Syracuse: Teil 2 ;)

Unsere Zeit hier in Syracuse neigt sich dem Ende zu. Der Springterm ist vorüber und unsere Graduation steht kurz bevor. Doch dazu mehr im nächsten Blog. Dieses Mal, wie im letzten Eintrag versprochen, möchten wir euch mitteilen, wie wir die Winterbreak verbracht haben.

Raphael: Für mich ging es, wie für viele andere von uns Ulmern, nach Florida. Dort war ich jeweils für mehrere Tage und insgesamt mehr als zwei Wochen in Jacksonville, Miami, Orlando, dem Everglades Nationalpark sowie auf Pine Island. In Miami bin ich das erste Mal in den USA und überhaupt seit längerer Zeit wieder Auto gefahren, was sich als recht stressig entpuppt hat. Da man hier auf den mehrspurigen Highways auch von rechts überholen darf, war es teils ganz schwierig sich auf die Ausfahrt oder richtige Spur durchzudrücken. Erleichtert wird einem dies immerhin durch die typische Geschwindigkeitsbegrenzung von 70mph. Wenn man aber mal aus den Städten raus ist, kann man oft einfach den Tempomat für mehrere Stunden einschalten und sich etwas gemütlicher zurücklehnen.

Eines meiner Highlights in dieser Zeit war die Führung durch ein unterirdisches Tunnelsystem in Jacksonville welches für den Geldaustausch zwischen den zentralen Banken verwendet wurde, gepaart mit einigen Geschichten zu historischen Banküberfallen.

Ganz toll fand ich den Universal Studios Freizeitpark in Orlando: Hier beeindruckten mich besonders die vielen technisch äußerst modernen Attraktionen, in welchen wir mit der 3D-Brille in der Achterbahn durch ein Studio fuhren und uns wie in einem Film fühlten, wenn komplett um uns herum Actionsequenzen abgespielt und uns simultan Hitzewellen während der Explosionen entgegengeworfen wurden. Das war mir aber tatsächlich die teils sehr langen Wartezeiten und den hohen Eintrittspreis (ca. 120$) echt wert.

Sehr beeindruckend und auch etwas erschreckend waren die Alligatoren im Everglades Nationalpark denen man so nahe, wie man für sicher hielt, kommen konnte. Nicht selten lagen diese regungslos einfach direkt ein bis zwei Meter neben dem Pfad.

Silvia: Anstatt weiße Weihnacht in Deutschland habe ich mir letztes Jahr heiße Weihnacht unter Palmen in Florida gegönnt. Gemeinsam mit meiner Schwester und meinem Schwager habe ich eine Rundreise durch den Sonnenstaat der USA gemacht.

Getroffen haben wir uns an Heilig Abend in Miami. Nach unserem Wiedersehen am Flughafen sind wir gemeinsam zu unserem Hotel direkt am Ocean Drive gefahren. Sogar das Christkind hat den Weg dorthin gefunden 😉

Die ersten Tage unseres Urlaubs haben wir in Miami verbracht. Mit dem BigBus klapperten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt ab. Und natürlich durfte ein Fotoshooting mit Weihnachtsmannmütze am Strand nicht fehlen. Denn wie oft im Leben wird man Weihnachten schon am Strand verbringen?

Nach Miami ging es in Richtung Cocoa Beach. Eigentlich wollten wir dort das Kennedy Space Center besuchen. Allerdings machte uns der Government Shutdown einen Strich durch die Rechnung. Es hätte zwar regulär geöffnet gehabt, allerdings fiel die Tour zu den Raketenabschussrampen aus. Wir haben deshalb kurzerhand unsere Planung geändert. Aus einem Rundtrip wurde eine „Achterfahrt“, denn wir haben den Besuch des Freizeitparks Busch Gardens auf der gegenüberliegenden Seite vorgezogen. Wie auch schon Jenny berichtet hat, war dieser Besuch ein wenig enttäuschend. Die Achterbahnen sind zwar „actionreicher“ als die Deutschen, dafür hatten sie nicht durchgängig geöffnet. Wir hatten also gerade mal die Chance, vier der sechs großen Bahnen zu testen.

Während unserer Rückfahrt zum Cocoa Beach machten wir noch einen Abstecher im Silver Springs State Park. Dort haben wir bei einer Kanutour unseren ersten freilebenden Alligator getroffen. Und ganz ehrlich: Mir sind die Tierchen im Zoo lieber. Unser nächster Zwischenstopp war in Daytona. Bekannt ist Daytona vor allen wegen dem „Daytona International Speedway“ – einer Auto- und Motorradrennstrecke. Auch für Nicht-Motorsport-Fans lohnt sich die Führung auf dem Gelände!

An Neujahr versuchten wir dann erneut unser Glück im Kennedy Space Center. Da der Government Shutdown immer noch nicht vorüber war, mussten wir leider auf die Abschussrampen verzichten. Der Besuch hat sich aber trotzdem gelohnt und war eines unserer Urlaubshighlights! Auf dem Gelände gibt es so viel zu entdecken, dass man locker mehrere Tage dort verbringen könnte. Beispielsweise kann man durch 3D-Filme einen Einblick in das Leben und die Arbeit der Astronauten auf der ISS bekommen oder an einer Raketenstart-Simulation teilnehmen.

Danach ging es für uns wieder in südwestliche Richtung. Nach einem zweitägigen Aufenthalt in den Everglades, die wir v.a. zum Airboatfahren und zum Wandern genutzt haben, fuhren wir auf Key West. Key West hat seinen ganz eigenen Charme und war für uns der perfekte Urlaubsabschluss!

Julian: Über die Weihnachtsferien bin ich erst für ein paar Tage nach New York gefahren. Anders als beim Aufenthalt an Thanksgiving hatte ich dieses Mal die Zeit, um die berühmten Museen in New York zu besuchen, wie z.B. das Metropolitan oder Museum of Modern Art.

Von New York aus ging es dann an die Westküste der USA nach Seattle, genauer zur meiner Gastfamilie, bei denen ich für ein Schuljahr während der 10. Klasse gelebt hatte. Während den fast zwei Wochen haben wir mehrere Ausflüge in der Gegend unternommen: nach Seattle, Dungeness Spit einem Nationalpark im Norden der Halbinsel oder auch eine kleine Exkursion auf dem Boot meines Gastvaters.

Zurück in Syracuse ging es dann für uns direkt wieder mit dem Uni Alltag los. Dieses Semester war etwas entspannter als der Fallterm. Für Julian und Silvia etwa, da sie nur Tutorien für einen Professor/Vorlesung halten mussten. Für Raphael beispielsweise, da er nur 3 Vorlesungen im Vergleich zu den vieren des vergangenen Semesters besuchte. Nicht zu vergessen ist, dass auch viele Abläufe nun zur täglichen Routine gehörten.

Die nächste Chance etwas zu unternehmen bot sich in der Spring Break Woche. Hier trennten sich unserer Wege erneut:

Raphael: Ich bin für fünf Tage nach NYC gefahren. Da dies mein erster Besuch im Big Apple war, wurden erstmal viele typische Attraktionen abgeklappter wie etwa der Central Park, das Metropolitan Museum, die Statue of Liberty und das äußerst sehenswerte Immigration Museum auf Ellis Island. Dazu haben wir uns noch eine Broadway Show angesehen und, um nicht die ganze Zeit im Stadtteil Manhattan zu verbringen, sind wir auf Empfehlung unseres amerikanisch-chinesischen AirBnB-Hosts für einen Tag nach Flushing – einem recht neuen und populären Chinatown in Queens.

