Über BeaverTails, Justin und Ice Hockey

Nun ist es also auch für uns mal wieder Zeit, uns aus dem schönen Waterloo in Kanada zu melden. Während der Rest ja langsam schon wieder an die Rückkehr in die Heimat denkt, sind wir beide auf jeden Fall noch eine Weile hier, Thorsten bis August/September und Florian wohl mindestens bis Weihnachten.

Seit unserem letzten Blogeintrag haben wir schon eine ganze Menge Ausflüge unternommen und dabei verschiedene interessante Eindrücke sammeln können. Nachdem uns Sabrina und Marius aus Syracuse Ende November einen kurzen, aber sehr netten Besuch abgestattet hatten, war Florian kurze Zeit später mit ein paar Freunden in Ottawa. Bedauerlicherweise konnte Thorsten die Gruppe nicht begleiten, da er noch fleißig seinen universitären Pflichten nachzugehen hatte, die bis kurz vor Weihnachten andauerten.

pruefung

Prüfungszeit in Waterloo

Da Ottawa Kanadas Hauptstadt ist, gab es dort das sehr schön an einem großen Kanal gelegene Parlament zu bewundern. Florian nahm dort an einer Führung teil, bei der er sich ein genaueres Bild vom Alltag der kanadischen Regierungsmitglieder machen konnte. Außerdem standen neben dem höchsten kanadischen Gerichtshof, auch beispielsweise die Besichtigung der Privatresidenz von Justin Trudeau und das Kosten des kanadischen Süßgebäcks „BeaverTail“ auf seiner To-do-Liste.

Weihnachten selbst haben wir dann wieder zusammen mit anderen Ulmern in Milwaukee verbracht, worüber in vorhergehenden Beiträgen unserer Studienfreunde schon ausführlich berichtet wurde (auch von uns an dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an die wundervollen Gastgeber 🙂 ).

Auf dem Rückweg nach Kanada waren wir noch zwei Nächte in Chicago. Leider war es uns nicht möglich einen längeren Trip in dieser Zeit zu unternehmen, da das Wintersemester an unserer Universität bereits direkt nach Neujahr mit neuen Herausforderungen auf uns wartete. Nichtsdestotrotz, haben wir unseren Aufenthalt in Chicago sehr genossen und sind definitiv Fans der Metropole mit der berüchtigten Hochbahn geworden. In der Stadt gibt es eine ganze Menge zu sehen, zu den Highlights gehören unter anderem ein großer kostenloser Zoo, der mit schrecklich kitschigen Lichtergirlanden die Weihnachtszeit zelebriert, und die sogenannte „Bean“, ein großes Gebilde aus Spiegelglas, in der selbstverständlich auch wir ein Selfie schießen mussten. Sonst gibt es natürlich noch eine Vielzahl von Wolkenkratzern und Firmengebäuden zu sehen, die das Stadtbild und die Skyline bestimmen und auch die überall sichtbaren, Jazz spielenden Straßenmusikergruppen fallen auf.

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Wohlbehalten zu Hause angekommen, kosteten wir dann die letzten freien Tagen, bevor der Universitätsbetrieb wieder anfing, nochmals richtig aus, indem wir eine geniale Silvesterparty in unserem trauten Heim organisierten. In der nächsten Zeit spielten sich unsere gemeinsamen Aktivitäten vor allem in und um Waterloo herum ab, wobei wir als eingefleischte American Football Anhänger insbesondere der Super Bowl Nacht Anfang Februar entgegenfieberten (ja auch in Kanada wird das eifrig verfolgt).

Einen weiteren Ausflug haben wir erst letztes Wochenende unternommen. Nachdem Thorsten mit einer Freundin bereits Anfang der Woche nach Ottawa gefahren war, um den verpassten Aufenthalt im letzten Jahr in dieser tollen Stadt nachzuholen, ist Florian für das Wochenende in Kingston hinzugestoßen. Dort waren wir unter anderem in einer „Hockey Hall of Fame“, also einer Art Museum, in dem Eishockeyspieler vergangener Jahrzehnte gewürdigt werden. Außerdem haben wir die Stadt, die wegen ihrer unzähligen Kirchen und Gebäuden aus Kalkstein berühmt ist und deshalb auch „Limestone City“ genannt wird, und einen nahegelegenen Naturpark erkundet.

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Auf dem Weg nach Hause besuchten wir darüber hinaus noch die sehenswerte Universitätsstadt Guelph. Hier konnten wir zum krönenden Abschluss unseres „Ice-Hockey-Weekends“ zufälligerweise einem dramatischen Eishockeyspiel beiwohnen.

Generell beherrscht die Universität zu großen Teilen unseren Alltag. Thorsten hört im aktuellen Wintersemester drei Vorlesungen. Diese behandeln spezifische Thematiken des quantitativen Risikomanagements, der Finanzmathematik und der Extremwerttheorie. Neben Übungsblättern, Zwischenprüfungen und Projekten in diesen Kursen, stehen natürlich am Ende des Semesters im April auch die Hauptklausuren an. Kombiniert mit dem TA Job, der, wie letztes Semester, wieder diverse Pflichten, wie dem Halten von Tutorien und Office Hours oder dem Korrigieren und Beaufsichtigen von Klausuren, für zwei Bachelorveranstaltungen beinhaltet, ist man dann doch ganz gut über das gesamte Semester hinweg ausgelastet.

Florian hat stattdessen in seinem Forschungsprojekt angefangen und macht dieses Semester nur einen Kurs. Er hat danach seine Kursanforderungen erfüllt und kann sich voll seiner Forschungsarbeit widmen. Im Sommer hat er außerdem die Möglichkeit, an einer Konferenz und einem Workshop teilzunehmen.

Sonst geht es uns beiden aber auf jeden Fall gut hier. Den kanadischen Winter in diesem Jahr, der im Herbst als überaus brutal angekündigt wurde, haben wir auch, dank gutem Schuhwerk und warmer Jacke, wunderbar überstanden. Wobei man dazusagen muss, dass die Prophezeiung, trotz jeder Menge Schnee und Perioden mit sehr niedrigen Temperaturen und eisigem Wind, sich nicht komplett bewahrheitet hat und wir eher einen für kanadische Verhältnisse normalen Winter erleben durften.

So langsam wird es sogar ein bisschen wärmer und wir freuen uns darauf, bald wieder ein bisschen mehr frische Luft zu schnuppern und vielleicht bald einen Nationalpark unsicher machen zu können.

Das soll es erst mal aus dem wunderschönen Kanada gewesen sein und damit senden wir viele liebe Grüße an alle, die bis zum Ende dieses Eintrags durchgehalten haben 😀 Cheers!

abschluss

It never rains in Southern California…

… dachten wir zumindest! Und so fielen viele der letzten Wochenenden sprichwörtlich ins Wasser! Aber zunächst einmal von Anfang an, denn seit unserem letzten Bericht ist schon einige Zeit vergangen.

Unser erstes Semester an der SDSU:

Nach unseren Trips über Thanksgiving hieß es dann noch einmal 3 Wochen pauken und Projekte bearbeiten. Die Zeit ging jedoch schneller vorbei als man dachte und so kamen auch schon die ersten Besucher aus Illinois bevor wir überhaupt mit unseren Finals fertig waren. Was für ein Glück, so konnten auch die Klausuren der Calculus III-Studenten mit tatkräftiger Unterstützung korrigiert werden. Insgesamt endete das Semester für uns sehr zufriedenstellend. Und auch der Abschied von unseren Studenten war sehr rührend, da sie sich bei uns für dieses tolle Semester bedankt haben, was auch später in unseren Evaluationen nochmal sichtbar war, z.B.:

Stefan:

  • Stefan was great at explaining concepts, better than the actual instructor. I would of rather had him teach the course if i was being honest. He explained things conceptually and applied it in a timely manner. I honestly probably learned 95% of the subject from him.
  • Knew the material backwards and forwards

Anja:

  • Anja is an absolutely amazing TA, she teaches everything so well that it almost makes the problems seem easy. She has a great attitude and is always smiling and laughing which is nice to see in a TA or a professor. Without her small section I probably would not have done as well as I did in the class. I came to her office hours a few times and she does very well at going from student to student and helping everyone in a timely manner. It was a pleasure having her as my TA.
  • extremely good-looking

Da freut man sich doch direkt darauf auch im neuen Semester als TA arbeiten zu dürfen! Doch mit Beginn der Winter Break trennten sich auch unsere Wege für die nächsten 4 Wochen erst einmal.

