. Ein paar Mal im Semester gibt es einen sog. Tutoring Drive, mit gratis Pizza und gratis Hausaufgabenhilfe von den Graduate Studenten für die Undergraduates.
  • Nap Die Massagestühle der Universität sind einfach perfekt für einen power nap. Die UWF tut wirklich viel für die Entspannung ihrer Studenten, neulich konnte man Hunde streicheln.

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  • Online-Studenten Hier kann man den Master auch als Online Student machen. Da eigentlich alle graduate online Studenten arbeiten und nebenbei ihren Master machen, finden die Vorlesungen erst ab 4Uhr nachmittags statt. Die UWF hat ein Online Programm, an dem man sich live in die Vorlesung einwählen kann und dann direkte Fragen an den Professor stellen kann. Die Kurs Größe ist unter 20 inkl. Online Studenten, wobei im Klassenzimmer nur 2 bis 6 Studenten neben dem Dozenten anwesend sind.
  • Palafox Market Jeden Samstagmorgen findet in Downtown Pensacola ein Farmers Market statt. Man kann selbstgemachte Sachen dort kaufen. Meiner Meinung nach gibt es dort auch das beste Brot im Vergleich zum üblichen Toastbrot und die beste Honig Zitronen Limonade. Aber man kann auch Mirkogreens, Deko oder Schmuck dort kaufen
  • Rock Painting Gerade bei den Mädels ist es ziemlich beliebt, Steine zu bemalen und dann irgendwo in der Stadt zu verstecken. Anschließend wir in der Regel ein Bild davon auf Facebook gepostet und man hofft, dass die Steine von jemanden gefunden werden.
  • Sport Die UWF bietet wie alle amerikanischen Unis ein großes Sportprogramm, wie Fitnessstudio, Kletterwand, Sportkurse, Schwimmbad. Ich gehe einmal in der Woche zum Aquacycling und zum Spinning.
  • Tiere Gürteltiere, Pelikane, Schildkröten, Schlangen, Spinnen,  Alligatoren, und noch viele laufen/fliegen/kriechen hier frei rum.
  • Urlaub Kommendes Wochenende fliege ich nach Fort Myers und besuche meinen Onkel und meine Tante, die dort ihren alljährlichen Urlaub verbringen. Sie haben mir auch versprochen ein paar deutsche Spezialitäten mitzubringen wie Vollkornbrot und Lebkuchen.
  • Vorlesungen Ich besuche hier 3 Kurse. Zwei Vorlesungen -„Nonparametric Statistics“ und „Multivariate Methods“ – und einen Research Kurs. In Nonparametric Statsitics besprechen wir verschiedene Tests und deren Anwendung in R. In Multivariate Methods beschäftigen wir uns B. mit Principal Component Analysis, Factor Analysis und vor allem den Umgang in SAS. Die Vorlesungen zielen vor allem auf die Anwendung ab. Wie üblich in den USA, muss man Hausaufgaben abgeben, Projekte bearbeiten und Midterms und Finals schreiben.
    Der Research Kurs ist etwas anders aufgebaut. Im Fall Semester steht ein Gruppen Report an. Wir untersuchen Krebssterblichkeitsraten in den USA für verschieden Krebsarten mittels Clusteranalysis. Der Kurs ist echt ziemlich zeitintensiv, aber macht total viel Spaß. Inzwischen benutzen wir 5 verschiedene Computer-Programme, um unsere ersten Ergebnisse darzustellen. Als Partner steht uns das Institute for Health Metrics and Evaluation in Seattle zu Verfügung. Ich habe mich letzte Woche um ein Research-Stipendium beworben, damit ich im Spring Term vielleicht dorthin reisen kann, um unsere Ergebnisse dort vorzustellen. Im Spring Term muss dann jeder einen eigenen Artikel für den Research Kurs schreiben.
  • Wohnen Ich wohne direkt neben dem Campus in einer Apartmentanlage. Ich habe mein eignes Schlaf- und Badezimmer. Die Küche, das Wohnzimmer und den Balkon teile ich mit meinen 4 Mitbewohnerinnen. Zudem gehört zu der Anlage z.B. ein Pool, Fitnessraum und Billiardtisch. Mit meinem Fahrrad bin ich in nur 5 Minuten am Mathegebäude.

Zu X, Y, Z will mir einfach nichts einfallen.

Go Argos!

Julia

We are all orange!

Hi guys,

am 08. August sind wir, Felix, Fabi und Paula hier in Syracuse, New York angekommen. Nun möchten wir euch das erste Mal von unseren Erlebnissen hier berichten.

Nach unserer Ankunft holte uns unser Vermieter David am Flughafen ab. In seinem typisch amerikanisch riesigen Auto war es kein Problem, das Gepäck von uns dreien zu transportieren. David zeigte uns auf dem Weg auch noch ein paar Uni-Gebäude, einen großen Supermarkt und die Straße, in der wir im nächsten Jahr wohnen werden. Die informative  Vorstellung des Uni-Geländes konfrontierte uns sofort mit einem der typischen Klischees über die Amerikaner: Sie gehen nicht gerne zu Fuß. Um uns einen bestmöglichen Blick auf den Campus zu ermöglichen rangierte David einige Male auf dem Parkplatz umher.
Nach einer Hausführung durch David traf kurze Zeit später auch unser kanadischer Mitbewohner Alan ein. Auch er zeigte uns noch ein paar Sachen im Haus und Garten. Außerdem hatte er sehr lecker für uns gekocht, eine Art Riesen-Teigtasche gefüllt mit Gemüse, dazu Gurken-Tomaten-Käse-Salat und zum Nachtisch Salat aus Honigmelonen und Minze. David vermietet seit über 10 Jahren das „German House“ an uns Ulmer Austauschstudenten. Das Haus ist zwar nicht mehr besonders jung und der Boden knarzt an einigen Stellen, aber nichtsdestotrotz sehr charmant und inzwischen durchaus heimelig.
In den ersten zwei Wochen wurden wir in verschieden „Orientations“ über das Leben in Amerika, unsere Aufgaben als Teaching Assistants (TAs) und die Syracuse University informiert. Leider waren nicht alle Angebote passgenau auf unsere mathematischen Lehraufgaben ausgelegt, aber profitiert haben wir von diesen Tagen sicherlich. Außerdem enthielten die Orientations viele Freizeitaktivitäten, wie ein gemeinsamer Shopping-Trip, ein Bowling-Ausflug, eine „International Expo“, auf der sich verschiedenste Länder vorstellten und vieles mehr. Summa summarum: Viel gratis Essen und eine hervorragende Gelegenheit Leute kennenzulernen.