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Julian: In der Springbreak haben mich mein Bruder und seine Freundin besucht. Zusammen haben wir per Auto zuerst einen Tagesausflug zu den Niagarafällen gemacht und sind dann nach Washington DC gefahren. Von dort ging es weiter über Gettysburg, dem Schauplatz einer der größten Schlachten im Amerikanischen Bürgerkrieg, und einer Übernachtung auf einem Amish Bauernhof nach Boston, wo wir den St. Patrick’s Day gefeiert haben.

Mit dem Ende der Springbreak wurde dann so langsam der Semesterendspurt eingeläutet. Wie erwartet wurde alles etwas stressiger aber mittlerweile haben wir unsere Prüfungen gemeistert und freuen uns auf unsere Reisen nach der Graduation sowie auf die Heimkehr nach Deutschland.

Viele Grüße aus Syracuse.

Raphael, Silvia und Julian

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Winter Wonderland Winterloo

Nachdem Silvia, Jennifer und Raphael den Heimweg angetreten hatten, blieb für mich einerseits noch eine Woche bis zu den final exams, andererseits aber auch noch eine Woche bis zur Holiday party des Departments.

Die Holiday party bietet neben ein paar kurzen Ansprachen, Danksagungen und einer Tombola vorzügliches Essen. Tipp für die nächsten Generationen: Vergesst nicht euch anzumelden! Es lohnt sich.

Ein paar Tage später öffnete der Kitchener Christkindl market seine Tore. Der Weihnachtsmarkt ist vergleichbar mit deutschen Weihnachtsmärkten: Es gibt Glühwein, Punsch, traditionelle deutsche Gerichte (sowohl süß als auch herzhaft) und vieles mehr. Schade allerdings, dass der Christkindl market nur 4 Tage geöffnet ist.

Nach diesem kurzen Christkindl market kam noch keine richtige Weihnachtsstimmung auf, dies konnte aber kurz darauf geändert werden. Die CLV Community hatte ein Gingerbread House Event veranstaltet. Wer es nicht kennt – gingerbread houses sind (theoretisch essbare) Lebkuchen-Häuser, die man nach Belieben mit Candies verziert und als Dekoration in der Wohnung aufstellt. Ein einzelnes Gingerbread house war nicht genug, dachte sich meine Mitbewohnerin und kaufte ein Gingerbread house village kit. Das Resultat könnt ihr auf den Fotos bestaunen.

Da die final exams meiner TA-Kurse die spät möglichsten Termine hatten, machte ich mich erst am 21. Dezember auf den Weg in den Urlaub. Ich nahm den Bus nach Toronto und stieg dort in den Nachtbus nach Washington DC um. Am nächsten Nachmittag kam ich dann mit vier Stunden Verspätung in Washington DC an und machte mich auf den Weg zu meinem Hostel. Da die Korrektur der letzten Klausur noch nicht abgeschlossen war, nutzte ich den ersten Abend im Hostel um diese abzuschließen.

Am nächsten Tag startete ich meine Erkundungstour quer durch Washington. Auf meinem Stadterkundungsprogramm standen das Capitol, das Washington Monument, das weiße Haus, Lincoln Monument und vieles mehr.

Bald stand dann auch Heiligabend vor der Tür. Zur Feier des Tages unternahm ich eine nächtliche Fahrradtour mit einem der Hostelmitarbeiter, sets auf der Suche nach dem schönsten Christbaum in Washington. Aufgrund von Problemen mit der Beleuchtung und die Unfähigkeit der amerikanischen Regierung diese vor dem government shutdown zu fixen, war der nationale Weihnachtsbaum nicht annähernd so spektakulär wie die übrigen, quer über Washington verstreuten Weihnachtsbäume. Schlussendlich haben wir den Christbaum vor der kanadischen Botschaft als schönsten Weihnachtsbaum Washingtons 2018 „gekürt“.

Am Lincoln Memorial mit Blick auf das Washington Monument zählten wir die letzten Sekunden bis Weihnachten und genossen den Ausblick.

Da meine Begleitung sich gut in Washington auskannte und historisch auch gut bescheid wusste, wurde die nächtliche Radtour gleich noch zur Stadtführung. Quasi ein all-inclusive Urlaub gebucht 🙂 Um halb 3 Uhr nachts ging es dann aber auch allmählich ins Bett.

Nachdem ich ausgeschlafen hatte setzte ich meine Stadttour fort. Ich machte mich auf den Weg zum Pentagon und besichtigte das Airforce memorial. Allerdings war vieles geschlossen, da Weihnachten war. Nicht einmal der Friedhof war geöffnet…

Am Abend sahen wir alle zusammen einen Weihnachtsfilm an und aßen Chilli con Carne und Cookies, bevor wir uns ins Nachtleben stürzten.

Am ersten Weihnachtsfeiertag hatten noch zwei weitere Deutsche (unabhängige voneinander) im Hostel eingecheckt. Am nächsten Tag zog ich mit einem der beiden los und erkundete Georgetown. Abgesehen von unserem verdammt leckeren Mittagessen riss uns Georgetown allerdings nicht vom Hocker. Am Abend suchten wir den Washington Zoo auf – in erster Linie nicht zum Tiere ansehen. Im Washington Zoo gab es eine riesige Lichterinstallation, die ZooLights. Danach ging es zurück zum Hostel. Wir trafen den dritten Deutschen auf dem Gang und verquatschten uns. Schlussendlich war es 1 Uhr nachts bis wir unsere Betten aufsuchten.

Der nächste Tag stellte auch schon meinen Abreisetag dar. Da mein Bus aber erst am Nachmittag abfuhr, nutzte ich die Zeit und erkundete Chinatown.

Am Nachmittag machte ich mich dann auf die Reise nach New York city. Da es Winter war und die Sonne früh unterging, konnte ich bei Anfahrt auf NYC bereits aus dem Bus das Lichtermeer bestaunen. Ich erreichte überraschenderweise fast pünktlich Port Authority – oder in anderen Worten den Times Square. Eine Freundin, die ich in Toronto kennengelernt hatte, holte mich dort ab und nahm mich für die nächsten Tage bei sich auf.

Bevor wir zu ihrer Wohnung fuhren, gönnten wir uns ein (un)gesundes Burgerabendessen bei 5 guys. Und prompt trafen wir auf die ersten deutschen Touristen und es sollten nicht die letzten sein an diesem Tag. New York war voll mit deutschen Touristen. New York war so überfüllt, dass sie am 30. Dezember sogar die Brooklyn Bridge vorübergehend gesperrt haben, weil zu viele Menschen gleichzeitig die Brücke überqueren wollten.

In den nächsten Tagen besuchten wir diverse Attraktionen, darunter Moma, das Museum of Modern Arts, das Museum of African culture, Oculus und den Central Park. Auf dem Weg schauten wir noch bei Eileen’s Cheesecake vorbei – Achtung macht süchtig.

Silvester gestaltete sich sehr regnerisch. Daher verbrachten wir den Abend gemütlich mit Chocolate Cheesecake von Junior’s und Eiswein auf der Coach.

An Neujahr besuchten wir den botanischen Garten und die dort befindliche holiday train show. Am Tag darauf, ging es für meine Freundin wieder zurück zur Arbeit und ich erkundete auf eigene Faust The Big Apple (alias New York City). Nachdem ich mich beinahe im Rockefeller Center verlaufen hatte, fand ich doch noch den Weg zur St Patrick’s Cathedral. An diesem Tag standen auch noch das Empire State Building, das Chrysler Building und die Roosevelt Island auf dem Plan.