Stefan

Bei Sonnenschein und Frühlingstemperaturen wollte im Dezember hier in San Diego noch nicht so wirklich Weihnachtsstimmung aufkommen.  Aber spätestens nachdem Anja und ich den Christbaum aufgestellt hatten und ein bisschen weihnachtlich dekoriert hatten, freuten wir uns umso mehr auf unsere verdienten Ferien und das Weihnachtsfest! Vorher habe ich mit Besuch aus Ulm und Illinous noch San Diego erkundet und auch noch einen Trip zum Joshua Tree National Park eingelegt.

Während Anja sich für authentisches Weihnachten in der Kälte entschieden hatte, habe ich zusammen mit Arne und Besuch aus Deutschland Weihnachten in San Diego gefeiert, bevor es am nächsten Tag dann gemeinsam weiter nach Las Vegas ging. Eine verrückte Stadt und definitiv nicht mein letzter Besuch, mein Statistik-Studium hat sich nämlich sogar ein bisschen bezahlbar gemacht! Aber Las Vegas ist auch perfekter Ausgangspunkt für eine Tour durch die Nationalparks in der Umgebung. Erster Stop: Death Valley National Park!

Danach ging es für Steffi und mich weiter zum Grand Canyon, dem Antelope Canyon & Horseshoe Bend und schließlich weiter zum Bryce Canyon. Wir hatten vorher etwas Respekt vor dem Schnee und der Kälte, aber das traumhafte Panorama vom Grand Canyon und dem Bryce Canyon im Schnee werde ich wohl nie vergessen. Also auf jeden Fall auch eine Empfehlung für den Winter-Break der nächsten Studenten aus Ulm!

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Über Silvester reisten wir für eine Woche nach Hawaii, Big Island. Die Normal Guys haben ja schon fleißig darüber geschwärmt. Wirklich eine geniale Insel und eine unvergessliche Reise! Eines der Highlights ist dort natürlich das Lava-Spektakel und der Volcanoes National Park, aber auch die traumhaften Eindrücke unter Wasser beim Schnorcheln mit bunt schillernden Fischen, Meeresschildkröten und Delfinen!

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Anschließend ging es für mich alleine weiter. Zuerst für eine Nacht nach Miami, wo ich Albert, Viet, Alex und Marius für eine Nacht getroffen hab und anschließend für eine weitere Woche nach Ecuador, um alte Freunde und Familie zu besuchen.

Anja

Ich habe mich dazu entschlossen, das Weihnachtsfest mit der ‚Ulmer Familie‘ in Milwaukee zu feiern und da Chicago nicht weit entfernt ist, habe ich mich dort mit Thomas zum Sightseeing getroffen. Wir hatten erstaunlich viel Glück mit dem Wetter, es war sonnig und nicht allzu kalt, auch wenn es natürlich zunächst einmal ein Kälteschock für mich war.

So sind wir bei tollen Wetterbedingungen auf den Willis Tower und haben zu Fuß die Stadt erkundet. Natürlich darf bei einem Besuch in Chicago auch die Deep Dish Pizza nicht fehlen. Ein ganz besonderes Highlight der Reise war der Christkindlmarket in Chicago. Nach den Erfahrungen zum Oktoberfest in San Diego, hatte ich keine großen Erwartungen an einen Weihnachtsmarkt in den USA. Dieser Weihnachtsmarkt jedoch ist recht authentisch gehalten und deshalb auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenn die Glühweinpreise nicht mit deutschen Preisen vergleichbar sind. Um sich auch mal den Broadway ein bisschen genauer anzuschauen, sind wir zum Musical ‚Phantom der Oper‘ gegangen. Und als naturwissenschaftlich Begeisterte hat es uns auch ins Museum of Science and Industry gezogen. Das Museum war jedoch mehr auf Erleben als auf Wissensvermittlung angelegt. Zu unserem Erstaunen gab es dort auch eine Weihnachtsbaum-Ausstellung, bei der Bäume ländertypisch dekoriert wurden; der Baum im Bild soll übrigens der typisch deutsche Christbaum sein. Bei unserer Erkundungstour durch Chicago trafen wir zufällig auf Marius und Asterix, die natürlich auch auf ihrem Weg zum großen Wiedersehen nach Milwaukee einen Zwischenstopp in Chicago eingelegt haben.

Über Weihnachten in Milwaukee haben die anderen bereits schon berichtet, deshalb an dieser Stelle nur noch mal ein großes Dankeschön an die Milwaukeeaner für die große Gastfreundschaft! Es war einfach einmalig, dass ein Großteil der USA-Teilnehmer für Weihnachten vereint war! Da nach einer Woche Kälte nun aber doch genug war mit warm einpacken, machten Thomas und ich uns auf den Weg in die Karibik, erster Stop: Dominikanische Republik.

Nachdem wir erst einmal in die Business Class upgegradet wurden, weil der Flug überbucht war, kamen wir bei schwülem Klima in Punta Cana an. Wir wollten noch ein paar Tage in der Dominikanischen Republik verbringen bevor wir uns mit dem Kreuzfahrtschiff auf zum Inselhopping machten. Der Vorteil bei dieser Reise war, dass wir mit einem deutschen Schiff unterwegs waren und ja, das bedeutet: deutsches Essen! Endlich wieder Brot, und all das, was man hier doch über die Monate sehr vermisst hat. 2 Wochen lang schipperten wir also durch das Karibische Meer mit Stops in Jamaika, Mexiko, Belize, Kaiman-Inseln, St.Kitts, St. Maarten, Dominikanische Republik und unternahmen Wanderungen, schauten uns Maja-Stätte an, machten eine Bootstour durch den Regenwald, stiegen an Wasserfällen hoch, besuchten eine Schildkrötenfarm, waren am Hells Post Office, am berühmten Maho Beach, usw. Den besten Eindruck vermitteln höchstwahrscheinlich die Bilder.

Die knapp 4 Wochen gingen dann doch schneller vorbei, als wir gehofft hatten und so ging es auch für mich wieder zurück nach San Diego.

Unser zweites Semester an der SDSU

Mittlerweile ist das zweite Semester an der SDSU in vollem Gange. Nach viel organisatorischem Aufwand, der zu erledigen ist um in diesem Semester zu graduieren, können wir uns nun voll und ganz auf unsere Masterarbeit konzentrieren. Neben der Masterarbeit sind wir beide wieder als Calculus III-TAs angestellt und können uns damit einiges an Vorbereitungsaufwand sparen. Außerdem müssen wir auch noch weitere Kurse hören.

Anja

Ich höre dieses Semester die Kurse ‚Applied Fourier Analysis‘ und ‚Numerik von Partiellen Differentialgleichungen‘ und belege noch ein weiteres Seminar ‚Careers in the Sciences‘. Das Seminar ist recht interessant, da wöchentlich Speaker aus verschiedenen Firmen eingeladen werden, die von aktuellen Forschungsthemen und ihrem Werdegang berichten. Die beiden Vorlesungen sind eine gute Ergänzung zu bereits erworbenem Wissen aus theoretischen Kursen in Ulm.

Stefan

Ich habe mich für die Kurse ‚Monte Carlo Simulation‘ und ‚Data Mining‘ entschieden. Bei beiden Kursen steht die Anwendung im Vordergrund. Obwohl ich schon ähnliche Kure in Ulm gehört habe, lerne ich also jetzt mal, wie man es tatsächlich auf Daten anwendet und in R programmiert. Außerdem muss man als Master in Statistics auch ein Seminar besuchen, wo Researcher und Gastprofessoren Vorträge halten. Der Aufwand mit nur zwei Kursen ist dieses Semesters eher überschaubar, dafür muss man eben etwas mehr Energie in die Masterarbeit stecken.

Neben Uni wollen wir aber auch unsere letzten Monate in San Diego genießen, und soweit es uns das Wetter erlaubt, nutzen wir dazu auch jede Gelegenheit.

Und wenn uns die Sehnsucht nach deutschem Essen mal wieder packt, dann gehen wir zum Kaiserhof Biergarten und gönnen uns Sauerbraten, Schnitzel, Gegrilltes Hähnchen, Spätzle, Semmelknödel, Blaukraut, Linsensuppe und gutes deutsches Bier!

In diesem Sinne stoßen wir mit ein oder zwei großen Schlücken auch mit auf das 50-jährige Jubiläum der Universität Ulm an, die am 25. Februar Geburtstag feiern durfte. Und damit liebe Grüße von der Westküste in die Heimat!