Zwischen der Orientation für TAs und der Orientation unserer Fakultät haben wir uns spontan entschlossen einen Viertagesausflug nach New York City zu unternehmen. Der Greyhound brachte uns an einem Samstagmorgen in die Stadt, die niemals schläft. Neben den Besuchen zahlreicher typischer Touristenattraktionen (Freiheitsstatue, Top of the Rock, Empire State Building, Metropolitan Museum, Central Park usw…) fanden wir auch noch Zeit für ein paar besondere Schmankerl, z.B. das Musical „Charlie und die Schokoladenfabrik“ am Broadway zu sehen, einen Jazz-Club (nicht mit Chess-Club zu verwechseln) zu besuchen und einem Open-Air-Kino in Harlem beizuwohnen. Nach vier ereignisreichen Tagen brachte uns der Greyhound wieder zurück ins vertraut ruhige Syracuse.

Bei der anschließenden Orientation des Math-Departments wurden wir dann fachspezifisch auf unsere Rolle als TA vorbereitet. Wir unterrichten Calculus III (Paula), Calculus I (Fabi) und Modern Mathematics (Felix). Am Abend waren wir dann noch im Haus einer Kommilitonin zu einem Spieleabend eingeladen, wo wir viele andere Studenten aus dem Math Department kennenlernten.

Eine Woche später begannen dann auch schon der Uni-Alltag. Unser Haus ist etwa 20 Gehminuten (laut Vermieter sind es sieben) vom Campus entfernt; mit dem Fahrrad ist es in ungefähr fünf Minuten aber sehr gut zu schaffen. Der Weg zum Math-Department in der Carnegie Library führt übrigens über die Euclid Avenue ein schöner Straßenname auf dem Pfad zur Mathematik. 😉
Damit wir am Ende auch unseren Master bekommen, können wir natürlich nicht nur den ganzen Tag Spiele spielen und Fahrrad fahren. Alle drei besuchen wir die Vorlesung „Calculus on Manifolds“, eine Art Fortsetzung von Analysis III. Fun Fact: Diese wird von einer Italienerin gehalten, die das „W“ genau so schreibt wie Prof. Dall’Acqua.
Dazu hören Felix und Fabi noch „Real Variables 1“, worin es hauptsächlich um Maßtheorie geht (aber man beweist hier zum Beispiel auch den Darstellungssatz von Riesz). Paula und Fabi vertiefen ihre algebraischen Kenntnisse in „Rings and Modules“, in dem uns ein unterhaltsamer Ire in die Geheimnisse der Moduln einweiht – das sind im Prinzip Vektorräume über einem (meist nicht-kommutativem) Ring (statt einem Körper). Der Dozent erhellt uns zudem mit heiteren Anekdoten, z.B. über die Einbürgerungsversuche seines Bruders oder seine Begegnungen mit namhaften Mathematikern wie Max August Zorn.
Darüber hinaus besucht Fabi noch „Introduction to Cryptography“, einen Informatik-Kurs, in dem es neben klassischen Chiffren auch um modernere Themen z.B. Public Key Verfahren wie RSA, Bitcoins oder Quantenkryptographie geht. Zum Glück ist der Programmieranteil sehr gering.
In „Commutative Algebra“ beschäftigt sich Paula mit den algebraischen Methoden, die man für die Algebraische Geometrie benötigt. Im Gegensatz zur Vorlesung über Ringe und Moduln sind in dieser Vorlesung alle Ringe kommutativ, was manche Argumente durchaus erleichtert. Außerdem besucht sie noch ein „Graduate Commutative Algebra Seminar“, das von derselben Professorin wie in „Commutative Algebra“ geleitet wird und sich um fortgeschrittenere Themen wie lokal geringte Räume und Schemata dreht.
Der Kurs „Introduction to Stochastic Processes“ überschneidet sich inhaltlich mit der Vorlesung „Stochastik II“ in Ulm, die Paula noch nicht gehört hatte, und das jetzt somit nachholt. Der wichtigste Begriff der Vorlesung ist der der (zeithomogenen) Markov-Kette. Da der Kurs auch von „undergraduates“ besucht wird, ist er nicht so anspruchsvoll wie Paulas andere Kurse, dafür gibt es aber umso mehr Hausaufgaben.

Unsere Teaching-Assistant-Stelle beinhaltet das Halten von drei bis vier „Recitations“ pro Woche. Eine „Recitation“ ist eine Art Tutorium, indem Studenten den Vorlesungsstoff wiederholen und durch das Anwenden an Beispielen und in Übungsaufgaben vertiefen. Am Ende jeder „Recitation“ gibt es ein zwanzigminütiges Quiz für die Studenten, dessen Bewertung ebenfalls zu unserer Aufgabe gehört. Auch bei der Erstellung des Quizzes wirken wir mit, sowie bei der Korrektur der „Midterm“ und „final exams“, die unsere Studentinnen und Studenten absolvieren müssen.