An meinem letzten Tag machte ich mich nach einem kurzen Abstecher zur Williamsburg Bridge noch auf den Weg zum 9/11 Memorial, dem Charging Bull und der Statue of Liberty. Am Nachmittag nutzte ich die verbleibende Zeit für einen kurzen Besuch bei den United Nations Headquarters, bevor ich schließlich die Rückreise nach Waterloo antrat.

In Waterloo angekommen wurde ich von Schnee begrüßt. Nach obligatorischen Dingen, wie Wäsche waschen und Kühlschrank auffüllen ging dann am Montag auch schon das neue Term los.

Dieses Term belegte ich drei Kurse, darunter ein Kurs zu Mortality Data, ein Kurs zu Insurance Loss Models und last but not least Advanced Life Insurance Practice. Darüber hinaus betreue ich wieder dieselben Kurse wie auch schon im Fall term als TA.

Die Kurse gestalteten sich sehr zeitintensiv, so blieb kaum Zeit für Unternehmungen – bei – 25 Grad Celsius Außentemperatur verpasst man aber wohl auch nicht allzu viel…

Am Wochenende nach dem Valentinstag veranstaltete die CLV Community ein kleines Event mit Kaffee, Tee und Kuchen und alle Besucher bekamen eine Rose geschenkt.

Als kurze Verschnaufpause nach den Midterms ging es für mich einen Tag zu den Niagarafällen. Die Wasserfälle bieten bei winterlichen Temperaturen nochmal eine ganz andere Kulisse als im Sommer. Da die eisigen Temperaturen dann doch etwas zu kühl sind, um den ganzen Tag draußen zu verbringen, besuchten wir das Bird Kingdom und genossen Papagaien auf unseren Armen, Schultern und Köpfen (schade, dass wir diese Situationen nicht mit Fotos festhalten durften).

Da die Bewegung in den letzten Tagen vor und während der Midterms etwas zu kurz gekommen war, meldete ich mich noch zusammen mit meiner Mitbewohnerin zu einem Trip zu „Grand River Rocks“, eine Kletterhalle in Kitchener, organisiert von unseren Freunden der Graduate Student Association, an. Der Abend in der Kletterhalle war sehr schön und anstrengend – wir haben in der folgenden Nacht geschlafen wie Babies.

Anfang April standen dann auch schon die final exams an. Da all meine Klausuren und die beiden Klausuren meiner Ta-Kurse binnen 7 Tagen stattfanden, war diese Zeit sehr busy.

Nachdem die letzte Klausur dann endlich geschafft und auch die Klausurkorrekturen abgeschlossen waren, ging es in den wohlverdienten Urlaub. Dazu aber mehr beim nächsten Mal.

Bis dann, Jeannette

Summer is coming

Willkommen zurück in Pensacola, liebe Leserinnen und Leser! Hier steuern wir zwei, Lars und Regina, inzwischen so langsam auf das Ende des Frühlingssemesters zu. Noch ist der Stress aber nicht zu groß, sodass wir an diesem Wochenende einen Kurzausflug nach Atlanta unternehmen konnten. Die Südstaatenmetropole ist unter anderem bekannt als Hauptsitz des Coca-Cola-Konzerns, Austragungsort der olympischen Spiele 1996 und Heimat von Martin Luther King. Außerdem zieht ATL mit dem ehemals größten Aquarium der Welt und einem regen Nachtleben viele Touristen an. Hier ein paar Schnappschüsse:

Jetzt aber erst einmal zurück ins Jahr 2018: Mit dem Herbsteinbruch legte Lars seinen Gips ab und stieg nach einer dreimonatigen Shorts-Serie erstmals wieder auf lange Hosen um. Auch für Reginas Surfclub ging es in die Winterpause, sodass wir beide bereit für neue sportliche Herausforderungen waren: Unser Beitrag zum Austausch der Kulturen ist die Einführung von Badminton hier in Pensacola, im Gegenzug spielen wir American Handball – nicht verwandt mit dem europäischen Handball, sondern mit Squash, nur ohne Schläger. Hier an der UWF gibt es einen Handball-Club, der sich mehrmals die Woche zum Spielen trifft und auch regelmäßig zu Turnieren an anderen US-Unis reist. Nächstes Wochenende geht es nach Austin, Texas, und wir beide sind erstmals mit an Bord. Doch damit nicht genug: Um unsere verpflichtenden Gebühren von knapp 800$ pro Semester möglichst gut auszunutzen, machen wir auch bei einigen Angeboten des Recreation-and-Wellness-Teams der Uni mit. Im „Bootcamp“ darf Regina einmal die Woche trainieren wie echte US-Soldaten und Monstertruck-Reifen durch die Gegend werfen. Neben solchen Fitnesskursen werden über das Jahr verteilt mehrere frei zugängliche Sportturniere veranstaltet. Im März wurde die vierwöchige Fußballsaison eröffnet und bisher liegen die „Average Joes and Jolinas“, denen wir beide angehören, auf gutem Kurs Richtung Playoffs.

Die nötigen Kalorien für unser Sportprogramm holten wir uns an Thanksgiving, das wir bei Kommilitonen und deren Familien verbrachten. Glücklich und gesättigt ging es für uns anschließend in den Semesterendspurt. Gerade in dieser Zeit legt die Uni viel Wert darauf, dass es uns Studenten an nichts mangelt: Gegen die Langeweile helfen Hausaufgaben, Takehomes und Grading-Aufträge aus unseren TA-Jobs. Gegen Nervenzusammenbrüche gelegentliches Gratis-Essen, Massagen und ein freundlicher Therapiehund. In der Weihnachtszeit gab es außerdem viele Hilfsaktionen für Betroffene des Hurrikanes. Auch der Math Club engagierte sich und sammelte Geschenke für Kinder eines Waisenhauses in Panama City.

Nach den Finals stand für uns beide der Winterurlaub an. Lars bereiste mit Leo und den Tobis aus Milwaukee und Benny aus Normal das US-Außengebiet Puerto Rico und den Süden Floridas. Im Beitrag aus Milwaukee vom 23. Januar finden sich bereits ein ausführlicher Bericht und Fotos, die wohl mit jedem Hochglanzkalender mithalten können. Hinzufügen möchte Lars hier lediglich eine Stellungnahme zu seiner Begegnung mit der Everglades-Eule: Von einer Provokation seinerseits kann keine Rede sein, er hat sie weder mit imitierten Eulen-Rufen genervt (Benny), noch ohne ihr Einverständnis Fotos gemacht, um diese anschließend hier im Blog hochzuladen (Tobi F). Die Attacke war also womöglich nicht unbegründet, aber definitiv fehlgerichtet. Zwei Tage später musste Lars sich dann wieder auf den Weg nach Pensacola machen, um pünktlich zum Vorlesungsbeginn in der zweiten Januarwoche zurück zu sein. Aufgrund einer plötzlich eingetretenen Angst vor allem, was fliegt, wählte er für den Rückweg die Fahrt im Greyhound-Fernbus. In Pensacola gibt es eine Haltestelle, die mehrmals am Tag von Bussen aus Südflorida angefahren wird. Man kann so im Vergleich zum Fliegen eine Menge Geld sparen und hat gute Chancen, ein paar ungewöhnlichen Charakteren zu begegnen.