Stefan und Anja

Back on Track in Binghamton

Hi, diese Woche bin ich dran von meiner Zeit hier in Binghamton zu berichten. Eine ganze Weile ist seit dem letzten Eintrag vergangen, und auch ich habe erfolgreich mein erstes Semester abgeschlossen, eine wahnsinns Winter Break gehabt und habe schon vor einem guten Monat mit dem zweiten Semester begonnen. Doch der Reihe nach.

Das erste Semester hier in Binghamton war schon durchaus anstrengend. Jede Woche Hausaufgaben bis zum abwinken, Midterm und Final Exams und meine Teaching Assistantship war auch recht zeitaufwendig. Jedoch kam natürlich auch der Spaß nicht zu kurz, in und um Binghamton ist schon eine ganze Menge geboten, und langweilig wird einem hier nicht so schnell. Eine besonders schöne Erfahrung war natürlich der berühmte Herbst in Neuengland, wo sich die Bäume in ihren prächtigsten Farben zeigen und alles aussieht wie in einem Märchen.

Auch ein Oktoberfest gibt es in Binghamton, das allerdings außer dem Namen nicht wirklich viel mit seinem Vorbild in München gemein hat. Mal abgecheckt habe ich es natürlich trotzdem.

Daneben habe ich immer wieder kleine Ausflüge in die Umgebung unternommen, unter anderem mit einem Outdoor-Club hier an der Uni, der immer wieder Aktivitäten wie Mountainbike- oder Wandertouren anbietet. So habe ich auch die wunderschöne unmittelbare Umgebung hier zu Gesicht bekommen.

Die Thanksgiving Break habe ich genutzt, um einen kurzen Abstecher nach Boston zu machen, das nur ein paar Stunden mit dem Bus von hier entfernt liegt. Zumindest in der Theorie. In Wirklichkeit jedoch muss man einen ganz schönen Umweg über New York City machen, sodass man insgesamt schon fast einen ganzen Tag unterwegs ist. Das macht jedoch nichts, da zumindest ich durch einen mehrstündigen Zwischenaufenthalt in New York noch die Gelegenheit hatte, die dortige Thanksgiving Day Parade anzuschauen. Diese ist echt richtig beeindruckend, mit allen möglichen riesigen Figuren von verschiedenen Comic- und Filmcharakteren, und natürlich einem überdimensionalen Truthahn.

Boston selbst ist eine echt schöne Stadt mit viel Geschichte und einer schönen Architektur, die sich von den typischen Quadraten doch deutlich abhebt. Auch die berühmten Universitäten hier, Harvard und das MIT, sind definitiv einen Abstecher wert!

Nach Thanksgiving war allerdings erst mal keine große Reiserei mehr möglich. Die Final Exams standen an und mit ihnen eine Menge Lernerei, die jegliches Leben außerhalb der Uni quasi zum erliegen brachten. Jedoch ist es im Vergleich zu Ulm immer noch nicht so stressig, da sich die Note ja zwischen dem Final und Hausaufgaben, Midterm usw. aufteilt und der Workload somit nicht ganz so hoch ist…

Irgendwann fiel auch der Winter in Binghamton ein. Doch das stört auch nicht weiter, wenn man sowieso nur am lernen ist. Zur Belohnung kann man sich dann in einem deutschen Restaurant, das es hier in der Nähe gibt, auch einen richtigen Glühwein gönnen.

Doch schließlich hatte ich das Semester gemeistert und durfte in die wohlverdiente Winter Break starten. Es stand eine ausgedehnte Tour quer durch die Vereinigten Staaten an, teilweise zusammen mit Leuten aus Ulm. Besondere Highlights waren Chicago mit marius aus Syracuse, das Weihnachtsfest in Milwaukee bei Albert, Consti und Viet, Silvester auf Puerto Rico und ein Besuch in Miami. Da von den meisten Trips schon in anderen Beiträgen berichtet worden ist, beschränke ich meine Bilder hier auf die Stopps, die ich alleine gemacht habe. Das wären zum einen New York City, das zur Weihnachtszeit natürlich einen ganz besonderes Flair ausstrahlt. Obwohl es bereits mein dritter (oder vierter?) Besuch war, gab es doch immer noch viel zu sehen und zu entdecken. Beeindruckend waren natürlich das Rockefeller Center mit der berühmten Eislaufbahn, die von tausend Lichtern festlich bestrahlt wird, und die Menschenmassen auf Shoppingtrip durch die zahlreichen Hochglanzgeschäfte. Auch die Bronx und die Columbia Universität, denen ich einen Besuch abstattete, sind definitiv ein lohnenswertes Ziel im Big Apple.

Letzter Stopp auf meiner Tour war Philadelphia, fünftgrößte Stadt der USA und bedeutsam in der amerikanischen Geschichte als der Ort, an dem die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde. Dementsprechend gibt es viele historische Stätten zu bestaunen. Auch das übrige Stadtbild und das Nachtleben kann sich durchaus sehen lassen.

Das sind wie gesagt nur einige meiner Stopps kurz zusammengefasst, wer nach dieser Bilderflut immer noch Lust auf mehr hat, kann sich gerne auf meinem ausführlichen Blog (alexinbinghamton.wordpress.com) alle Details zu meiner Tour durchlesen.

Doch jetzt ist erst mal wieder Semester. Das Organisatorische unterscheidet sich nicht entscheidend von meinem letzten, wieder höre ich drei Pflichtvorlesungen, das sind:

Math 503: Algebra 1, Math 536: Nonparametric Smoothing and Semiparametric Regression, und Math 570: Applied Multivariate Analysis

Zudem höre ich noch zwei Veranstaltungen als Sit In (Ich besuche die Vorlesung, bekomme aber keine Credits), das sind Math 605 (Bayesian Analysis) und CS 436 (Introduction to Machine Learning). Ziemlich Statistik-lastig also, aber es sind wirklich viele Veranstaltungen dabei, die man in Ulm in dieser Form nicht finden kann, und so muss man ja versuchen, alles mitzunehmen, was geht. Und da einige der Vorlesungen ja wie gesagt freiwillig sind, kann ich die notfalls runterfahren, wenn ich woanders mehr Zeit brauchen sollte.

Meine Teaching Assistantship ist dieselbe Vorlesung wie im Herbstsemester (Math 327: Probability with Statistical Application) bei derselben Professorin, da muss ich mich also in nichts groß einarbeiten und kann auch teilweise meine Tutorien vom letzten Semester verwenden. Sehr angenehm und unkompliziert also.

Im April steht dann noch meine mündliche Masterprüfung an, die man in Binghamton statt einer Masterarbeit zu absolvieren hat. Gut zwei Stunden mit drei bis vier Professoren über alle Veranstaltungen, die man in Binghamton besucht hat (Und da ich auch Credits aus Ulm anrechnen lasse, sogar über diese Vorlesungen). Das wird noch ein ganz schöner Lernaufwand, aber zumindest dem Hörensagen nach fällt man nicht durch, solange man es nicht darauf anlegt. Also gut vorbereiten und dann sollte das klappen.

Soweit das Update aus Binghamton. Wer mehr Details möchte, kann sich wie gesagt auf meinem Blog umschauen.

Viele Grüße zurück nach Ulm !

Alex / Asterix

Back 2 Normal!

Hallo zusammen!
Seit unserem letzten Blogeintrag Mitte September ist hier eine Menge passiert, das wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten.

Unser erstes Semester an der ISU:

Rückblickend können wir sagen, dass uns unsere Vorlesungen und der TA Job das Semester über ziemlich auf Trapp gehalten haben. Ständige midterm exams und gelegentliche Projekte bzw. benotete Hausaufgaben haben einen nur selten zur Ruhe kommen lassen.

Die ruhigeren Stunden haben wir dadurch aber umso mehr genossen. Zum Beispiel haben wir ein Wochenende bei Albert, Viet und Consti in Milwaukee verbracht, was von uns aus in ca. 3 Stunden mit dem Auto recht bequem zu erreichen ist. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an die drei für die Unterbringung im „German House“ und das abwechslungsreiche Programm, das sie für uns vorbereitet hatten!

Außerdem standen Ende November die lang ersehnten Thanksgiving Ferien an, welche wir an der Ostküste (Washington, Philadelphia und New York City) mit Stefan aus San Diego (siehe seinen Blogeintrag) verbracht haben. Nach diesen tollen Eindrücken konnten wir uns mit neuer Motivation in den Semester-Endspurt stürzen.