Syracuse selbst ist eine Kleinstadt mit gerade mal 140.000 Einwohnern. Für amerikanische Verhältnisse üblich erstreckt sie sich dabei über eine enorme Fläche, sodass man selbst Downtown vergeblich nach einem Pendant für die Alt- oder Innenstadt deutscher Kleinstädte sucht. Auf zwei Dinge jedoch sind die Leute hier besonders stolz. Das eine trägt den schicksalsträchtigen Namen „Destiny Mall“ und bezeichnet eines der größten Einkaufszentren der USA. Neben jeder Art von Läden die man sich nur vorstellen kann (Supermärkte ausgenommen) findet man hier auch Gokart, Lasertag und einen Klettergarten. Das andere Highlight von Syracuse ist das New York State Fair, das Volksfest des Bundesstaates New York, das tatsächlich in Syracuse stattfindet. Wie ein Volksfest in Deutschland bietet das New York State Fair eine riesige Auswahl an Fahrangeboten, sowie Ständen mit Essen und Trinken. Zusätzlich gibt es aber auch Ausstellungen, z.B. von Nutztieren, Oldtimern, einen Zoo mit Giraffen und Zebras, sowie ein indianisches Dorf. Ein ganz besonderes Highlight ist jedes Jahr die Butter Sculpture, eine lebensgroße Statue aus Butter. Kulinarisch gibt es sehr viele kuriose Dinge. Diese lassen sich vor allem dadurch charakterisieren, dass für uns untypische Sachen wie Oreo-Kekse, Eis oder Butter frittiert werden … verrückt! Darüber hinaus treten auf dem Fair auch verschiedene Musik-Gruppen auf und geben Konzerte.

Vor zwei Wochen waren wir auf dem „Apple Festival“ in Ithaca, was nur eine knappe Autostunde entfernt ist. Nachdem wir das Parkplatzproblem zum Glück irgendwann gelöst hatten, konnten wir uns mit den verschiedenen Ständen, an denen allerlei Dinge zum Thema Apfel angeboten wurden, beschäftigen. Natürlich füllten wir bei dieser Gelegenheit unsere Äpfelvorräte auf, nahmen aber auch an einem „Hard Cider Tasting“ teil, war schließlich kostenlos. Eine abschließende Besichtigung der Cornell-University durfte natürlich nicht fehlen.
Aber auch außerhalb solcher Events hat die Gegend hier einiges zu bieten, die Seen und Parks um Syracuse herum, z.B. der Green Lake State Park oder der Beaver Lake, laden im September/Oktober zu malerischen Herbstwanderungen ein.
Wer die ausführlichere Variante der Berichte über unsere Erlebnisse aus Paulas Sicht lesen möchte, ist herzlich eingeladen auch einmal auf paulainsyracuse.wordpress.com vorbeizuschauen.

Nun möchte auch ich, Felix, der Dritte im Bunde, noch einmal von meinen Erfahrungen und Erlebnissen berichten. Fabi und Paula haben bereits einiges geschrieben und um die Gefahr zu vermeiden, dass das Internet irgendwann überläuft versuche ich mich kurz zu halten und bitte dennoch darum Doppelnennungen zu entschuldigen: Wir sind nun schon über zwei Monate in Syracuse. Genug Zeit also um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Das Traditionshaus der Ulmer „the German House“ bietet uns genügend Raum zur Entfaltung, wenn wir nicht gerade damit beschäftigt sind eine Fledermaus mit einem Batlaken (pun intended) einzufangen. Wir haben eine Waschmaschine, die sich wie ein startender Jumbo Jet anhört und jeden Morgen besucht mich eine Eichhörnchenfamilie auf dem Dach vor meinem Fenster. Dass wir nur ein Badezimmer für vier Personen besitzen ist nicht weiter tragisch. Das könnte nur potentiell ein Problem sein, falls eine Person an Mumps oder Ähnlichem erkrankt. Aber solche Mittelalterkrankheiten gibt es ja glücklicherweise in einem hochentwickelten Land wie den USA nicht. Moment: Da hätte ich doch fast Fake News verbreitet. Tatsächlich ist doch gerade die wöchentliche Mumpsmail mit dem Titel „We Need Your Help to Prevent the Spread of Mumps!“ in meinem Postfach aufgeploppt und jetzt erinnere ich mich auch wieder, dass Fabian die letzte Woche mit einer Mumpsdiagnose im Hotel verbracht hat. Aber zurück zu angenehmeren Dingen: Unser kanadischer Mitbewohner Alan ist traditionell kanadisch nett und lebt größtenteils bei seiner Freundin Allyson. Dennoch haben wir einige Male gemeinsam gekocht, waren bei zwei Potlucks und er hat mich zum Filipino martial arts mitgenommen. Zur Uni fahre ich ausschließlich mit meinem Fahrrad. Das Fahrrad habe ich von Marius, einem unserer Ulmer Vorgänger, geerbt. Auf dem Fahrrad hat Marius bereits einen Verkehrsunfall überlebt. Ich hoffe, dass damit die Karmapunkte des Fahrrads noch nicht aufgebraucht sind und es mich gut durch den Winter bringen wird. Die Orientierungstage waren sehr gut um Bekanntschaften zu schließen. Ich habe Freundschaften mit vielen internationalen Studenten aufgebaut. Auf dem Campus gibt es so sehr viele vertraute freundliche Gesichter mit denen man sich auf einen Kaffee im, von Studenten betriebenen, campuseigenen Café, treffen kann. Daneben sind wir vor allem mit den anderen first years unterwegs. Unter anderem waren wir auf dem apple festival in Ithaca und haben ein football match gesehen. Auf dem apple festival hat mich unser Mitstudent Abraham „ausversehen (;“ mit Apple Cider übergossen und ich hatte danach mit tausenden Wespen zu kämpfen. Meine Rache steht noch aus. Das Football Match wurde zu einem echten Ereignis, weil Syracuse, vollkommen unerwartet, die amtierenden National College Champions von der Clemsen University besiegen konnte.