Regina machte sich direkt nach den Klausuren mit ein paar Freunden aus Pensacola auf den Weg nach Orlando. Komplett überfordert mit dem Angebot an Freizeitparks entschieden sie sich letzten Endes für die Universal Studios und machten abends die Stadt unsicher. Im Anschluss ging es weiter in den Süden nach St. Petersburg, Clearwater Beach (Achtung: Euphemismus) und Tampa. Dort gab es einen Weihnachtsmarkt, was ein wenig Heimatgefühl aufkommen ließ. Von Tampa ging es für Regina mit dem Greyhoundbus weiter nach Miami. Für ein wenig Spannung sorgte die Drohung eines Passagiers, die Greyhoundstation niederzubrennen. Da sein Gepäck verloren gegangen war, hatte er leider kein Feuerholz zur Hand und Reginas Bus konnte sich auf den Weg nach Miami machen. Dort angekommen wurde das Nachtleben in Miami Beach unter die Lupe genommen und im Anschluss die üblichen Touri-Spots abgeklappert, von einer Bootstour über Little Havana bis hin zum Wynwood District. Das letzte Ziel ihrer Reise war die Dominikanische Republik, genauer gesagt La Romana im südlichen Teil der Insel. Von dort wurde die Umgebung auf Wanderungen, Fahrrad- und Bootstouren sowie mit dem Kanu und Paddleboard erkundet. Besonders empfehlenswert ist ein Ausflug zur Insel Catalina, vor der sich ein Paradies für Hobby-Schnorchler befindet. Hier ein paar Impressionen:

Gut gebräunt ging es also für uns beide ins Frühlingssemester. Lars belegt die zwei Pflichtkurse für Mathe-Masterstudenten an der UWF, Statistical Inference und Matrix Theory. Regina belegt neben Modeling in Regression ein Forschungsprojekt zur Anwendung von Machine Learning auf die Erkennung von Phishing-E-Mails. Hier in Pensacola ist es möglich, solche Projekte im Rahmen einer sogenannten Directed Study als Kurs anrechnen zu lassen. In der kommenden Woche fliegt Regina nach Dallas, um ihre bisherigen Ergebnisse auf einer Konferenz für Computer Science vorzustellen. Dem Science College steht zur Unterstützung solcher Vorhaben ein großes Budget zur Verfügung. Im Februar wurde es uns dadurch auch ermöglicht, mit weiteren Mathe-Studenten zur jährlichen Konferenz der Florida Section der Mathematical Association of America nach Lakeland zu fahren. Dort konnte Lars im Problem-Solving-Wettbewerb glänzen und Regina hielt einen Vortrag über ihr Forschungsprojekt. Dass dem Science College studentische Forschung am Herzen liegt, sieht man auch daran, dass wir anstelle einer Masterarbeit einen Researchkurs belegen können. Nach dem Gruppenprojekt im Herbst ist im zweiten Semester jeder Teilnehmer auf sich gestellt. Regina untersucht geografische Cluster von Prostatakrebserkrankungen und -sterblichkeit und deren Risikofaktoren in den USA, Lars beschäftigt sich mit Brustkrebsclustern mit Fokus auf den Einfluss der Arsenkonzentration in Luft und Grundwasser. Neben den Kursen arbeiten wir wieder 20 Stunden pro Woche. Uns wurden diesmal Aufgaben mit mehr Verantwortung und auch einem höheren mathematischen Niveau zugeteilt. Wir leiten Workshops für Calculus 1 und 2. Die Workshops sind ein Angebot für Studenten, bei dem sie für ein paar Extrapunkte weitere Aufgaben zum Vorlesungsstoff bearbeiten können. Dazu kommt bei Lars die Korrektur diverser Tests, Regina hält eine SAS-Vorlesung für Applied Statistics und korrigiert die dazugehörigen Hausaufgaben und Tests.

Neben der Uni haben wir uns auch in Pensacola inzwischen bestens eingelebt. Das zunächst verschlafen wirkende Städtchen erwacht einmal im Monat zur Gallery Night. Die Hauptstraße der Innenstadt füllt sich dabei mit Künstlern, Foodtrucks und Schaulustigen. Jeden Monat steht die Veranstaltung unter einem anderen Motto. So gab es in den letzten Monaten eine Gallery Night im Rahmen des chinesischen Neujahrs, der Pensacon oder des St. Patrick’s Days.

Um den milden Temperaturen Pensacolas im März zu entkommen, flog Regina über den Spring Break nach Fort Myers und erkundete von dort aus mit ihrer Familie den Südwesten Floridas und die Keys. Zum Abschluss unseres Blogeintrags ein paar Fotos davon, weitere Strandbilder folgen im Juli. Prost! 🙂

 

 

Seit 1908 wird Rolla am 16. März lebendig!

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Statue von St. Patrick auf dem Campus

Wie viele Leser wahrscheinlich schon gehört haben, ist St. Patrick’s Day im angelsächsischen Raum eines der großen Feste im Jahr. Dies ist in Rolla nicht anders. Doch warum reisen jedes Jahr Menschen aus umliegenden Städten ins abgelegene Rolla?

 

Seit 1908 wird in Rolla von der Uni der St. Patrick’s Day organisiert. Sicherlich fragen Sie sich wie sich die Uni und das Fest, welches häufig mit viel Alkohol verbunden wird, vereinbaren lassen. Aber glücklicherweise ist St. Patrick der Schutzpatron der Ingenieure, sodass sich dieser ungewöhnliche Umstand gut entschuldigen lässt – schließlich handelt es sich um eine Technische Universität.

 

Jedes jahr, bevor die Feierlichkeiten beginnen können, muss der Campus jedoch noch vor einer Schlangeninvasion geschützt werden. Dafür wird mit Shillelaghs (einer Art Baumstamm mit ordentlicher Keule) kleinen Plastikschlangen ordentlich der Kopf eingeschlagen. Dies scheint wohl auch ein Aufnahmeritual einiger Fraternities (Bruderschaften/Studentenvereinigungen) zu sein. Für jedes Jahr seit 1908 (mittlerweile also 111!) muss das Shillelaghs einmal auf die Schlange einschlagen. Sie können sich vorstellen, wie danach die schöne Campuswiese aussieht!

Eine Tradition, die es hier mittlerweile nicht mehr gibt nennt sich Alice. Dabei handelte es sich um ein tödliches Gebräu aus Kadavern und verschiedensten anderen Zutaten, die wohl keiner so genau kennt, in welchem die St. Pat’s Ritter „getauft“ wurden. Es scheint ein Rätsel zu sein, dass sich dafür Freiwillige finden ließen. Mehr zu dieser verrückten Tradition gibt’s hier.

Dann beginnen die Feierlichkeiten mit verschiedenen Späßen, Spielen und Gedichten bis zur Ankunft des aktuellen St. Patricks und seinen Rittern. Die folgenden zwei Tage sind die Studenten dann vom Studierendenalltag erlöst und können am Gonzo und Games Karneval teilnehmen (mehr Infos hier ).

Am Samstagmorgen ist Rolla dann einiges grüner als zuvor. Traditionell wird Pine Street (Die Straße, welche durch die nette Innenstadt führt) komplett grün eingefärbt. Auf den Fotos ist dies leider etwas schwer erkennbar, da es sich bei der Farbe scheinbar um eine Kreidemischung handelt. Dann ziehen verschiedene Gruppen, Unternehmen, Bands und Vereine für die nächsten zwei Stunden durch die Innenstadt. Besonders ausgefallen war dieses Jahr der Wagen von der Marktkette Price Choppers, die mit einem gigantischen motorisierten Einkaufswagen vertreten waren.

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Price Choppers hatte definitiv den ausgefallensten Wagen!