Glücklicherweise war der Stress zum Ende des Semesters jedoch geringer als ursprünglich befürchtet, da die vielen midterm exams während des Semesters dafür gesorgt hatten, dass wir in zwei der drei Vorlesungen bereits vor den eigentlichen Abschlussprüfungen unsere Note „ A“ gesichert hatten und gar nicht mehr im final antreten mussten. Dementsprechend konnten wir den letzten Wochen vor den großen Weihnachtsferien recht optimistisch entgegenblicken. Unsere finals week bestand nur noch aus einer einzigen Prüfung und war bereits am Montagmittag erledigt, sodass wir in die Ferien starten konnten!

Winterferien:

Marcus: Das erste Ziel meines 4-Wochen Nordamerika Trips sollte nichts Geringeres sein als Hawaii, auch bekannt als „Aloha State“! So konnte ich dem pünktlich zum Ferienbeginn ausgebrochenen Schneechaos in Illinois elegant in deutlich wärmere Gefilde entfliehen. Ich habe drei verschiedene Inseln auf Hawaii besucht. Jeweils für 3-4 Tage war ich auf O’ahu, Kauai und Big Island. Es ist unglaublich, wie verschieden diese drei Inseln voneinander sind, obwohl sie alle ziemlich dicht beieinander liegen. O’ahu mit seinem Zentrum Honolulu ist relativ städtisch und touristisch geprägt (Hochhäuser und recht viel Verkehr). Dies kommt daher, dass ein Großteil der  Bevölkerung Hawaiis auf dieser Insel wohnt. Die Insel Kauai, die auch Garden Island genannt wird, ist das komplette Gegenteil dazu. Kaum Bewohner und wenig Tourismus, dafür Natur pur! Besonders fasziniert haben mich hier die unzähligen Wandermöglichkeiten mit atemberaubenden Ausblicken.

Die dritte und letzte Insel meines Hawaii Aufenthalts war Big Island, Hawaiis Hauptinsel. Auf dieser Insel ist das Thema Vulkan allgegenwärtig. Die Kontraste der schwarzen Lavasteine mit der grünen Vegetation und dem kristallklaren blauen Meer werden mir hiervon noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Nach 10 wunderschönen Tagen auf Hawaii und unzähligen tollen Eindrücken im Gepäck machte ich mich Ende Dezember auf zur nächsten Station meiner Nordamerika-Tour: Whistler, Kanada! Neben dem Temperaturschock (von 28 Grad auf Hawaii zu -15 Grad und Schnee in Whistler) erwartete mich dort schon meine Familie, mit der ich in der Folge bei super Schneebedingungen eine Woche Skifahren war. Anschließend schaute ich mir noch die Städte Vancouver und Seattle ein bisschen genauer an. Diese Städte werden mir definitiv auch nachhaltig im Gedächtnis bleiben, da die Kombination aus Meer und Bergpanorama im Hintergrund bei uns in Europa so nicht vorzufinden ist.

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Abschließend kann ich sagen, dass ich grandiose vier Woche hatte und unglaublich viele verschiedene Facetten der USA bzw. von Nordamerika gesehen habe. Da ich immer in Hostels geschlafen habe, konnte ich außerdem viele nette Leute aus der ganzen Welt kennenlernen und Bekanntschaften schließen, die hoffentlich noch lange halten werden.

 

Arne: Zunächst ging es für Manu und mich zu Anja und Stefan nach San Diego. Mit Besuch aus Deutschland haben wir Weihnachten unter Palmen in San Diego verbracht, bevor es am nächsten Morgen weiter nach Las Vegas ging. Die Stadt hat so unglaublich viel zu bieten, dass der nächste Abstecher nach Vegas für die Zeit nach der Graduation bereits in Planung ist. Während den kommenden zwei Wochen ging es über San Francisco und dem Pacific Coast Highway weiter bis nach Los Angeles. Als Kontrast zu den Großstädten der Westküste haben wir auch noch den Death Valley National Park und den Joshua Tree National Park besucht, was ich beides sehr weiterempfehlen kann.

 

Manu: Nach unserem gemeinsamen Aufenthalt in San Diego bin ich zunächst weiter nach San Francisco geflogen. Mit Besuch aus Deutschland ging es dann die Route 1 entlang nach LA, zum New Year’s Eve nach Las Vegas und zum Abschluss nach Honolulu auf O’ahu, Hawaii. Dabei war jede Station ein absolutes Highlight und da es zu lange dauern würde, von jedem Reiseziel zu erzählen, ist es wohl am besten, Bilder sprechen zu lassen.  Nach O’ahu ging es für mich dann weiter nach Maui, wo ich mich wieder mit Arne getroffen habe.

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Arne und Manu: Die letzte Woche unserer Ferien haben wir (Manu und Arne) wieder zusammen verbracht. Zunächst haben wir uns auf der kleinen Hawaiianischen Insel Maui getroffen und sind mit dem Mietwagen zwei Tage quer über die Insel geheizt. Am ersten Tag haben wir den inaktiven Vulkan Haleakala erklommen und sind in 3000m Höhe in den gewaltigen Krater hinabgewandert. Nach dieser atemberaubenden Erfahrung sind wir am nächsten Tag mit unserem Mietauto quer durch den Dschungel gefahren, um den Black Sand Beach im Waianapanapa State Park zu bewundern. Der schwarze Lavastrand hat uns schwer beeindruckt und war die zweistündige Fahrt durch den Dschungel definitiv wert. Abends ging es dann bereits mit dem Propellerflieger weiter nach Big Island!

Auf Big Island angekommen, war unser erstes Ziel der berühmte Papakolea Green Sand Beach. Um diesen zu erreichen hat man 2 Möglichkeiten: Entweder eine zweistündige Wanderung entlang der Küste oder eine holprige Fahrt auf der Ladefläche des Pickups eines Einheimischen. Wir haben uns entschieden den örtlichen Nahverkehr zu fördern und haben es nicht bereut. Als nächstes stand das Highlight Big Islands auf dem Programm: die Lava! Um diese zu bestaunen, sind wir nachmittags zum Lava Hiking nach Kalapana aufgebrochen. Dort konnten wir in der Dämmerung beobachten, wie die Lava wie ein Wasserfall ins Meer fließt. Weiteres Highlight unserer Inselrundtour war der Mauna Kea, auf dem wir einen Sonnenuntergang über den Wolken genießen konnten. Viel zu schnell ging unsere Woche auf Hawaii vorbei und wir saßen wieder im Flieger zurück ins kalte Chicago.

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Unser 2. Semester:

Nachdem wir von Hawaii sehr sommerliche Temperaturen gewohnt waren, haben wir zurück in Normal erst einmal einen kleinen Kälteschock erlitten. Für einen längeren Schockzustand war allerdings keine Zeit, da es direkt wieder mit dem Unialltag losging. Dieses Semester hören wir wieder drei Vorlesungen: „Applied Stochastic Processes“, „Finite Sampling“ und „Applications of Actuarial Principles“ aus den Bereichen Stochastik, Statistik und Aktuarwissenschaften. Projekte und zahlreiche Midterms stehen auch dieses Semester wieder auf dem Programm. Eine Masterarbeit müssen wir hier an der ISU (zum Glück!) nicht zwangsläufig schreiben. Stattdessen können wir im Anschluss auch ein dreimonatiges Praktikum absolvieren (auch in Deutschland). Dementsprechend haben wir unsere ersten Wochenenden auch zum Bewerbungen schreiben nutzen müssen. Zusätzlich sind wir drei auch wieder als Teaching Assistant am Mathe Department angestellt. Marcus wurde wieder demselben Prof und derselben Vorlesung wie letztes Semester zugeteilt. In diesem Rahmen hält er jede Woche wieder sechs Tutorien und korrigiert anschließend die Blätter der Studenten. Manuel und Arne sind dieses Semester für je drei Tutorien im Fach „Mathematical Reasoning“ zuständig. Zusätzlich korrigiert Arne die Hausaufgaben in „Regression and Time Series Analysis“, was fachlich etwas anspruchsvoller ist. Zusätzlich zu den Tutorien ist Manuel außerdem einem weiteren Professor für verschiedene kleinere Tätigkeiten zugeteilt. Uns wird dieses Semester also sicherlich nicht langweilig werden.

Um uns nach den ersten zwei Wochen vom Unialltag abzulenken, haben wir einen weiteren Ausflug nach Chicago unternommen. Auf dem Programm stand diesmal das NBA Basketball Spiel zwischen den Chicago Bulls und den Miami Heat und ein Besuch im bekannten Field Museum. Neben dem spannenden Spiel werden uns vor allem die vielen Showeinlagen in den Pausen und die Verfressenheit der Amerikaner in bester Erinnerung bleiben.