Unser Math Office ist definitiv für so einige Späße zu haben. Ich bekomme manchmal Besuch von Freunden aus anderen Studiengängen und wir liefern uns einen Kritzelkrieg mit Stephen, einem anderen Mathestudenten, wie man auf der folgenden Bilderserie sehen kann.

Bei allem Spaß muss natürlich auch studiert und gearbeitet werden: Ich höre die Vorlesungen Introduction to Algebra 1, Introduction to Topology, Calculus on Manifolds, Real Variable 1 und Measure Theory. Die für mich interessanteste Veranstaltung ist die Topologievorlesung, da ich in Ulm noch nicht die Gelegenheit hatte Topologie zu hören. Algebra habe ich bisher in meinem Studium weitestgehend gemieden. Deshalb kann ich auch aus dieser Vorlesung einiges mitnehmen. Insgesamt habe ich viele Dinge die behandelt werden bereits gesehen. Die wöchentlichen Abgaben und Midterms, von denen ich bereits drei geschrieben habe, machen das Studieren aber dennoch zu einer zeitintensiven Angelegenheit. Daneben bin ich als Teaching Assistant für die Vorlesung Modern Mathematics tätig. Ich halte pro Woche vier Recitations für insgesamt über 100 Undergraduates ab. Den Kurs belegen ausschließlich Studenten aus mathefernen Studiengängen. Wir behandeln Anwendungsbeispiele aus der Kombinatorik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Finanzmathematik. Die Unterrichtseinheiten dauern 55 Minuten und beinhalten jeweils ein Quiz, dass ich am Ende ausgebe und korrigiere. Insgesamt bin ich mit meiner Tätigkeit sehr zufrieden. Meine Studenten sind nett und es ist sehr erfrischend zur Abwechslung Wissen an Personen zu vermitteln die mit Mathematik größtenteils nichts anfangen können.

Abschließend zurück zu den gefährlichen Seiten des Lebens in den USA: Ich habe es irgendwie geschafft in Berührung mit Poisson Ivy, einer giftigen Pflanze die in Nordamerika verbreitet ist, zu kommen. Daraufhin ist mein kompletter rechter Arm angeschwollen und es haben sich kleine Bläschen gebildet. Eine schmerzhafte Angelegenheit von der ich mich in der Winterpause erst einmal in San Diego und Hawaii erholen muss. Inzwischen ist aber alles wieder verheilt. Ihr seht also. Mit Mumps und Giftefeu sind Fabian und ich bemüht Erfahrungen zu machen, die wir so aus Deutschland nicht kennen. Mal sehen was Paula sich demnächst holt.

 

 

Winter is coming… Not yet

Diese Woche melden wir, Mark und Peter, uns aus Waterloo im sonnigen Süden Kanadas. Hier werden wir die nächsten 12 Monate verbringen. Nun assoziiert sicher nicht jeder Kanada mit sonnigem Süden, aber das Wetter, das wir in den letzten Wochen hier in Waterloo erleben durften, weckte doch eher Mittelmeergefühle als solche vom bitterkalten Norden. Eine mehrwöchige Schönwetterperiode mit Temperaturen von 20-30 Grad hat uns einen warmen Empfang bereitet.

Da das Semester hier in Kanada im Gegensatz zu den meisten US-Unis nicht schon im August, sondern erst am 1. September beginnt, hatten wir nach Ende der Klausurenphase in Ulm noch Zeit, unsere neue Heimat zu bereisen. Beide entschieden wir uns dafür, die Schönheiten des kanadischen Westens zu erkunden. Peter ist mit seiner Familie von Calgary aus drei Wochen mit einem Wohnmobil unter anderem durch Banff und Jasper, die bekanntesten (und leider auch meistbereisten kanadischen Nationalparks), Richtung Vancouver gereist, sowie danach noch auf Vancouver Island. Mark ist zusammen mit Annika (einer Ulmer Austauschstudentin) anfangs mit dem Canadian, der transkanadischen Eisenbahnverbindung, von Toronto nach Edmonton gefahren. Das Ganze dauerte 2 Tage und 10 Stunden. Allgemein empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung derartiger Unternehmungen, kurzfristige Flüge sind ziemlich teuer! Danach haben sie per Minivan auch Banff und Jasper, sowie die Nationalparks Kootenay und Yoho erkundet.

Hinweis für Nachahmer: Außerhalb der Campingplätze ist das Schlafen im Auto nicht erlaubt.

Verwarnung

 

Die nachfolgenden Bilder geben hoffentlich einen kleinen Einblick in die Schönheit und Vielfalt des kanadischen Westens. Wir beide waren zumindest ziemlich begeistert!

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Peter ist am 31. August von Vancouver über Calgary direkt nach Waterloo geflogen und ja, Waterloo hat wirklich einen Flughafen 😉. Dieser besteht allerdings nur aus einer kleinen Halle, 10m Gepäckband und keinerlei Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Mark ist am 1. September von Calgary nach Toronto geflogen und hat dort den kostenlosen Shuttle Service in Anspruch genommen, den die University of Waterloo an den ersten drei Tagen im September anbietet. Der 1. September ist auch der früheste Termin, an dem man sein Haus im Studentenwohnheim beziehen kann. Wir wohnen, wie die meisten (oder alle?) unserer Vorgänger, im Columbia Lake Village North. Dies ist eine Siedlung ausschließlich für Graduates (d.h. Master- und PhD-Studenten) und die einzige Unterkunftsmöglichkeit auf dem Campus für Graduates. Im Vergleich zu Ulmer Wohnheimen ist diese zwar teuer, aber dafür sehr schön, extrem geräumig und per Fahrrad erreicht man in 10 Minuten jedes Gebäude auf dem Campus. Außerdem bekommt man als internationaler Student auf jeden Fall einen Platz, wenn man sich frühzeitig bewirbt.

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Weitere Bilder und Infos gibt es unter https://uwaterloo.ca/housing/residences/columbia-lake-village/columbia-lake-village-north.