Ansonsten hat die Prozedur sehr an Karneval erinnert. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich, was sicherlich auch dem Frühlingswetter und Sonnenschein geschuldet war! Ähnlich, wie bei uns in Deutschland, haben sich die Kinder sehr an den verteilten Süßigkeiten erfreut.

Was ich bisher noch nicht ganz verstanden habe sind die vielen Referenzen zu „Herr Der Ringe“. Vielleicht war es einfach das diesjährige Motto. So hat es mich jedenfalls sehr überrascht zu Beginn der Parade Gandalf anzutreffen 😉

Und auch lokale Unternehmen haben es sich nicht nehmen lassen, die Kinder mit Süßigkeiten zu beglücken und ein wenig die Werbetrommel zu rühren.

Nach der Parade fand dann noch ein Konzert statt. Es wird wohl noch einige Tage dauern, bis sich Rolla wieder im Normalzustand befindet. Wer sich für einen Terminplan interessiert kann diesen hier finden.

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Im letzten Jahr war Thanksgiving natürlich besonders nennenswert. Zu dieser Gelegenheit hat die Universität uns, internationale Studenten, zu einem Thanksgiving Luncheon eingeladen. Es wurde ein wenig der historische Hintergrund des Fests hinterleuchtet und vorgestellt, was viele Menschen hier mit den Feierlichkeiten verbinden. Insgesamt war es ein nettes Event was zu gemütlichem Beisammensein einlud und Möglichkeit bot sich mit Studenten anderer Fachbereiche zu unterhalten. Am Black Friday habe ich mich dann mit einem Freund nach St. Louis begeben, wo wir seine Familie besuchten und Thanksgiving mit einem guten Abendessen ausklingen ließen. Auch den bekannten Bogen, welcher in einem kleinen Park am Ufer des Mississippi und damit knapp auf der Seite von Missouri liegt, haben wir besichtigt. Leider war es jedoch aufgrund des Feiertags nicht möglich den Bogen zu betreten. Ich muss also noch einmal wiederkommen ;).

Davon werde ich dann beim nächsten Mal berichten!

Liebe Grüße aus Missouri!

Louis

Kein normaler Winter!

Auch wir melden uns nun in der Mitte des zweiten Semesters zurück aus Normal. In den vergangenen Monaten ist viel passiert, von dem wir euch gerne berichten wollen. Nachdem das Semester ganz entspannt begann, ist es dann doch relativ schnell stressiger geworden, so dass wir immer gut beschäftigt waren. So verflogen die ersten Monate wie im Flug. Jenny hat es außerdem noch geschafft dem universitätseigenen Zirkus in den Disziplinen Tumbling und Einrad fahren beitreten zu dürfen. Hier durfte man die ersten Wochen mittrainieren bevor man dann in einem Casting sein Können vor den Zirkusdirektoren und allen Interessenten unter Beweis stellen musste. Die Zirkusdirektoren entschieden dann ob man in den jeweiligen Akt aufgenommen wird. Ende November stand eine Woche Ferien über Thanksgiving an. Davor waren wir noch bei Freunden zu einem traditionellen Thanksgiving Dinner eingeladen, das wirklich sehr lecker aber vor allem auch sehr aufwendig war. Über Thanksgiving fuhr Jenny zusammen mit Silvia und Raphael nach Kanada, siehe deren Blogeintrag, Benni entschied sich dazu die Woche für Vorbereitungen für die letzten entscheidenden Prüfungen und Projekte zu nutzen. So haben wir auch den Black Friday ohne große finanzielle Einbußen überstanden, was bei den ganzen Angeboten nicht so einfach ist. Die letzten drei Wochen des Semesters waren dann sehr stressig und vollgepackt mit Prüfungen und Abgaben, so dass wir sehr froh waren als endlich die Winterbreak anstand.

Benni verbrachte diese zusammen mit Leo, Tobi und Tobi aus Milwaukee und Lars aus Pensacola. Sie verbrachten Weihnachten in Puerto Rico und sind danach nach Florida geflogen um verschiedene Orte zu besichtigen. Zum Abschluss ging es noch nach New Orleans und mit dem Zug wieder zurück in den kalten mittleren Westen. Mehr Details dazu findet ihr im Blogeintrag von Milwaukee.

Jenny dagegen bereiste mit Besuch aus Deutschland verschiedenste Orte hauptsächlich an der Ostküste der USA. Als erstes stand ein kurzer Aufenthalt in Chicago auf dem Programm, nachdem es für uns dann über Weihnachten nach New York ging. Diese Idee hatten gefühlt wohl auch mehrere Millionen andere Touristen, sodass sowohl die bekannten Touristenpunkte als auch die gesamte Innenstadt zusätzlich zum Weihnachtsgeschäft komplett überlaufen war. Neben den typischen Touristenattraktionen durften natürlich auch die speziellen Weihnachtshighlights nicht fehlen. Den bekannten Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller Center fanden wir leider nicht allzu spektakulär, dafür waren die Christmas Lights in Dyker Heights umso beeindruckender aber leider auch total überlaufen und mit unzähligen Kinderwagen bevölkert.

Der nächste Stopp auf unserer Reise war Washington DC. Hier hatten wir Glück mit dem Wetter und konnten bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein die National Mall entlanglaufen. An der National Mall sind unter anderem Regierungsgebäude, Museen und Denkmäler zu verschiedenen Ereignissen der Geschichte aufgereiht.

Nach diesen eher stressigen aber durchaus schönen Tagen ging es für uns in wärmere Gebiete. Wir flogen nach Florida und reisten dort von Orlando aus am Golf von Mexiko entlang bis nach Miami. Unseren ersten Zwischenstopp legten wir in Tampa ein und besuchten den Freizeitpark Busch Gardens. Dieser entpuppte sich allerdings als große Enttäuschung. Die Eintrittspreise sind sehr hoch und überall sind zusätzliche Kosten versteckt. Fairerweise muss man sagen, dass die Achterbahnen sehr cool sind, wenn man denn mit ihnen fahren kann. Aus unerklärlichen Gründen fuhren nämlich über den ganzen Nachmittag keine Bahnen mehr, trotz bestem Wetter. Außerdem kann man Fast-Lane Tickets erwerben (zu täglich wechselnden Preisen entsprechend der Nachfrage) und in einer kürzeren Schlange anstehen, während der Rest stundenlang anstehen muss. Allgemein finden wir auch, dass der Europa Park, was die Details angeht, schöner angelegt ist und trotzdem weniger kostet. Zusammenfassend kann man sagen, dass es für uns reine Geldverschwendung und eine Enttäuschung war, was aber natürlich auch einfach Pech sein konnte.

Florida Key

Nach diesem negativen Erlebnis nutzten wir erst einmal den nächsten Tag um uns am Strand zu erholen. Silvester haben wir dann in Fort Myers verbracht. Leider gab es da kein Feuerwerk, dafür wurde um Mitternacht eine Lichterkugel herabgelassen. Für die restlichen Tage haben wir uns ein Airbnb etwas südlich von Miami gemietet und konnten dank der optimalen Lage jeweils Tagesausflüge zu den Florida Keys, Miami und den Everglades machen.

Der letzte Ort auf unserer Reise war dann Cancun, wo wir nochmal Strand und Sonne genießen konnten, sowie verschiedene Maya-Ruinen besichtigt haben. Danach ging es leider wieder zurück ins kalte Normal.