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Liebe Grüße in die Heimat!

Marcus, Manuel und Arne

Syracuse 2016 – eine Fotostory

Hallo zusammen,

Wird Zeit, dass wir – Sabrina und Marius – uns mal wieder aus Syracuse melden. Gerade schauen wir uns Fotos von einer wunderschönen Zeit an. Und die hier müsst ihr euch auch ansehen:

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Nach den Midterms ist es sehr schnell Herbst geworden und all das Grün auf dem Campus hat sich in ein Meer aus Farben verwandelt…

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Typische New-York-Aktivität im Herbst: apple picking. Wir sind mit unseren Kommilitonten Jasim, Erin und Nathan auf eine Apfelfarm gefahren und haben fleißig gepflückt. Dabei durfte natürlich auch ein Cidre-Tasting nicht fehlen. Danach sind wir nochmal an unseren Lieblings-See Skaneateles Lake gefahren und wollten dort auch die nahegelegenen Wasserfälle erkunden. Die sind aber leider – so denken wir – nur im Frühling so beeindruckend wie sie auf Google Bilder aussehen.

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Direkt bei uns vor der Tür ist Barry Park, wo wir öfters mal zum Joggen hingegangen sind. Bis Alan sich den Fuß verletzt hat. Und ich (Marius) mir mein Schlüsselbein. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Sabrina, die mir alle schweren Sachen hinterhergetragen hat, als ich mit Schlinge herumlaufen musste. Aber keine Sorge: Es war alles halb so wild!

Tradition bei uns im Department: Die Halloween Party bei Dan. Hier in Amerika müssen die Kostüme nicht unbedingt scary sein. Stattdessen sind viele Kostüme sehr gut überlegt. Unser Favorit: Sexy Donald Trump! Unsere Kostüme waren komplett kostenlos: Trash Princess und Trash Knight. Am Ende der Party haben wir uns dort wie echte Nerds in Logikspielen verloren (solche wie „Der Kaiser von China mag Kaffee aber keinen Tee“). Dan und seine Freundin kennen tausende von denen!

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Für mich (Sabrina) ging es dann noch mit meiner Klettergruppe in die Adirondacks, ein Gebirge im Bundesstaat New York. Nach einer kleinen Wanderung auf den Snowy Mountain sind wir bei ein paar Felsen, die zum Bouldern einladen, angekommen. Leider gibt es keine Photos „in action“.

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Dann kam auch schon Thanksgiving! Die Woche Pause haben wir genutzt um mit unserem Kumpel Sean (ganz links) einen Trip durch Kanada zu machen. Erste Station: Waterloo, wo wir unsere deutschen Freunde Miriam, Flo und Thorsten getroffen haben! Dort sind wir auf einer Party gewesen, wo alle Gäste, die am Ende noch da waren, Deutsch konnten – Außer Sean, aber dem haben die Apres-Ski Hits auch gefallen…

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Für uns ging es weiter nach Toronto. Dank Sean’s Auto und unserer Navigations-App „British David“ lief alles wie geschmiert … Fast … Toronto ist im Gegensatz zu US-Städten sehr kompakt und laufbar. Aber trotzdem ziemlich divers. Jede Straße hat ein anderes Flair: Chinatown, der Financial District, die Lakefront, und schließlich die „Toronto Islands“.

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Am ersten Tag in Toronto haben wir unseren kanadischen Mitbewohner Alan getroffen und die Wahnsinns-Aussicht vom CN-Tower genossen. Der war lange Zeit das höchste freistehende Gebäude der Welt und das höchste Skydeck was wir bislang besucht haben. Nach einem ausgiebigen Mahl in Chinatown – der Hotpot war unglaublich – sind wir zum Schloss Casa Luma gefahren. Wo wir leider ein bisschen zu spät gekommen sind und es nur noch von außen bewundern können. Macht nichts, wir hatten dafür gutes Essen!

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Am zweiten Tag habe ich (Marius) viel Gefallen an den Nemos und Doris in Ripley’s unglaublichem Aquarium gefunden. Außerdem haben wir einen waschechten Weihnachtmarkt besucht. Das einzige uneuropäische: Den Glühwein gab’s nur in einem abgetrennten Bereich zu kaufen und trinken musste man ihn auch dort. Danach sind wir bei Snakes & Latters (einem typischen Ontario-Spiel) in einer Bar im Szeneviertel „Kensington Market“ versackt. Wir haben die Speisekarte durchprobiert und wir Jungs fühlten uns plötzlich ziemlich zu den Frauengetränken hingezogen.

Nach Toronto verließ uns Sean, um mit seiner Familie einen Thanksgiving-Truthahn zu essen. Damit verließ uns auch unser Auto und wir waren wieder auf den Bus angewiesen. Dieser brachte uns dann schließlich mit Alan nach Montréal. Dort haben wir bei Merve und Alain – Muggle-Quidditch-Freunden von Alan – auf der Couch übernachtet. Gleich am ersten Abend haben die beiden Freunde eingeladen und wir haben zu 12 Leuten die Küche verunstaltet – aber es hat sich gelohnt. An Weihnachten haben wir die verrücktesten Postkarten unseres Lebens bekommen. Wo wir beim Thema sind: Vielen Dank an alle die uns mit Postkarten, Geburtstagsgeschenken oder auch einfach nur Whatsapp-Nachrichten auf dem Laufenden halten. Ihr seid echt super!

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Am nächsten Tag hat uns Justin – ein echter Montréaler – eine Stadtführung gegeben. Wichtigste Stationen: Die Basilica de Notre Dame, die McGill University und die Statue seines Gründers und die „Champs Elysée“ von Montréal, wo wir auch obige interessante Statue gefunden haben. Nach dem Rundgang sind wir mit Justin in eine Bar gegangen. Der hat noch ein Paar Freunde von sich eingeladen und schon waren wir in einer Kneipentour durch ganz Montéal mit Leuten von überall her. Ein paar Bier später hatten wir plötzlich das Bedürfnis nach dem Kanadischen Nationalgericht – Poutine. Das sind Pommes mit Mozzarella und einer Art Bratensauce. Es wird viel darüber gestritten, wo es das beste Poutine gibt. Wir fanden unseres unerwartet lecker.

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Am letzten Tag unserer Reise sind wir auf den Mont Royal (namensgebend für Montréal) gegangen. Von dort hatte man eine geniale Aussicht auf die verschneite Stadt.

In alter Tradition des „German House“ laden wir hier und da mal das Mathedepartment ein. Angefangen hat alles mit einem „Pot Luck“ nach den Midterms, wo wir bis in der früh noch „Werwolf“ gespielt haben. Und in der Vorweihnachtszeit haben wir unseren Kommilitonen eine deutsche Tradition näher gebracht: Die Feuerzangenbowle. Bacardi 75% brennt sehr, sehr gut! Dazu haben wir mit tatkräftiger Unterstützung von Laura auch einige deutsche Kekse gebacken, z.B. Spitzbuben, Vanillekipfel und Zimtsterne.

Viel zu schnell brach der Winter über uns in Syracuse hinein. Wir waren gut gerüstet, aber die Busse scheinbar nicht. Und so verbrachten wir mal fast eine Dreiviertelstunde im Schneesturm an der Bushaltestelle. Ein Glück, dass wir es am Ende doch noch in die Mall geschafft haben, sonst wären die Weihnachtsgeschenke dieses Jahr ein bisschen mau ausgefallen. Mit dem Winter kamen auch die Final Exams und – viel schöner – die Winterpause.

Hier sind Sabrina und ich getrennt gereist. Ich (Marius) zeige Sabrina und euch mal ein paar von meinen Fotos:

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Chicago ist umwerfend an Weihnachten! Überall auf Lake Michigan waren kleine Eisschollen und die haben noch nachts gefunkelt und die Lichter dieser Stadt reflektiert. Alex hat zur gleichen Zeit wie ich Couchsurfing in Chicago gemacht. Ich hab mich an ihn und seine Hosts gehangen und dabei eine richtig gute Zeit gehabt. Wir hatten uns viel zu erzählen über unsere Professoren und unsere Studenten. Außerdem haben wir den „Chicago Christkindlmarket“ ausgecheckt. Ich ernenne mich damit selbst zum Nordamerika-Weihnachtsmarktexperten. Was Anja und Thomas mit uns zu schaffen hatten, erzählt euch sicher Alex oder die beiden!