Ein weiteres Plus sind die Murmeltiere, die unter den Treppen der Hauseingänge wohnen und fleißig das Gras in der Siedlung kurzhalten. Allgemein sieht man hier viele Tiere. Eichhörnchen und Gänse bevölkern den ganzen Campus, aber auch Wolf, Stinktier und Waschbär haben wir schon gesichtet.

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Die ersten Tage waren wir mit vielen organisatorischen Dingen beschäftigt, wie etwa: Studentenausweis abholen, Bankkonto eröffnen, Social Insurance Number beantragen (diese braucht man für seine Tätigkeit als Teaching Assistant – mehr dazu später), Simkarte besorgen, Probleme mit eduroam klären, sowie grundsätzliche Einkäufe für den Haushalt erledigen.

Da Florian, einer unserer Vorgänger, mindestens ein Trimester länger bleibt, konnten wir leider nicht (wie sonst üblich) alle Haushaltsgegenstände übernehmen. Zufälligerweise fanden wir am zweiten Tag ein paar Straßen weiter aber einen Garagenverkauf, wodurch sich dieses Problem schnell und äußerst kostengünstig löste 😊.

Ein paar Tage später startete dann das Studentenleben mit einer zweitägigen Orientation. Hier wurden viele nützliche und weniger nützliche Vorträge gehalten und viele universitäre Einrichtungen vorgestellt. Interessanter waren das vielfältige und vor allem kostenlose Essen, sowie die zahlreichen neuen Bekanntschaften sämtlicher Nationalitäten. Besonders unter den Graduates gibt es nämlich nur wenige Kanadier.

Die University of Waterloo ist eine der renommiertesten kanadischen Universitäten mit einem modernen Campus und etwa 37.000 Studenten – davon etwa 6.000 Graduates. Ähnlich wie Ulm und Neu-Ulm bilden Waterloo und Kitchener quasi eine zusammenhängende Stadt mit etwa 400.000 Einwohnern.

 

Im Anschluss begann die Vorlesungszeit. Wir sind beide im Masterstudiengang Actuarial Science eingeschrieben und hören in diesem Trimester jeweils drei Vorlesungen. Zusammen belegen wir Finance 1 und Topics in Actuarial Science, eine Vorlesung über Loss Models. Mark besucht außerdem Computer Intensive Methods with Applications in Finance und Peter Quantitative Enterprise Risk Management. Generell sind die Vorlesungen relativ arbeitsaufwändig, da die Übungsblätter benotet werden und in die Endnote einfließen. Zusätzlich zu den Finals gibt es noch Midterms, sowie in manchen Vorlesungen Projekte, die man bearbeiten muss.

Darüber hinaus haben wir jeweils zwei Teaching Assistantship-Stellen, um die happigen Studiengebühren zu finanzieren. Ein Jahr kostet hier 20.000 CAD Studiengebühr. Das Gehalt als Teaching Assistant reicht aus, um diese und die Mietkosten zu decken. Typische Aufgaben sind im Allgemeinen die Korrektur von Übungsblättern und Prüfungen, das Halten von Tutorien und Office Hours oder die Betreuung von Projekten. Der Arbeitsaufwand kann sich je nach betreuter Vorlesung und Professor merklich unterscheiden. Außerdem kann man scheinbar völlig willkürlich für irgendwelche Klausuraufsichten eingeteilt werden, wie es Peter passiert ist. Abgesehen davon ist Peter für die Betreuung eines Finanzprojektes zuständig. Mark darf wöchentlich ein Tutorium für 180 Studenten halten. Des Weiteren müssen wir beide Office Hours halten und unregelmäßig Übungsblätter korrigieren – letzte Woche waren es beispielsweise zusammen 300 Stück.

Die ersten Wochen waren relativ entspannt, so dass wir viel Zeit hatten, die Gegend bei Tag und Nacht zu erkunden. Außerdem haben wir ein paar Ausflüge unternommen. Ein Wochenende waren wir in Toronto, haben ein Baseballspiel der Toronto Blue Jays gegen die New York Yankees besucht (was einfach der langweiligste Sport aller Zeiten ist) und das Nachtleben genossen.

 

 

 

 

Des Weiteren haben wir an einem von einer Hochschulgruppe organisierten Ausflug zu den Niagara-Fällen teilgenommen.

 

Peter hat auch einige Fahrradtouren unternommen und war im Bruce Peninsula National Park.

Mittlerweile gestaltet sich der Alltag deutlich arbeitsintensiver, da bald auch schon die ersten Midterms anstehen. Zur Ablenkung hat am Wochenende das Kitchener Oktoberfest begonnen, das größte seiner Art außerhalb Deutschlands.

In diesem Sinne Prost und bis bald

Mark und Peter

 

Einer bleibt, der andere geht

Nach dem gerade zu Ende gegangen dritten Semester hier in Waterloo, ist es nun auch an der Zeit, zumindest für einen für uns, so langsam an den Abschied von Kanada zu denken: Thorsten wird nach einer Rundreise durch Ontario und Quebec und einem Trip an der Ostküste Amerikas Ende September nach Deutschland zurückkehren. Florian hingegen wird vermutlich noch ein Semester länger hier bleiben, um seinen Master zu beenden und plant in der Weihnachtszeit wieder in der Heimat zu sein.

Da unser letzter Eintrag hier schon eine ganze Weile her ist und wir in der Zwischenzeit einiges erlebt haben, wollen wir im Folgenden erzählen wie es uns beiden ergangen ist.,

Florian:

Im dritten Semester habe ich einen Kurs über Matroide belegt, was ziemlich interessant, aber auch schwierig war und viel von meiner Zeit in Anspruch genommen hat. Bis zum Ende des Jahres, an dem ich vermutlich fertig sein werde, muss ich noch meine „Thesis“ abschließen.  Leider hatte ich dieses Semester eher wenig Zeit dafür, was zum einen an dem aufwendigen Kurs und den unten geschilderten Ausflügen, zum anderen aber auch an zwei Mathekonferenzen lag, an denen ich teilnehmen durfte. Während die eine hier in Waterloo stattfand, durften wir zur anderen auf Kosten der Universität nach Toronto fahren und dort eine Woche lang übernachten. Auch wenn viele der Vorträge auf den Konferenzen ein bisschen zu schnell und kompliziert für mich warten, war es insgesamt eine tolle Erfahrung!