Passend dazu wurden wir am ersten Wochenende auch gleich Zeugen der historischen Kältewelle mit Epizentrum Chicago. Es war mit gefühlten Temperaturen um die -50°C kälter als am Nordpol, weswegen auch die Uni für zwei Tage ausfiel. Nebenbei gingen natürlich auch wieder die Vorlesungen los. Wir hören beide eine Research Class zum Thema Hypergraphs bei der die Studenten selber Ideen entwickeln sollen, anstatt Definitionen und Theoreme vorgelegt zu bekommen. Außerdem belegen wir eine Aktuarsvorlesung sowie jeweils eine Statistikvorlesung. Benni unterrichtet dieselbe Vorlesung wie letztes Semester und unterstütz nebenbei unseren Academic Advisor während Jenny dem Actuarial Program Director assistiert. Alles in allem sind wir bereits wieder gut mit unseren Vorlesungen, Hausaufgaben und Jobs beschäftigt.

Zusätzlich hat Jenny drei Mal in der Woche Zirkustraining sowie jeden Samstag ein Treffen um Kostüme für die anstehenden Auftritte zu nähen. Ab und zu werden wir auch für Veranstaltungen gebucht. Es ist allgemein sehr zeitaufwendig Mitglied beim Zirkus zu sein, dafür lernt man aber viele einheimische Studenten kennen. Momentan wird fleißig auf unsere großen Shows Mitte April hingearbeitet, bei denen bis zu 6.000 Zuschauer pro Vorstellung erwartet werden.

In zwei Wochen steht dann die Spring Break an, von der wir euch in unserem nächsten Eintrag berichten werden!

„Winter“ in San Diego

Hallo zusammen – Michi und Lucas aus San Diego hier! Auch bei uns ist jetzt schon mehr als die Hälfte rum und seit unserem letzten Blogeintrag ist einiges passiert, was wir euch im Folgenden schildern wollen. Unter anderem mussten wir feststellen, dass es (vor allem in letzter Zeit) nicht immer nur schönes Wetter ist in Kalifornien.

It never rains in Southern California. It pours man it pours.

Aber verglichen mit anderen Teilen der USA ist das wohl meckern auf hohem Niveau.

Im Oktober letzten Jahres haben wir mit Don (ehemaliger Professor und Mitbegründer des USA-Programms) eine große Wanderung in den Bergen Kaliforniens (Mt. San Jacinto) unternommen. Wir waren insgesamt 35 Kilometer unterwegs. Dafür hatten wir aber traumhafte Ausblicke! Auch so waren wir noch das ein oder andere Mal bei Don und seiner Frau Margaret zu Gast. Wirklich super nett die beiden!

 

Über ein verlängertes Wochenende sind wir dann auch mal „kurz“ nach Utah zum Zion Nationalpark gefahren. „Kurz“ jedoch in amerikanischen Verhältnissen – also waren es in dem Fall 8 Stunden Fahrt für ein Wanderwochenende. Wir haben dort zwei Wanderungen gemacht. Am Abreisetag haben wir die bekannteste Tour im Zion Nationalpark – „Angel’s Landing“ – gemacht.

 

Am Tag davor stand das eigentliche Highlight an: die Subway-Tour. Das Ziel der Wanderung ist ein höhlenartiges System im Inneren des Nationalparks. Man wandert entlang eines Flusses und muss diesen viele Male überqueren, um trocken anzukommen. Die hohen Felswände an den Seiten des Flusses werden immer enger, bis man schließlich in der Höhle ankommt. Die Wanderung war wirklich super. Dadurch, dass man eine Reservierung braucht ist man so gut wie allein dort und es gibt auch keinen richtigen Weg. Den sucht man sich selbst 😊 Wir haben die Wanderung komplett im Neopren gemacht, da es schon frischer war und es hieß, dass man teilweise knietief im Wasser stehen wird. Wir konnten das umgehen und sind dann erst am Schluss in der Höhle in die Becken dort gesprungen.

Thanksgiving haben wir bei der Familie eines Freundes verbracht. Die ganze Familie ist zusammengekommen und wir durften an dem Fest teilhaben. Es war super interessant ein typisch amerikanisches Thanksgiving zu sehen und außerdem gab es sehr leckeres Essen bis zum Abwinken. Alle waren sehr nett, extrem gastfreundlich und haben sich selbst gefreut, uns eines ihrer wichtigsten Feste zu zeigen.

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Nach Thanksgiving stehen auch schon die letzten Uniwochen an. Da wir für unsere Kurse bereits unter dem Semester sehr viel machen müssen (wöchentlichen Hausaufgaben, Hausarbeiten, wöchentlichen Treffen mit dem Professor für die Masterarbeit, Zwischenprüfungen, etc.) waren die Abschlussprüfungen gar nicht so schlimm. Verglichen zur Prüfungszeit in Ulm quasi ein Klacks 😉

Nachdem die Finals korrigiert waren, ist Michi mit seiner Freundin nach Cabo San Lucas (Baja California, Mexiko) geflogen, um sich dort von dem ganzen Unistress zu erholen.

Währenddessen hat Lucas seine Freundin in San Diego empfangen. Nach einem gemeinsamen Heiligabend in San Diego sind wir dann zu viert am ersten Weihnachtsfeiertag auf unseren Roadtrip gestartet. Insgesamt waren wir gute zwei Wochen unterwegs und haben 5650 Kilometer zurückgelegt (hier wären wir wieder bei den amerikanischen Streckenverhältnissen). Es war traumhaft schön, aber das ist schwierig in Worte zu fassen, sodass wir von den meisten Orten einfach ein Bild zeigen. Wir sind entlang der Route 1 über Los Angeles, einem Abstecher nach Sequoia (wo wir das erste Mal in den Schnee gekommen sind) und Monterey nach San Francisco gefahren und haben dort Silvester verbracht. Anschließend sind wir weiter in den Yosemite Nationalpark und über das Death Valley nach Las Vegas. Weiter gings nach Utah und dort wieder in den Zion Nationalpark und zum Bryce Canyon. Danach ging es zum Antelope Canyon und Grand Canyon. Abschließend sind wir über Phoenix wieder nach San Diego gefahren und haben kurz vor Ankunft noch einen Kuchen in Julian gegessen. Während des gesamten Roadtrips war der Regierungs-Shutdown und daher waren nur sehr wenige Ranger im Einsatz. Manche Parkbereiche waren deswegen dann gesperrt, aber wir hatten jetzt keine gravierenden Einschränkungen. Das was offen war hat uns meisten schon gereicht.

Nach dem Roadtrip waren wir erst mal urlaubsreif 😉 Für Lucas ging es nach Banff (Alberta, Kanada) und Michi ist mit seiner Freundin nach Hawaii auf die Inseln Maui und Big Island geflogen.

Hawaii ist wirklich traumhaft schön und kann ich jedem nur empfehlen! Für mehr Details zu meinem Urlaub auf Hawaii, darf ich gern auf meinen Blog hinweisen, auf dem ihr auch über unsere anderen Aktivitäten noch ausführlicher nachlesen könnt 😊 -> usamichi.wordpress.com

 

Banff ist ein kleines, süßes Städtchen im Herzen des gleichnamigen Banff National Parks. Im Winter lockt es vor allem Snowboarder und Skifahrer an, was einiges zu der schönen und entspannten Atmosphäre dort beiträgt. Lucas war zum größten Teil zum Wandern dort. Umgeben von Bergen, Seen und Wäldern ist es mit der richtigen Ausrüstung auch im Winter ein toller Ort zum Wandern.