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Weihnachten habe ich, wie einige andere, in Milwaukee verbracht. Noch einmal hier: Vielen Dank, Jungs aus Milwaukee, das war ein echt starkes Weihnachtsfest! Wir hatten ein superleckeres Weihnachtsessen und viel viel Spaß. Ich verzichte auf Bilder von der Weihnachtsfeier, weil ihr schon so viele gute aus Milwaukee habt und in jedem Blogeintrag welche finden werdet. Milwaukee hat uns auch einiges mehr zu bieten: eine schöne Lakefront, eine Brauereibesichtigung (aka Stand-Up Komödiant, der die Menge deutsche Wörter wie „Reinheitsgebot“ rezitieren lässt) und nicht zuletzt mein Kindheitstraum: Harley-Davidson.

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Version 2

Silvester haben wir (Alex, Viet, Albert und ich) dann schon im schönen warmen Puerto Rico verbracht. Am Silvesterabend trafen wir in San Juan auf eine fränkisch-puertoricanische Emigrantenfamilie. Die haben uns dann in bis in die Morgenstunden mit extremst gutem Essen und puertoricanischem Rum verkostet. Mit Sicherheit das besonderste Silvester was ich je hatte! Alleine hätten wir den Neujahrstag sicher verkatert am nahegelegenen Strand verbracht. Aber so sollte es nicht kommen: Mein Kommilitone Fernando führte uns zu einer felsigen Bucht mit sehr klarem, azurblauem Wasser. Die Bilder oben sagen alles!  Außerdem haben wir noch das Puertoricanische Gericht „Mofongo“ probieren dürfen. Das ist eine Art Pürree aus frittierten Kochbananen, den man zusammen mit Shrimps oder Fleisch ist. Oder mit beidem.

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Nach einem etwas faulen Strandtag haben wir uns für einen Tag ein Auto gemietet. Auch wenn wir die obigen Strände und den El Yunque-Regenwald erst nicht anfahren wollten, es hat sich unheimlich gelohnt. Und es war mein erster Besuch in einem Regenwald! Unser eigentliches Ziel waren die Islas de Culebra, spanische Jungferninseln. Die Fähre dahin war ein bisschen überlaufen… Beim nächsten Mal!

Danach sind wir von Puerto Rico nach Miami geflogen. Da Sabrina und ich beide dort waren beschreiben wir unsere Miami-Erlebnisse am Ende gemeinsam (auch wenn wir in der Tat nicht gemeinsam da waren, um eine halbe Stunde verpasst…)

Für den kleinen Rest meiner Pause hatte ich eigentlich einen Trip zum Skifahren und einen Trip in die Stadt Ithaca vorgesehen, der schon länger auf meiner Todo-Liste Stand. Nachdem aber mein Flug von New York City nach Syracuse wegen Witterung gestrichen wurde, bin ich erstmal in NYC gestrandet. Das war absolut kein Problem: Mein Mitbewohner Jason war derzeit in NYC bei einem Kurzpraktikum bei der UN und so endete ich kurzerhand im gleichen Hostel. Irgendwann habe ich es dann doch noch nach Syracuse geschafft und mir hier noch mit meinen Freunden einen Tag den Zoo in Syracuse angesehen. Für $4 Eintritt bekommt man hier echt viel geboten. Und ich hatte ausnahmsweise mal Glück mit den Wildkatzen.

Und jetzt bin ich (Sabrina) an der Reihe:

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Ich habe Weihnachten bei meiner Familie in Deutschland verbracht und habe mich danach zusammen mit meiner Schwester auf den Weg nach Kuba gemacht. Dort haben wir in knapp zwei Wochen den östlichen Teil der Insel erkundet.

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Begonnen hat unsere Reise in Kubas Hauptstadt Havanna. Hier haben wir direkt in der historischen Altstadt in einer „casa particular“ – eine Art private Pension – gewohnt. Gegen den Erwerb einer Lizenz, ist es Kubanern nämlich seit einiger Zeit erlaubt Zimmer in ihrem Haus an Touristen zu vermieten. Obwohl diese Lizenz wohl sehr teuer ist, scheint sich diese Nebeneinkunft sehr zu lohnen und wir hatten nie ein Problem irgendwo einen Schlafplatz zu finden. Natürlich ist es auch für uns Gäste sehr lohnenswert. Man spart nicht nur Geld, sondern bekommt auch gleich noch einen kleinen Einblick in den Alltag der Kubaner.

Havanna – die Perle der Karibik – hat einen ganz besonderen Charme: hupende Oldtimer Taxis die durch enge Gassen preschen, ältere Kubaner die gemütlich an einer Zigarre ziehen und Straßenmusik an jeder Ecke.

Schön ist es auch am Malecón, Havannas 8 km langer Uferpromenade, entlang zu spazieren. Bei Sturm muss man allerdings ganz schön aufpassen um nicht plötzlich von einer Welle erwischt zu werden, die über die Mauer schwappt.

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Danach ging es für uns weiter ins Tal von Viñales. Ursprünglich hatten wir geplant mit dem Bus zu reisen, allerdings mussten wir feststellen, dass diese zur Hauptreisezeit immer sehr schnell ausgebucht sind. Da die meisten Backpacker aber dasselbe Problem hatten, war es einfach ein paar Leute mit dem selben Ziel zu finden und sich ein Taxi zu teilen. Das war nur unwesentlich teurer und dafür umso lustiger. In unserem ersten sogenannten „taxi colectivo“ haben wir auch zwei Mexikanerinnen kennen gelernt, mit denen wir die restliche Zeit unterwegs waren.

Das Tal von Viñales zeichnet sich besonders durch die „mogotes“ – zu deutsch: Kegelkarstfelsen – aus. Außerdem ist das Gebiet für den Tabakanbau bekannt. Also haben wir es uns nicht nehmen lassen und einen Reitausflug durch die wunderschöne Landschaft hin zu einer Tabakplantage gemacht, wo man nicht nur Zigarren probieren, sondern auch ihre Herstellung vorgeführt bekam. Außerdem sind wir auf dem Weg noch auf eine etwas touristische Bar getroffen. Dort wurde auf traditionelle Weise Rum hergestellt, den es natürlich auch zu kosten galt.

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Danach hat uns unser Weg weiter über Cienfuegos nach Trinidad geführt.

Cienfuegos hat auf uns einen überraschend modernen Eindruck gemacht. So gab es in der Innenstadt gleich mehrere Supermärkte und auch einige andere Läden. Wobei das Wort „Supermarkt“ wohl nicht ganz gerechtfertigt ist. Auch wenn die Regale teilweise voll fahren, so gab es insgesamt gesehen nur ein sehr kleines Sortiment. Außerdem war Wasser ausgesprochen oft ausverkauft – im Gegensatz zu Rum natürlich.

Trinidad hat uns mit seinen vielen kleinen bunten Häuschen, den Kolonialbauten und der lebendigen „Plaza Mayor“ am besten gefallen. Von hier aus haben wir auch ein paar Ausflüge in die Umgebung und natürlich zu den Stränden unternommen.

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Nach dieser beeindruckenden Zeit ging es mit Zwischenstopps in Miami und New York City zurück nach Syracuse.

Über New York City haben wir ja schon ausführlich berichtet also hier der Vollständigkeit halber noch zwei Fotos vom Everglades Nationalpark, wo wir eine rasante Bootstour durch den Lebensraum der Alligatoren gemacht haben. Und eins von Marius, der mit Albert, Viet und Alex einen Roadtrip nach Key West gemacht hat. (Bei dem es leider angefangen hat, zu schütten. Ansonsten hätten wir noch viel viel genialere Fotos gehabt.

Die Winterpause war für beide von uns sehr aufregend und ging viel zu schnell vorbei. Schon sind wir wieder mitten drin im Semester. Aber das macht gar nichts, wir sind uns einig, dass wir dieses Semester superinteressante Kurse rausgesucht haben:

Sabrina’s Vorlesungen:

  • Homological Algebra
  • Algebraic Topology (in dem Kurs sitzen nur Marius, der Prof. und ich)
  • Advanced Methods in Numerics
  • und einen „Reading Course“: Commutative Algebra. Wir lesen das Buch „24 hours of local cohomology“

Marius‘ Vorlesungen:

  • Algebra 2
  • Graph Theory
  • Algebraic Topology
  • Algebraic Geometry
  • Topics in Analysis (diesmal das Hauptthema: Schöne Eigenschaften von Funktionen in Sobolevräumen)

Lehren tun wir beide für Calculus 2 (Folgen, Reihen, Integrale, Polarkoordinaten) und sind damit bisher sehr zufrieden.