Das dritte Semester in Waterloo war aber auch von einer ganzen Menge Ausflügen geprägt, die mir die sommerlichen Temperaturen endlich erlaubten. So war ich zunächst mit ein paar Freunden für Wochenendtrips  im Pinery Park (ein kleinerer Park am Lake Huron) und an der Bruce Peninsula, die eines der größten Naturparadiese in der  Umgebung.bild1

Wir hatten ein Zelt gekauft und suchten dort jeweils Campingplätze auf, die im Vergleich zum europäischen Standard ausgesprochen ruhig und großräumig sind.  Es war jedes Mal eine schöne Abwechslung, Waterloo und die Universität für ein paar Tage zu verlassen.

Ende Juni kamen dann meine Eltern mich für zwei Wochen besuchen. Ich konnte mir die meiste Zeit davon freinehmen, was einen schönen Ausflug ermöglichte, der uns über die Bruce Peninsula, Manitoulin Island und die Städte Sudbury und North Bay führte.  Gegen Ende konnte ich mit ihnen auch noch an die Niagarafälle und nach Toronto fahren. Insgesamt auf jeden Fall ein tolles Erlebnis!

Im August kam dann ein guter Freund aus Deutschland, mit dem ich meine dreiwöchigen Sommerferien verbrachte. Wir verbrachten 6 Tage beim Wandern im Pukaskwa Nationalpark am Ufer des Oberen Sees. Es war ein tolles Naturerlebnis und die nicht unerheblichen   Entbehrungen von 6 Tagen in unbewohnter Umgebung auf jeden Fall wert.

Ein Highlight war eine Bärenfamilie, die wir auf dem Weg trafen, die uns erst den Weg versperrte, dann aber schließlich doch die Flucht ergriff.

Anschließend waren wir mit ein paar Freunden noch vier Tage im Algonquin Park beim Kanufahren. Dabei stellten wir unser Zelt auf einer kleinen Insel in einem See auf. Während uns das Wetter einen Tag lang zwang, bei den Zelten zu bleiben, konnten wir an den anderen schöne Toure unternehmen.  Nach weiteren Ausflügen zu den Niagarafällen und zum Fort Erie war der Sommerurlaub leider auch schon wieder zu Ende und der Unialltag beginn.

Thorsten:

Da meine Examen und Projekte des zweiten Semesters hier an der „uWat“ alle recht früh in der Prüfungsphase lagen, war es mir möglich, Ende April gut gelaunt für ein paar Tage Anja und Stefan im wunderschönen San Diego zu besuchen. Die tollen Gastgeber und die überraschend vielseitige Stadt machten meinen Aufenthalt zu einer echten Freude und ich genoss jeden Tag in vollen Zügen. Traumhafte Hafenpromenaden, wunderschöne Parks, ein Weltklassezoo und der Besuch von SeaWorld waren nur ein paar der Highlights, die ich dort erleben durfte.

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Aber auch unser geliebtes Waterloo bot einige hochkarätige Events in den letzten Monaten, vom St. Patrick’s Day im März, den wir natürlich getreu dem Motto „Grün, grün, grün ist alles was ich hab“ zelebrierten, über den bild12Nationalfeiertag „Canada Day“ im Juli,

an dem ich mit über 60000 anderen Menschen unweit unseres Campus einem gigantisches Feuerwerk, Live-Musik und und und und beiwohnen konnte, bis hin zu meiner stimmungsvollen Abschiedsparty vor wenigen Wochen.bild15

Ab Mai begann für mich das letzte Semester hier und damit ergab sich mir ein wenig mehr Freiheit als zuvor meinen Zeitplan selbst zu gestalten, da ich nur noch einen Kurs brauchte und dieser, neben den TA-Verpflichtungen, der einzige vorgeschriebene Termin war. So konnte ich einen Kurztrip mit meinen Eltern arrangieren, der uns an den Huronsee führte. Dort verbrachten wir viel Zeit in der atemberaubenden Natur Kanadas, unter anderem bereisten wir für ein paar Tage Manitoulin Island, die nicht nur die weltgrößte Insel in einem See ist, sondern auch insgesamt sechs Indianerreservate beherbergt.

Ein anderes Wiedersehen konnte ich auch mit meinen Bruder feiern, denn ich traf ihn auf seiner eigenen Reise für ein Wochenende in Toronto, das mich abermals mit seiner Lebendigkeit und Vielfältigkeit begeisterte.

Eine sehr kurze und spontane Zusammenkunft erlebte ich mit meinem Freund Constantin, der auf seiner Rundreise einen Stopp in Waterloo einlegte, worüber ich mich sehr gefreut habe.bild21

Neben dem bereits erwähnten Kurs und den Jobs an der Uni, bestand meine Hauptaufgabe im dritten Semester darin, ein sogenanntes „Research Paper“ zu verfassen. Nachdem dieses von meinem Supervisor und einem weiteren Begutachter beurteilt wurde, konnte ich es Mitte August offiziell einreichen und damit meine Studienzeit hier in Kanada abschließen.

Abschließend kann ich eigentlich nur sagen, dass mir das komplette Jahr hier in Waterloo sehr viel Freude bereitet hat und ich diese Erfahrung jedem ans Herz legen würde. Besonderen Dank natürlich auch von mir an den Organisator Hajo Zwiesler und an alle, die mich sonst auf irgendeine Weise davor oder in Kanada selber unterstützt haben. Thumbs up!