 

Inzwischen hat das neue Semester wieder begonnen. Wir unterrichten die gleichen Fächer und sind somit schon routiniert darin. Allgemein hat sich in diesem Semester der Fokus etwas verschoben. Waren es im letzten Semester noch die Kurse die uns auf Trab gehalten haben, müssen wir jetzt mehr für die Masterarbeit machen. Lucas hört dieses Semester Monte Carlo Simulations und einen Kurs über neuronale Netze, was sehr gut zu seiner Masterarbeit passt. Michi hört Statistical Computing und Mathematische Biologie und Biomedizin, was ebenfalls ein sehr gut zur Masterarbeit passt. Ansonsten sind wir natürlich wieder fleißig am Surfen (so lange es das Wetter erlaubt…nach Regen darf man erst einmal 3-4 Tage nicht mehr ins Wasser – und es regnet zur Zeit definitiv zu oft!) und erwarten in nächster Zeit sehr viel Besuch aus Deutschland 😊

Bis bald und viele Grüße aus San Diego!
Michi und Lucas

Winter is coming? Winter is here!

Das Team Milwaukee meldet sich zurück. Seit unserem letzten Eintrag sind mittlerweile bereits mehr als vier Monate vergangen. Nachdem wir von den einheimischen Milwaukeeans immer wieder vor dem herannahenden Winter gewarnt wurden, ließ dieser dann überraschend lange auf sich warten. Doch jetzt ist er endlich da. Mit viel Schnee, zweistelligen Temperaturen unter Null und eisigem Wind kamen wir eines Morgens plötzlich in den Genuss eines richtigen Winters in Wisconsin. Auch sonst ist seit unserem letzten Eintrag in diesem Blog hier in Milwaukee einiges passiert. Wir haben neue Freundschaften geschlossen, viele Erfahrungen und Eindrücke gesammelt und auch jede Menge Spaß gehabt. Darüber wollen wir hier im Folgenden berichten.

Eigentlich sind wir ja zum Studieren hier und so mussten wir im Laufe des vergangenen Semesters auch der ein oder anderen Pflicht an unserer Universität, der University of Wisconsin – Milwaukee, nachkommen. Auch und gerade in den USA gilt nämlich: Einen Abschluss gibt es nicht umsonst. Da wir alle im kommenden Semester eine Masterarbeit schreiben müssen, entschieden wir uns schon einen großen Teil der für den Abschluss notwendigen Vorlesungen in unserem ersten Semester abzuarbeiten, um uns dann voll auf die Thesis konzentrieren zu können. Wir belegten die Statistikkurse Regression Analysis, Computational Statistics und Mathematical Statistics. Diese waren alle mit recht viel Aufwand verbunden, jedoch letztendlich mit der hervorragenden Vorbildung von der Universität Ulm sowie jeder Menge Teamwork sehr gut zu meistern. Auch für zukünftige Finanz- und Versicherungsexperten wurde etwas geboten. So belegten Benedikt und Tobi die Vorlesung Actuarial Models, bei der der Fokus vor allem auf Options- und Kapitalmarkttheorie lag. Erwähnenswert ist auch, wie individuell die Betreuung hier teilweise ist. So hörten wir beispielsweise die Vorlesung Applied Stochastic Processes, in der wir zu dritt die einzigen Studenten waren, ein wohl unschlagbares Dozent-Studenten-Verhältnis. Leo und Tobi konnten sich außerdem im Rahmen eines Reading Kurses selbstständig auf ein ausgesuchtes Thema fokussieren und sich im Zuge dessen auch schon auf ihre Masterarbeit vorbereiten. Im Allgemeinen wird der Schwerpunkt im Vergleich zum Studium in Deutschland deutlich stärker auf die Anwendung der Inhalte und etwas weniger auf deren vollständige Herleitung gelegt. Auch der Aufbau der Kurse unterscheidet sich zu dem was wir aus Ulm kannten. So ergibt sich die Endnote nicht allein aus einer Klausur am Ende des Semesters, sondern setzt sich aus vielen kleineren Tests und Hausarbeiten unter dem Semester zusammen. Das bedeutet zwar mehr Arbeit auch schon früher im Semester, jedoch nimmt es gleichzeitig etwas Druck aus der finalen Klausurphase. Das ist natürlich recht angenehm, insbesondere da uns unsere Arbeit als Teaching Assisstant, der wir zusätzlich zu unserem eigenen Studium nachkommen mussten, zum Ende des Semesters zeitlich doch recht intensiv in Anspruch nahm. Die Arbeit an der Universität ist deutlich aufwendiger als ein vergleichbarer Tutorenjob an der Universität Ulm. Außerdem wurde uns hier direkt mehr Verantwortung übertragen. Schon im ersten Semester waren wir für Benotung und Betreuung unserer Studenten selbständig verantwortlich. Die Arbeit wird dafür aber auch recht ordentlich bezahlt, sodass insgesamt in dieser Hinsicht kein Grund zur Klage besteht.

Neben den universitären Pflichten kamen aber natürlich auch die angenehmen Seiten des Lebens nicht zu kurz. Milwaukee selbst hat einiges zu bieten. Besonders Sportbegeisterte kommen hier voll auf ihre Kosten. Die wunderschöne Lakefront lädt geradezu zu ausgedehnten Läufen ein und auch im gut ausgestatten Fitnessstudio der Universität, das für alle Studenten kostenlos nutzbar ist, sind wir mittlerweile regelmäßige Gäste. Außerdem machten wir regen Gebrauch von den Angeboten des Outdoor-Clubs der Universität und waren unter anderem beim Klettern sowie auf Backpacking- und Kanutouren. Des Weiteren bieten diverse Sportmannschaften in der Stadt und auch im restlichen Wisconsin die Möglichkeit die typischen amerikanischen Sportarten live mitzuerleben. Unter anderem sahen wir Basketball bei den Milwaukee Bucks, Baseball bei den Milwaukee Brewers und American Football bei den Green Bay Packers und den Wisconsin Badgers. Die Amerikaner sind generell sehr sportbegeistert und die Euphorie, mit der sie die lokalen Teams unterstützen kennt oftmals keine Grenzen. Bei den diversen Stadionbesuchen konnten wir uns auch erneut vom großen Talent der Amerikaner für alle Formen des Entertainments überzeugen. Zu erwähnen ist hier beispielsweise, dass die Milwaukee Bucks sehr stolzer Besitzer der größten T-Shirt-Kanone der Welt sind, die nicht etwa ein, zwei oder drei, sondern gleich vier T-Shirts auf einmal ins Publikum abfeuern kann. Außerdem bestätigte sich hier auch ein weiteres typisches Vorurteil über die USA. Die Amerikaner sind unglaublich patriotisch und so kommt kaum ein sportliches Großereignis ohne die Ehrung von Kriegshelden und Veteranen oder sogar den Überflug von Kampfflugzeugen aus.

Neben dem Sport bietet Milwaukee viel um die Freizeit abwechslungsreich zu gestalten. Anlässlich der Eröffnung des neuen Basketball-Stadions konnten wir beispielsweise eine ganze Reihe erstklassiger Konzerte zu schwaben-freundlichen Preisen besuchen. Auch Heimweh muss nicht aufkommen, werden doch vor Ort Ableger von Oktoberfest (hierzu sei jedoch gesagt, dass der Preis für das Maß Bier doppelt so hoch ist wie auf der Wiesn) und Christkindlmarkt gefeiert, beinahe genauso wie in der Heimat. Auch das Nachtleben kommt nicht zu kurz und neben erneuten Touren durch die lokalen Brauereien und entspannten Abenden auf der Bradystreet, die Kneipenmeile der Stadt, verbrachten wir auch den ein oder anderen fröhlichen Donnerstagabend im Brothers, das uns vor allem aufgrund seines unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnisses überzeugen konnte. Für einen Besuch in unserem mittlerweile zweiten Wohnzimmer ist jedoch der richtige Dresscode unumgänglich. Einem Mitglied des Teams wurde beinahe der Einlass verwehrt, da es aufgrund eines Plain-White T-Shirts als Mitglied einer örtlichen Gang identifiziert wurde (ein schneller Jackentausch konnte aber das vorzeitige Ende eines langen Abends verhindern). Neben den schönen Stränden und vielen Events hat Milwaukee auch kulinarisch einiges zu bieten – von thailändischem Cooking über diverse Burger bis hin zu den besten Hotdogs der Stadt vom zwielichtigen Imbiss neben dem Brothers. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Milwaukee eine sehr interessante Stadt mit vielen netten Menschen ist, die wir mittlerweile als unsere zweite Heimat sehr liebgewonnen haben.