Viele Grüße und bis bald,

Marius und Sabrina

MKE Zwischenbericht

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Liebe Ulmer,

es hat sich viel getan seit ihr das letzte mal von Albert, Consti und mir gehört habt. Wir sind in den letzten Monaten viel herumgekommen und haben an der Uni so einiges erlebt, wovon wir euch natürlich erzählen möchten.

Von Chicago habt ihr ja schon im letzten Artikel von den MKE Boyz gelesen. Hier nochmal ein kurzes Video von all dem, was wir an unserem Tagesausflug gesehen haben.

Solche Abenteuer sind selbstverständlich etwas einzigartiges für jeden von uns, aber wie es doch so schön heißt: „Erst die Arbeit dann das Vergnügen.“ Jeder von uns besucht an der UWM vier Vorlesungen, wobei es sich bei einer Vorlesung um Independent Reading handelt. Dies empfehlen wir den zukünftigen Ulmern, die nach MKE kommen auch zu machen. Der Grund ist einfach: Der einjährige Aufenthalt in den USA erlaubt nicht viel Zeit für die Masterarbeit. Die eigenen Vorlesungen und das Unterrichten rauben viel Zeit. Da macht es Sinn schon im Fall Semester einen Prof zu suchen, bei dem man die Masterarbeit schreiben möchte und schonmal ein bisschen früher anfängt sich einzulesen.   Credits gibt es für den Lesekurs natürlich auch noch und man muss keine Prüfungen schreiben. Jeder Prof koordiniert so einen Lesekurs anders, also schaut, dass ihr euch den richtigen aussucht. Zusätzlich zu unseren vier Vorlesungen mussten wir noch ein wöchentliches Teaching-Seminar besuchen, für das wir  Wochenberichte und Projekte über bestimmte Fragestellungen rund um die eigene Lehre schreiben mussten. Ganz schön viel für das erste Semester. Der Workload ist hier nicht zu unterschätzen, vor allem mit den Midterms, Finals und den vielen Hausaufgaben, die gemeistert werden müssen.  „Aber wieso hört ihr nicht einfach weniger Vorlesungen im Fall Semester?“, mag sich der eine oder andere Wundern. Die Antwort ist die gleiche, wieso wir uns für den Lesekurs entschieden haben. Wir müssen uns im Spring Semester auf die Masterarbeit konzentrieren und nebenher noch unterrichten. Das braucht Zeit, die wir nur haben, wenn wir selbst weniger Vorlesungen im Spring Semester hören müssen.

Und wie läuft das mit dem Unterrichten denn so? Naja, jeder von uns ist hier an der UWM als Instructor tätig, das heißt wir sind komplett verantwortlich für unsere Klassen. Albert und ich unterrichten MATH105 und Constantin MATH103. In diesen Vorlesungen gibt es keine zentrale Vorlesung. Wir als Instructors sind die Vorlesung. Das bedeutet wir müssen nach einem bestimmten Plan jede einzelne Unterrichtsstunde vorbereiten, Übungsblätter und Lecture notes vorbereiten, Hausaufgaben einsammeln und korrigieren, und drei monthly exams und das Final graden. Man gewöhnt sich mit der Zeit an den Wochenrhythmus aber das korrigieren der Exams ist jedes mal ein Mix aus Langeweile, Frustration und Wut. Da heißt es einfach: Zähne zusammenbeißen und durchkämpfen.

All die Arbeit heißt aber nicht, dass wir keinen Spaß hier in MKE haben, im Gegenteil! Von allem detailliert zu erzählen, würde wahrscheinlich ewig dauern. Bilder beschreiben wohl am besten was so abging. Die Highlights waren:

1) Besuch aus Illinois: Arne, Manu und Marcus besuchten uns und verbrachten ein Wochenende in MKE.

2) Thanksgiving in Michigan: Unser Kumpel Tim, Atmospheric Science grad student und TA, nahm uns über Thanksgiving mit zu seiner Familie nach Michigan. Wir verbrachten wundervolle Tage mit der Familie und, wer hätte das erwartet, verbrachten einen Tag auf dem Schießstand.

 

3) Christmas in MKE: Da die meisten Ulmer an Weihnachten nicht nach Hause flogen, wurde eine großes Weihnachtswochenende in MKE veranstaltet. Es gab gutes Essen, Geschenke. Das Wiedersehen wurde mächtig gefeiert. Mit dabei waren Anja, Thomas, Alex, Marius, Thorsten und Flo.

4) Winterurlaub in Puerto Rico – Miami – Washington DC – New York City – Boston: Marius, Alex, Albert und ich verbrachten jeweils eine Woche in Puerto Rico und Miami (hier trafen wir übrigens Stefan). In DC verließ und Marius und dazu kam Consti. In NYC und Boston waren wir schließlich zu dritt, da Alex nach DC nach Philadelphia fuhr.

Alles in allem ist viel passiert in den letzten Monaten. Wir haben unvergessliches erlebt und gesehen. Zuversichtlich schauen wir in die Zukunft und hoffen, dass die nächste Hälfte unseres USA Abenteuers mindestens genau so gut, wenn nicht sogar besser, wird. Wenn ihr mehr über unsere Reisen lesen und sehen wollt, schaut doch mal in die Blogs von Alex, Stefan und mir (Alex und Stefan sind da bisschen fleißiger als ich). Vor allem über die gemeinsamen Erlebnisse diesen Winter wird dort ausführlicher berichtet.

Bis zum nächsten mal! Eure Jungs aus MKE, Albert, Consti und Viet.

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Sunny San Diego!

Last but not least – wie immer, das Beste kommt zum Schluss: San Diego!

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Studieren im Sonnenschein unter Palmen: unser Campus

Wir zwei, Anja und Stefan, haben die Ehre die erste Blog-Runde der Ulmer USA-Studenten abzurunden. Während mittlerweile also schon der erste Advent in der Tür steht und ihr die winterliche Jahreszeit zu Hause genießt, bekommt ihr von uns ein paar Eindrücke aus dem Golden State California und America’s Finest City San Diego! Bereits Mitte August sind wir zwei in San Diego angekommen, es gibt also viel zu berichten! San Diego ist mit rund 1.4 Millionen Einwohnern die achtgrößte Stadt der USA, mit einer großen Auswahl an wunderschönen Stränden, ausgeprägter Surferkultur, leckerem Craft-Beer und unschlagbarem Wetter! Ihr seht schon wir sind deeply in love with San Diego, oft fühlt es sich hier ein bisschen wie Urlaub an.

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SDSU und Aztecs for life: Anja und Stefan

Ganz ähnlich wie bei unseren Ulmer USA Freunden hatten wir am Anfang natürlich auch viel zu organisieren: Handyverträge abschließen, Internet einrichten, Bankkonto eröffnen, Fahrräder richten, Social Security Number beantragen, Auto anmelden, sich an der Uni vorstellen und zurechtfinden, und alle möglichen bürokratischen Hindernisse überwinden, die man sich so vorstellen kann… Allerdings hatten wir sehr viel Unterstützung von unseren Ulmer Vorgängern Lars und Flo, die uns schon im Vorfeld sehr viel Organisation abgenommen haben. Wir konnten problemlos von den beiden ihre Wohnung samt Inventar übernehmen, sowie zwei Fahrräder und unser kleines schnuckliges Auto. Wenn dann bei der Ankunft noch ein Kühlschrank voller Bier auf einen wartet, was will man mehr?

Wir wohnen in einer schönen Appartement-Anlage in der Nähe des Campus, sodass wir mit dem Fahrrad hinauf zur Uni strampeln können. Mit großem Wohn- und Esszimmer mit Sofa und genügend Platz für Besuch, einer gut ausgestatteten Küche, zwei Balkons und zwei Schlafzimmern mit jeweils eigenem Bad, fühlen wir uns hier pudelwohl. Pool und Whirlpool machen das Ganze dann noch perfekt!