Jetzt werde ich erst mal meinen Urlaub in Kanada und den USA genießen bis ich euch alle in ein paar Wochen im schönen Ulm wiedersehe. Cheers!

 

Erste Eindrücke aus San Diego

Liebe Familien und Freunde, liebe Leser dieses Blogs und zukünftige Teilnehmer des USA-Austauschs,

nun ist es Zeit für uns aus San Diego zu berichten. Etwa zwei Wochen vor Vorlesungsstart sind wir in San Diego angekommen und können auch schon einiges erzählen. Zuerst einmal zum wir: wir sind Marc und Max, die Statistics studieren, und Ludwig, der seinen Master in Applied Mathematics macht.

Zu Beginn ein Bild unseres Campus:

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Unsere ersten Wochen waren stark geprägt vom Organisieren, Kennenlernen der Stadt und vom Entspannen bevor die Uni anfing. Gerade für die Stellen als Teaching Associates am Mathe Department mussten wir uns durch einige bürokratische Schwierigkeiten kämpfen. Inzwischen haben wir aber alles bewältigt und dürfen legal an der Uni arbeiten. Während Ludwig Studenten in Calculus I betreut, was etwa Höherer Mathematik I in Ulm entspricht, leiten Marc und Max Kurse in STAT250, was einer Mischung aus Elementare WR und Statistik sowie Stochastik I entspricht. Wir alle haben schon unsere ersten Klassen halten dürfen und sind auch froh, dass wir durch dieses Programm die Möglichkeit haben, mit den TA Stellen unseren Aufenthalt hier mitzufinanzieren.

Klassen unterrichten und besuchen dürfen wir im Mathematics und Statistics Department:

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Das Mathematics und Statistics Department der San Diego State University ist u.a. spezialisiert auf nichtlineare Systeme und deren Simulation, sowie auch auf Klimaforschung. Wir belegen dabei hier Kurse von Data Analysis über numerischer Optimierung, Time Series Analysis bis hin zu mathematischer Modellierung. Durch unser Programm konnten wir durch Anrechnung von drei Kursen aus Ulm unsere Zeit bis zum Master Abschluss von normal üblichen zwei Jahren auf eines verkürzen. In dieser Zeit belegen wir fünf Kurse und schreiben hier unsere Masterarbeit. Beim nächsten Update aus San Diego können wir euch sicher schon genau berichten, wer bei welchem Professor über welches Thema schreiben wird.

Und noch einmal unser Campus:

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Die SDSU ist eine der am südlichsten gelegenen Universitäten, die am Ulmer USA-Austausch mitmachen. Die Nähe zum Pazifik haben wir auch schon genossen, sei es beim Surfen-Lernen oder einfach nur am Strand zu sein. Die geographische Nähe zu Mexiko merkt man nicht nur an vielen Spanischsprechern, sondern auch am weit verbreiteten Taco Tuesday, wo man diese mexikanische Spezialität vielfach vergünstigt bekommt. Von den aktuell in den USA wütenden Hurricanes bekommen wir in San Diego nicht mit, obwohl wir uns auf etwa dem gleichen Breitengrad befinden, da diese sich schon über dem Kontinent abschwächen und entsprechend gar nicht so weit kommen. Politisch haben wir in der Zeit wenig von der Präsidentschaft Trumps mitbekommen – ab und zu kamen E-Mails der SDSU mit dem Hinweis, dass sie sich entschieden von gewissen Gesetzen Trumps distanziert. Das alltägliche Leben beeinflussen lokale Gesetze hier weit mehr.

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San Diego ist eine bunte Stadt, in der man auch nachts einiges erleben kann. Die Lebenshaltungskosten in San Diego sind deutlich höher als in Deutschland, speziell gesunde Lebensmittel haben hier ihren Preis. Damit verglichen ist Fast Food sehr erschwinglich. Als Fortbewegungsmittel eignen sich Fahrräder für kurze Strecken, wie zur Uni, und unser Auto („Fat Tony“) recht gut. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kommen wir auch mit den hier sehr ähnlichen Verkehrsregeln zurecht. An dieser Stelle eine kurze Quizfrage: Welche der folgenden Verkehrsregeln gilt in Kalifornien nicht?
a) Rote Ampeln dürfen überfahren werden, sofern man rechts abbiegt.
b) Man darf überall auf rechten Spuren überholen.
c) An Kreuzungen gilt „Rechts vor Links“.
d) Die Farbe des Bordsteins verrät, wie lange man dort parken darf.
Der öffentliche Nahverkehr ist fast nicht existent – auf den wenigen Routen, die abgedeckt werden, fahren nur selten Busse oder S-Bahnen, und wenn, dann brauchen sie deutlich länger. Dies erklärt auch die Popularität von Mitfahrgelegenheitsvermittlern wie z.B. Uber.

unser Fat Tony:

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Lösung des Quiz: c) gilt nicht, alles andere stimmt tatsächlich

Zum verlängerten Wochenende des Labor Days haben wir einen kleinen Road Trip unternommen. Da es in San Diego eh schon über 30°C hatte, sind wir direkt in die Wüste gefahren – nach Las Vegas. Es ist sehr beeindruckend, die vielen unterschiedlichen Casinos und Hotels zu sehen. Die verschiedenen Stile nebeneinander sind überwältigend, besonders wenn nachts alles beleuchtet wird. So steht neben einer Sphinx (dem Luxor Hotel) ein riesiges Märchen-Schloss.

Las Vegas bei Tag:

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Und bei Nacht:

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Ein wenig weiter fühlt man sich nach New York versetzt, wo u.a. auch eine kleine Kopie der Freiheitsstatue steht. Von innen kann man die Kasinos kaum unterscheiden, da alle sehr ähnlich aufgebaut sind. Tagsüber haben wir uns auf Poolpartys auf dem Dach des Encore Kasinos amüsiert, wobei uns die Frage beantwortet wurde, ob die in Filmen so übertrieben dargestellten Partys denn auch in Wirklichkeit so sind. In unserer Gruppe von 3 Ulmern, einer weiteren Deutschen, einer Amerikanerin, einem Norweger und einem Südafrikaner hatten wir in Vegas so viel Spaß, dass wir definitiv in unserer Zeit hier noch einmal einen Trip dorthin unternehmen werden.