Neben den großartigen Erfahrungen, die wir bisher in Milwaukee machen konnten, nutzten wir unsere Zeit in den USA auch schon für die ein oder andere Reise. Zunächst machten wir in der Thanksgiving-Break im Herbst zusammen mit der BWL-Fraktion der Universität Gießen einen Roadtrip nach Toronto und zu den Niagarafällen. Mittlerweile an amerikanische Standards gewöhnt, mieteten wir uns hierzu nicht weniger als einen Chevrolet Suburban mit fast 400 Pferdestärken unter der Motorhaube. Neben dem sehr international geprägten Toronto und den beeindruckenden Wasserfällen an der amerikanisch-kanadischen Grenze war daher auch die sehr unterhaltsame Fahrt über die Highways des Mittleren Westens eines der Highlights des Trips.

Nach dem Ende des Semesters teilte sich das Team Milwaukee auf, um verschiedene Teile der Vereinigten Staaten inklusive ihrer Außengebiete zu bereisen. Während es Benedikt in den Westen des Landes zog, brachen Leo, Tobi und Tobi, zusammen mit Benny aus Normal und Lars aus Pensacola, in wärmere Gefilde in Richtung Südosten auf. Nur wenige Stunden nach der letzten Klausur machten wir uns auf den Weg nach Chicago um von dort aus nach Puerto Rico zu fliegen. Hier verbrachten wir die ersten Tage in der Insel-Hauptstadt San Juan, wo wir ein sonniges Weihnachten unter Palmen feiern konnten. Wir erholten uns von der stressigen Endphase des Semesters am Strand, erkundeten die historische Altstadt, welche schon als Kulisse für weltbekannte Musikvideos diente, verköstigten den ein oder anderen Cocktail in der örtlichen Bacardi-Destillerie und genossen die Vorzüge der karibischen Küche und des örtlichen Nachtlebens. Anschließend zogen wir weiter in den Osten der Insel, wo wir im El Yunque Regenwald (die richtige Aussprache des Namens ist hier entscheidend: langezogen und tief) wanderten, uns wagemutig unter Wasserfälle stürzten und nochmals die Zeit nutzten um uns an den wunderschönen Sandstränden zu entspannen. Nach der tollen Zeit in Puerto Rico war Miami, the Magic City, der nächste Stopp unserer Reise. Hier feierten wir zusammen mit Mr. Woldwide (auch bekannt als Pitbull) ins neue Jahr, flanierten den weltbekannten Ocean Drive entlang und arbeiteten am Miami Beach weiter an unserem Teint. Letzteres jedoch mit eher bescheidenem Erfolg. Die ersten Tage des neuen Jahres verbrachten wir dann im etwas nördlich von Miami gelegenem Fort Lauderdale, von wo aus wir Ausflüge nach Cape Caneveral und in die Everglades unternahmen. Insbesondere Letztere haben uns sehr beeindruckt. Hier konnten wir hautnahe Bekanntschaft mit den heimischen Alligatoren machen und mit einem aus Film und Fernsehen bekannten Airboat über die sich bis zum Horizont erstreckende Sumpflandschaft brettern. Insbesondere Lars wird dieser Tag wohl für immer in Erinnerung bleiben, überstand er doch zuerst unzählige Begegnungen mit meterlangen Alligatoren unbeschadet, nur um dann bei Einbruch der Dunkelheit vom unwahrscheinlichsten aller ansässigen Raubtieren attackiert zu werden. Es existieren unterschiedliche Varianten dieser Geschichte, in manchen Versionen folgte der Angriff jedoch auf vorausgegangene Provokationen und war daher nicht völlig unbegründet. Aber zu diesem Thema kann sich Lars im nächsten Blogeintrag aus Pensacola ausführlicher erklären. Nachdem er das Abenteuer in den Everglades dennoch lebendig überstanden hatte, musste Lars sich auch schon vom Rest der Gruppe verabschieden und kehrte zurück nach Pensacola. Wir anderen brachen dagegen noch zu der letzten Station unserer Reise nach New Orleans auf. Die Stadt, von den Einheimischen auch the Big Easy genannt, besitzt eine einzigartige Atmosphäre, in die wir für fünf Tage eintauchen konnten. Neben dem vollen Touristenprogramm, inklusive gruseligen Touren durch Friedhöfe und dem sehr schönen Garden District, Zichorienkaffee und Beignets im Cafe du Monde und einer Handgranade auf der Bourbonstreet (ein unfassbar süßer Cocktail, der in einem handgranatförmigen Plastikbecher serviert wird), genossen wir in der Stadt, die als die Wiege des Jazz gilt, auch die grandiose Livemusik, die hier in fast allen der unzähligen Bars geboten wird. Auch kulinarisch war New Orleans nochmal ein richtiges Highlight. Die kreolische Küche konnte uns mit Austern und Jambalaya vollends überzeugen. Nach den tollen Tagen in der Südstaaten-Metropole neigte sich unsere Reise dem Ende zu. Während Tobi sich mit einem Freund traf um noch ein paar Tage durch Texas zu touren, machten sich Leo, Benny und Tobi auf die Rückreisen nach Normal beziehungsweise Milwaukee. Nachdem wir in den vergangenen Wochen bereits mehr als genug Zeit in Flugzeugen verbracht hatten, entschieden wir uns dazu den letzten Teil der Reise per Zug zu bestreiten. Das bedeutete 22 (sehr entspannte) Stunden oder mehr als 1000 Meilen mit der Eisenbahn quer durch die Vereinigten Staaten!

Benedikt machte unterdessen die folgenden Erfahrungen im Südwesten der USA: Nachdem die anderen nach Puerto Rico geflogen sind, hatte ich noch ein paar entspannte Tage bis ich mich mit meiner Freundin und meiner Schwester in Chicago getroffen habe und wir von dort nach Kalifornien aufgebrochen sind. Als erstes waren wir im hügeligen San Francisco und haben dort unter anderem die Golden Gate Bridge besucht und sind das berühmte Cable Car gefahren. Unser zweiter Stopp war das sonnige Los Angeles, wo wir Silvester gefeiert haben, die Hollywood Hills und Santa Monica Pier angeschaut haben. Anschließend haben wir in den Casinos von Las Vegas beim Roulette etwas Geld erspielt und sind am Grand Canyon gewesen. Dort habe ich mehr Schnee als in Milwaukee und dichteren Nebel als in Ulm gesehen.

Das waren ein paar Eindrücke der Erfahrungen, die wir während der ersten Hälfte unseres Aufenthalts in den USA erleben konnten. Das Team Milwaukee wird sich an dieser Stelle wieder pünktlich zu unserer Graduation im Mai melden, um von weiteren spannenden Geschichten aus der siebtaufregendsten Stadt der USA zu berichten.