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Pool und Whirlpool

Wie schon erwähnt haben wir von Flo und Lars deren Auto übernommen: Gary ist ein stattlich weiß glänzender Ford Expedition mit 9 Sitzen und einem schnurrenden 8-Zylinder Motor. Wir haben gleich eine innige Beziehung mit ihm aufgebaut und er war bisher sehr zuverlässig. Seine einzige Macke: er ist ein kleiner Schluckspecht! Allerdings ist sein Konsum bei amerikanischen Preisen durchaus bezahlbar.
Wir würden auch auf jeden Fall empfehlen sich hier ein Auto zuzulegen, das ist es defintiv wert! Die öffentlichen Verkehrsmittel kann man in San Diego (und in großen Teilen der ganzen Westküste) schlichtweg vergessen. Die beste Option, wenn man nicht selbst das Auto nehmen will, sind Uber und Lyft…

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Unser Auto

Womit wir vielleicht auch mal kurz die Kosten in San Diego und an der San Diego State University (SDSU) ansprechen wollen, das war nämlich bei unseren Vorbereitungen auf San Diego eines der Hot Topics: Ja, San Diego ist teuer und ja, man muss das gut planen und braucht am Anfang ein bisschen Startkapital. Alles in allem würden wir aber sagen, dass man sich San Diego auf jeden Fall leisten kann, durch die Stelle als Teaching Assistant wird man gut bezahlt und kommt gut über die Runden. Die Zeit hier ist definitiv jeden Penny wert!
Als zusätzliche Finanzierung haben wir beide noch ein Stipendium, das einem das Leben hier ein bisschen einfacher macht. Dafür muss man sich gegebenenfalls eben schon frühzeitig umschauen!

Jetzt aber endlich mal zu den wichtigen Dingen des Lebens: unser Alltag an der San Diego State University!

Anja ist im Studiengang Applied Mathematics eingeschrieben und Stefan hat von applied math ziemlich schnell und problemlos auf Statistics gewechselt (wenn man weiß, dass man hauptsächlich Statistik-Kurse belegen will, ist es sinnvoll, sich gleich beim Bewerbungsprozess dafür einzuschreiben). Außerdem haben wir beide einen Advisor (einen Prof) an der Uni, der uns mit Tipps zur Kurswahl und Research-Möglichkeiten versorgt und sich auch um die Anrechnung der Kurse aus Ulm kümmert (insgesamt 3 Stück). Der Research-Part ist mit Sicherheit etwas Besonderes im Ulmer USA-Programm: wir müssen hier in San Diego nämlich eine Masterarbeit schreiben, um den amerikanischen Abschluss zu bekommen. Wir finden das beide eigentlich recht gut, da man so nicht nur einfach zwei Semester vor sich hin studiert, sondern wirklich an Themen arbeiten kann, die einen interessieren! Außerdem haben wir einen Platz im Climate Research Office bekommen: ein schönes großes Büro, das wir meistens ganz romantisch nur für uns zwei haben.

Als Teaching Assistants sind wir für Calculus III angestellt, allerdings bei unterschiedlichen Professoren. Calc 3 behandelt multidimensionale Analysis, vergleichbar mit Analysis II in Ulm aber eigentlich auch wieder nicht, da hier alles sehr viel angewandter ist und die meisten unserer Studenten sowieso Ingenieure sind. Jeder von uns hält in der Woche jeweils 4 einstündige Problem Sections, vergleichbar mit Tutorien in Ulm, allerdings etwas interaktiver. Zusätzlich helfen wir 4 Stunden im Mathematical Learning Center, wo Studenten vorbeikommen können und Fragen stellen können, ähnlich wie das MathLab in Ulm. Ansonsten müssen wir natürlich auch noch Midterms und Finals korrigieren, sodass wir insgesamt schon auf 12-15 Stunden Arbeit pro Woche kommen. Aber uns beiden macht die Lehre insgesamt sehr viel Spaß!

Da wir beide in unterschiedlichen Studiengängen sind, ist auch unsere Kurswahl sehr unterschiedlich.

Anja
Ich höre die Vorlesungen High Performance Computing, Advanced Computational Optimization und Functions of a Complex Variable. Bei allen Vorlesungen steht die Anwendung im Vordergrund, weshalb, verglichen zu Ulm, die Theorie manchmal leider etwas zu kurz kommt. Da man allerdings jede Woche zahlreiche Skripte in verschiedenen Programmiersprachen schreiben muss, kann man spätestens hier seine Programmierkenntnisse auf Vordermann bringen und nach dem Jahr können wir wohl auch wieder Rechnen wie die Weltmeister! Alles in allem bin ich jedoch besonders froh ein interessantes Research-Thema bei einem tollen Betreuer im Bereich der Numerik gefunden zu haben. Zwischen den zahlreichen Midterms und Hausaufgaben, die von Woche zu Woche absolviert werden müssen (ja, alles zählt in die Endnote!) ist das eine tolle Gelegenheit mehr theoretische Inhalte zu Gesicht zu bekommen und die Mathematik, wie sie in Ulm gelebt wird, weiterleben zu lassen.

Stefan
Ich habe mir die Vorlesungen R Programming & Computer Science; Data Analysis sowie Statistical Communication herausgesucht und bin damit auch bisher recht zufrieden. Genauso wie bei Anja steht auch bei mir eher die Anwendung im Vordergrund, ich arbeite viel mit Datensätzen und meine R-Kenntnisse sind mittlerweile weltmeisterlich! Meine Masterarbeit schreibe ich im Climate Research Bereich.

Ihr seht also der Workload ist auch hier in San Diego ähnlich hoch wie bei den anderen Ulmern.

Das Ulmer USA-Programm hat hier in San Diego schon eine lange Tradition, was man unter anderem im Mathe-Department an der Ahnenwand unserer Ulmer TA-Vorgänger erkennt. Außerdem werden wir Ulm students auch hin und wieder von Professoren privat eingeladen. Don und Margaret Lutz sind langjährige Freunde der Generationen von Ulm students, sodass wir schon zweimal bei ihnen zum Dinner eingeladen waren und sehr kurzweilige Abende miteinander verbracht haben. Don war zuvor in Milwaukee und Syracuse und ist sozusagen ein Gründervater des Ulmer USA-Programms! Außerdem haben wir mit Anjas Advisor Joe Mahaffy und seiner Frau Leslie einen Tide-Pooling Ausflug an den Strand unternommen. Wirklich genial was man dabei alles entdeckt!

Neben Studium ist hier auf dem Campus vor allem auch Sport ein wesentlicher Bestandteil. Ob man sich selbst im gigantischen Fitnessstudio auspowert oder mit voller Power eine unserer Uni-Mannschaften anfeuert, Sport muss sein! Als echte Aztecs waren wir natürlich schon sowohl bei Football- als auch Basketballspielen dabei. Während Anja als leidenschaftliche Fußballerin das Women’s Soccer Team mit anfeuerte, ist Stefan als Posaunist bei der Pep-Band aufgenommen worden, die bei den Basketballspielen einheizt. Perfekte Gelegenheiten, um Leute hier in San Diego kennenzulernen!

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„I believe that we will win!“ Youtube

Auch wenn wir mit Arbeit an der Uni bestens ausgelastet sind, nehmen wir uns natürlich genügend Zeit, um San Diego trotzdem ausgiebig zu genießen und Land und Leute kennenzulernen. Schon allein San Diego hat mehr zu bieten als wir tatsächlich Zeit haben: ob lokale Ausflüge zum Relaxen oder Joggen an einen der vielen Strände, Stand-Up Paddling, der traumhafte Balboa-Park, der gigantische San Diego Zoo, Hiking-Trips in der Umgebung oder einfach auch nur mexikanischer Flair mit Taco Tuesday und Thirsty Thursday – uns wird es hier bestimmt nicht langweilig!

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Natürlich haben wir auch schon ein paar größere Trips unternommen.
Stefan hat Wochenendtrips nach Chicago, Tijuana in Mexiko und zum Campen in die Anza-Borrego Desert unternommen. Für die Zeit über Thanksgiving ging es mit den Normal Guys aus Illinois an die East Coast: Washington DC, Philadelphia und New York! Unglaublich wie viele verschiedene Gesichter man dabei von den USA kennenlernt!

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Anja hat dagegen die Thanksgiving-Woche genutzt, um die Westküste zu erkunden. So ging es zuerst die ganze Strecke hoch nach San Francisco und von dort die Scenic Route 1 entlang zurück nach San Diego mit Zwischenstopps in Monterey, Big Sur, San Louis Obispo, Santa Barbara und Los Angeles. Und natürlich darf nach den Präsidentschaftswahlen auch ein Foto mit Donald Trump auf dem Walk of Fame nicht fehlen!

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Ihr seht also, trotz viel Arbeit an der Uni kann man hier in San Diego durchaus den American Dream leben! Und damit sonnige Grüße aus dem sunny San Diego!

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Christmas is coming soon!

Anja und Stefan

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