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Das war’s fürs erste aus San Diego, wir freuen uns auf ein spannendes Semester, viele neue Eindrücke und Erfahrungen und melden uns in etwa drei Monaten mit dem nächsten Update.

Ludwig, Maximilian und Marc

Willkommen in Rolla!

Als zweites dürfen wir (Marcel und Tobias) über unsere erste Erfahrungen aus dem kleinen und bescheidenen Rolla berichten.

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Vorbereitungen: Nachdem wir die Zusage von Prof. Zwiesler und der Universität in Rolla hatten, mussten wir natürlich erstmal Vieles organisieren. Wir haben direkt bei unserem Vorgänger Thomas angefragt, ob wir seine Wohnung übernehmen können, was für ihn und die Vermieter kein Problem darstellte. Das heißt, wir haben seine Wohnung inklusive Inventar übernommen, was sich als sehr sinnvoll und hilfreich herausstellte, da in den USA die meisten Wohnungen unmöbliert vermietet werden. Vielen Dank dafür nochmals an Thomas. Außerdem mussten wir schon von Deutschland aus einiges an Dokumenten für die Teaching Assistant Stelle ausfüllen und nach Rolla schicken. Man hat also schon im Voraus genug zu organisieren.

Anreise: Die beste Möglichkeit nach Rolla zu kommen ist nach St. Louis zu fliegen und von dort mit dem Greyhound Bus nach Rolla zu fahren (ca 1.5 Stunden). Der Bus hält sogar direkt am Flughafen, fährt aber nur 2-3 Mal pro Tag. Wir hatten Glück, dass wir nicht sehr lange auf unseren Bus warten mussten, nachdem wir in St. Louis gelandet sind.

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Ankunft in Rolla: Nachdem wir in Rolla angekommen sind, wurden wir direkt von einer Mitarbeiterin der Vermietungsfirma abgeholt und zu unserem Haus gebracht. Da wir einen langen Tag hinter uns hatten, sind wir direkt ins Bett und haben ausgeschlafen. Die nächsten Tage musste dann Einiges erledigt werden: US SIM Karte, WLAN für Zuhause, Utilities (also Strom, Wasser, etc. für die Wohnung), Social Security Number, alle wichtigen Dokumente an der Uni ausfüllen und sich bei den zuständigen Personen im Mathe Department vorstellen. Man darf das alles nicht unterschätzen, zumal in dieser Stadt kein Bus fährt und die Distanzen doch recht weit sein können. Man ist also die ersten Tage recht viel zu Fuß unterwegs, was bei hohen Temperaturen in Rolla nicht immer lustig ist. Außerdem sollte man ein bisschen Zeit mitbringen, die ganzen Sachen zu erledigen. Wir sind an einem Dienstag Abend hier angekommen und am darauffolgenden Montag ging schon der Workshop für die Teaching Assistant Stelle los, d.h. wir hatten nur 3 Tage um das Wichtigste zu erledigen, was im Nachhinein doch etwas knapp war. Glücklicherweise hat Dr. Martin Bohner (unsere deutsche Kontaktperson hier im Mathe Department) uns ein sehr günstiges Auto verkauft, was uns das Leben hier starkt vereinfacht. Ohne Auto tut man sich in Rolla und Umgebung schwer.

Studienalltag: Nachdem wir den verpflichtenden Workshop erfolgreich bestanden hatten, wurde uns mitgeteilt, dass wir beide einen College Algebra Kurs mit ca. 45 Studenten unterrichten dürfen, d.h.:

  • Vorlesungen vorbereiten
  • jeden Tag (Montag bis Freitag) von 8:00-8:50 Uhr eine Vorlesung über eine neues Thema halten
  • alle 1-2 Wochen eine Prüfung erstellen und danach auch korrigieren
  • 2 Stunden Sprechstunde pro Woche
  • 1 Stunde Learning Center (eine Art Hausaufgabenbetreuung)
  • Ein „Final Exam“ korrigieren

Neben all diesen Tätigkeiten belegen wir selber jeweils 3 Kurse und ein verpflichtendes „teaching seminar“. Marcel besucht die Kurse „Time Series Analysis“, „Financial Engineering“ und „Statistical Data Analysis“ und Tobias die Kurse „Nonparametric Statistical Methods“, „Categorical Data Analysis“ und „Survival Analysis“. Wie man sich vorstellen kann, alles in allem sehr viel Arbeit, da auch jede Hausaufgabe und jedes Quiz benotet wird und in die Endnote mit einfließt. Zudem wird in den USA von einem verlangt, sich viel Vorlesungsstoff aus Büchern zu erarbeiten.

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Ausflüge: Da wir viel Arbeit für das Semester erwarten können, haben wir uns gleich am Anfang eine kleine Auszeit über das „Labour Day Weekend“ gegönnt und sind nach St. Louis gefahren, wo wir durch Zufall die Ulmer Studenten aus Normal getroffen haben. Wir haben also praktisch genau dasselbe wie sie erlebt. Für interessierte Leser verweisen wir auf den Bericht aus Normal. In der direkten Umgebung von Rolla befindet sich viel Natur, weshalb wir auch schon beim Wildwasser Rafting auf einem Fluss ganz in der Nähe waren. Dies war eine willkommene Abwechslung zum Uni-Stress. Desweiteren gibt es direkt außerhalb von Rolla eine Art Baggersee namens „Fugitive Beach“, was auch als sehr gute Freizeitunterhaltung dient.

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Wir hoffen, ihr konntet einen ersten Eindruck aus unserem Leben hier in Rolla erhalten.

Viele Grüße,

Marcel und Tobias